Seit dem 13. Dezember 2014 ist das Gastgewerbe um eine neue Vorschrift reicher. Die Lebensmittel-Informationsverordnung der Europäischen Union beinhaltet die Informationspflicht über allergene Zutaten bei sogenannter loser Ware – die Allergenkennzeichnungspflicht. Dadurch muss jeder Gast über die in Speisen verwendeten allergenen Zutaten (die europäische Verordnung benennt insoweit 14 Gruppen von allergenen Zutaten, auf die rund 90 Prozent der in Europa auftretenden Nahrungsmittelunverträglichkeiten entfallen) informiert werden. Ende November hatte der Bundesrat die Verordnung für Deutschland verabschiedet. Dementsprechend ist nun auch die Umsetzung der Kennzeichnungspflicht geregelt.

Ingrid Hartges, DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin, betont in diesem Zusammenhang, dass der DEHOGA sich seinerseits auf EU-Ebene als auch im nationalen Verordnungsverfahren intensiv eingebracht hat, um dieses neue bürokratische Kennzeichnungsrecht abzuwehren. „Gute Gastfreundschaft für Allergiker ist auch anders möglich, wie die Praxis in vielen Betrieben bisher gezeigt hat. Die Verschriftlichung ist ein unverhältnismäßig bürokratischer Aufwand, der in keinerlei Relation zu der behaupteten notwendigen und nunmehr gesetzlich geregelten Allergenkennzeichnung steht.“ Mit der europäischen Lebensmittelinformationsverordnung und dem Fragen- und Antworten-Katalog der EU-Kommission sei jedoch den Mitgliedsstaaten nicht mehr Gelegenheit gegeben worden, die bedingungslose mündliche Information als eigene Informationsquelle zuzulassen, führt Hartges weiter aus. Entscheidend ist dabei vor allem ein Sachverhalt: An einer Stelle müssen alle Hauptallergene und deren Vorkommen verzeichnet sein. Daran führt kein Weg vorbei. Im Vergleich zu anderen europäischen Regelungen habe das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft jedoch einige Branchenargumente berücksichtigt.

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