DEHOGA Bundesverband-Präsident Ernst Fischer

DEHOGA Bundesverband-Präsident Ernst Fischer (Foto: DEHOGA)

Unternehmer im Gastgewerbe aufgepasst: Arbeitgeber müssen mit einer Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohnes um mindestens 30 Cent rechnen. Grundlage dafür ist der Tarifindex des Statistischen Bundesamtes. Der Index bildet die Tarifabschlüsse (ohne Einmalzahlungen) vom 1. Januar 2015 bis Juni 2016 ab. Geht man davon aus, dass der jüngste Tarifabschluss im öffentlichen Dienst mit einfließt, würde der Mindestlohn auf 8,85 Euro zum 1. Januar 2017 steigen. Reinhard Göhner, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände und Mitglied der Mindestlohn-Kommission, hat dies in dieser Woche gegenüber der Presse grundsätzlich bestätigt. Derzeit liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 8,50 Euro. Anpassungen erfolgen alle zwei Jahre. Fest steht: Der Mindestlohn kommt das Gastgewerbe teuer zu stehen. Laut DEHOGA-Branchenumfrage mit bundesweit knapp 5000 teilnehmenden Betrieben verzeichnen fast drei Viertel der Betriebe seit Einführung des Mindestlohns Personalkostensteigerungen. Hinzu kommen für eine breite Mehrheit (67,1 Prozent) gestiegene Kosten für Lieferanten und Dienstleister. 62,3 Prozent beklagen sinkende Erträge. „Der Mindestlohn hat die Kosten und den bürokratischen Aufwand in die Höhe getrieben – beides ist Gift für die Investitions- und Wachstumsstärke der Branche“, sagt DEHOGA-Präsident Ernst Fischer. „Wir erwarten von der Mindestlohn-Kommission eine Anpassung mit Augenmaß.“ Im Fokus der Kritik steht für viele Betriebe auch die Lohnhöhe, vor allem aber die bürokratische Arbeitszeitdokumentation.