Um die Allergenkennzeichnung kommen Gastronomen ab dem 13. Dezember nicht mehr herum, auch wenn die Möglichkeiten zur Kenntlichmachung noch nicht feststehen. Eines ist jedoch klar: Die Umsetzung der Kennzeichnungspflicht wird mit Aufwand verbunden sein – und deshalb kann es sich für die Branche lohnen, nach Hilfestellungen technischer Art Ausschau zu halten, um das Allergen-Management zu vereinfachen und langfristig zu strukturieren, etwa bei Änderungen der Rezeptur.

Das Unternehmen medienmacher aus Ludwigsburg hat eine solche Lösung für die Gastronomie entwickelt. Unter dem Namen „MenuPublisher“ bieten Jürgen Krisch und sein Partner Joakim Kågström ein digitales Speisekarten-Management an. Die Idee dahinter hat erst einmal nichts mit der Allergenkennzeichnungspflicht zu tun: „Wir bieten die Möglichkeit, dass Wirte ihre Speisekarten über unser Tool in ihrem individuellen Stil erstellen und ausdrucken und dann über eine Schnittstelle in alle Kanäle einspielen können – von der eigenen Website über Social Media bis hin zu Location-Portalen. Wir ersetzen damit die Arbeit mit einem Schreibprogramm und die eigene Pflege der zahlreichen Online-Kanäle“, sagt Jürgen Krisch. Alle Karten und Rezepturen würden in der Cloud gespeichert und stünden damit immer und von überall zur Verfügung; entsprechend komfortabel sei es, sie anzupassen, betont Krisch.

Deshalb sei der „MenuPublisher“ auch ein gutes Werkzeug, die Allergenkennzeichnung umzusetzen. „Durch Inkrafttreten der neuen Verordnung ist der Koch verpflichtet, sich einmal umfassend mit seiner Karte zu beschäftigen. Diese Verpflichtung sollte er als Möglichkeit sehen, seine Speisekarte gründlich zu erneuern und neue Designs oder Funktionen einzuführen. Die Deklaration von Allergenen stellt nach der Einrichtung des ‚MenuPublisher’ keine zusätzliche Arbeit dar“, sagt Krisch. Schließlich könnten die 14 Hauptallergene leicht digital hinzugefügt werden, so entsprechen die Karten mit wenig Aufwand den rechtlichen Vorgaben.

So weit, so gut. Doch Jürgen Krisch sieht nicht nur die Pflichterfüllung hinter dem digitalen Speisekarten-Management, sondern vor allem eine Chance für Gastronomen, sich zu positionieren. „Die meisten Gastronomen haben noch nicht über die Möglichkeit nachgedacht, die Verwendung von Allergenen in allen verfügbaren Medienkanälen offen zu kommunizieren“, sagt er. „Für sie ist die Kennzeichnungspflicht lästig, nicht mehr.“ Allergiker, die auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten müssen, suchten sehr gezielt nach Möglichkeiten, trotzdem abwechslungsreich zu speisen. Mit einer gezielten Veröffentlichung der verwendeten oder nicht verwendeten Allergene sei es damit möglich, Allergiker als neue Gäste zu gewinnen.

„Das geht dann weit über die verpflichtende Deklaration der 14 Hauptallergene hinaus. Wir reden hier von einer transparenten Information über alle verwendeten Inhaltsstoffe, so dass Allergiker eine wirkliche Auswahl bekommen und sehen, wer welche Speisen auf sie zugeschnitten hat. Ich kann jedem nur empfehlen, diese Chance, sich als erster Pro-Allergiker zu positionieren, zu nutzen – sie kommt so schnell nicht wieder. Wer einfach nur seiner Pflicht nachkommt, versperrt sich einer wachsenden Zielgruppe.“

Stellten Wirte die neuen Informationen über den „MenuPublisher“ in ihre Karte ein, werden diese automatisch auf der Restaurant-Website, auf Facebook, über den Newsletter, in beliebten Bewertungsportalen beziehungsweise Restaurantverzeichnissen und im Intranet der umliegenden Firmen veröffentlicht. So können sich Gäste mit Allergien ganz gezielt über die für sie in Frage kommenden Angebote in ihrer Nähe informieren, führt Krisch weiter aus. Er spürt auch, dass sich die Branche noch schwer tut. „Wir hören oft von den Gastronomen, dass sie noch abwarten wollen. Aber immer mehr Wirte kümmern sich schon um das Thema und setzen die Kennzeichnungspflicht gezielt um.“