Rum, Whiskey, Gin, Cognac, Vodka, Grappa, Ouzo, Tequila – um nur einige zu nennen: Die Möglichkeiten im Bereich der Spirituosen sind vielfältig. Auch die diesjährige Bar Convent in Berlin bewies mit insgesamt 317 Ausstellern – ein Plus von fast 20 Prozent gegen über dem Vorjahr – und 11.064 Fachbesuchern – plus 15 Prozent, dass Spirituosen und Bars mehr denn je gefragt sind und der Bedarf nach Vielfalt und Transparenz besteht. Die Wertschätzung „handwerklicher“ Produkte als generelle Bewegung zur Abgrenzung von industrieller Massenware macht auch vor der Barkultur nicht Halt. Ebenso spielt die Komponente der ökologischen Nachhaltigkeit in der neuen Genusskultur eine zentrale Rolle.„Aufgrund der weitreichenden Diversifizierung über alle Kategorien hinweg beobachten wir bereits seit mehreren Jahren die Entwicklung, dass sich mehr und mehr Verbraucher intensiver mit dem Thema Spirituose auseinandersetzen. Die deutschen Konsumenten schätzen hochwertige Spirituosen, die eine außergewöhnliche Geschichte und eine liebevolle Herstellung vereinen. Für diese Marken und Qualitäten steigt die Zahlungsbereitschaft seit mehreren Jahren sowohl im deutschen Handel als auch in der Gastronomie signifikant“, schildert Dr. Tina Ingwersen-Matthiesen von borco-Marken-Import. Die Grundlage hierfür sei in vielen Kategorien gegeben, allen vorweg „Scotch Whisky“. „Was vor nunmehr fast einem halben Jahrhundert als dezidierter Trend für wenige begann, ist nun in aller Munde. Wir sind darauf bestens eingestellt, mit Marken wie ,Dalmore Whisky‘, ,Jura Whisky‘ oder seit neustem auch ,Glengoyne Whisky‘. Darüber hinaus haben aber andere Whiskey-Herkunftsländer sich längst ebenfalls ins Rampenlicht gebracht. Hier sind wir beispielsweise mit ,Nikka Whisky‘ aus Japan, ,Teeling Whisky‘ aus Irland, ,Lot 40‘ aus Kanada und ,Elijah Craig‘ aus den Vereinigten Staaten aktiv“, so Ingwersen-Matthiesen.

Mit Whiskey-Aromen spielen

(Foto: Schlumberger)

Ein ganz spezieller Trend im Whiskey-Bereich ist ebenfalls zu verzeichnen. Der Reiz einer möglichst guten Kombination aus Speisen und Getränken, in der Gastro-Szene Pairing genannt, wird alternativ zum Wein nun auch im Bereich des Whiskeys gesucht. Whiskey gehört zu den spannendsten Spirituosen der Welt. Kein anderes gebranntes Getränk bietet diese einzigartige Bandbreite an Aromen wie das schottische Lebenswasser. Damit eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten und Kombinationen von Whiskey im und zum Essen. In Schottland und Irland ist das kein Geheimnis: Zahlreiche Küchenklassiker kommen nicht ohne Whiskey aus. Und was wären die berühmten Süßspeisen der großen Briten ohne Whiskey? So ist es nur einleuchtend, dass auf der Suche nach neuen Akzenten für alte Rezepte auch mit Whiskey-Aromen experimentiert wird.

Tequila: Dauerbrenner mit Veredelung

(Foto: Padre Azul)

Ebenfalls sei auf die spannende Entwicklung von Tequila verwiesen, eine Kategorie die im Super-Premium-Segment enormen Aufwand erfuhr. Am liebsten glitzernd, blinkend, lackiert oder vergoldet verpackt. So präsentiert sich beispielsweise „Tequila Padre Azul“ in einer besonderen Aufmachung à la Damien Hirst: Die in Leder eingenähte Tequila-Flasche trägt einen Totenkopf als Markenzeichen. Ebenso wird Mezcal, die Mutter des Tequila, immer beliebter. Der Grund ist die große Geschmacksindividualität, der in Handarbeit in kleinen Betrieben hergestellten Brände. Immer mehr Bars und Restaurants schenken Mezcal aus und bieten Mezcal-Cocktails an.

Gin weiterhin in aller Munde

(Foto: Schlumberger)

Ein weiteres Getränk hat ebenfalls in den letzten Jahren einen festen Platz an der Bar eingenommen, denn es ist kein Ende in Sicht beim Gin-Boom. Fast jede deutsche Kleinstadt hat mittlerweile ihre eigene Marke oder ihren eigenen Gin-Brenner. Auch aus Italien und Skandinavien kommen immer neue Varianten auf den Markt. Betrachtet man die Gin-Landkarte, so gibt es beinahe keine unbeschriebenen Flächen mehr, denn in den meisten Ländern wird das Wacholder-Getränk destilliert. „Neben Whiskey nahmen viele in den vergangenen Jahren die schnell fortschreitende und sehr positiv besetzte Entwicklung von Gin wahr, wo wir um unsere eigene Premiummarke, Finsbury Platinum‘ nunmehr mit ,Rutte Gin‘ oder ,Whitley Neill Gin‘ weitere Marken anbieten, die den vielfältigen Bedürfnissen ohne Zweifel gerecht werden“, führt Dr. Tina Ingwersen-Matthiesen an von borco-Marken-Import.

Vodka: ein Luxus- und Szeneprodukt

(Foto: WildBild)

Ebenfalls an der Spitze der Trendspirituosen in Deutschland – und das schon seit vielen Jahren – steht Vodka. Hergestellt wird er auf Basis von Kartoffeln oder Getreide. Und da er so herrlich leicht schmeckt, eignet er sich besonders gut für allerlei Cocktails. Ein Revival erlebte in diesem Jahr beispielsweise der Moscow Mule, ein Vodka-Cocktail mit Ingwergeschmack. Vodka an sich hat über die Jahre ein neues Image bekommen. Vergangen sind die Zeiten, in denen er mit Kartoffelschnaps assoziiert wurde, den man zu jeder Tageszeit in Russland herunterspült. Mittlerweile ist Vodka ein Luxus- und Szeneprodukt, das stilvoll und mancherorts gerne dekadent serviert wird. Wer es ein wenig einfacher mag und Retro liebt, der darf auch wieder einen guten alten Vodka Lemon genießen.