Im Kern geht es um eine Neuregelung des § 11 MBeVO, wonach mindestens zehn Prozent der Gastbetten in Beherbergungsräumen liegen müssen, die barrierefrei nutzbaren Wohnräumen im Sinne von § 50 Musterbauordnung entsprechen. Bei einem Betrieb mit mehr als 60 Betten muss darüber hinaus ein Doppelzimmer (inklusive Bad) rollstuhltauglich sein. Ob, wann und wie die einzelnen Bundesländer dieses Muster umsetzen, bleibt jedem Land selbst überlassen, somit auch der Wortlaut des jeweiligen Landesgesetzes/-Verordnung. Informationen zu Details können daher nur die jeweiligen Baugenehmigungsbehörden geben, betont der ZIA. Grundsätzlich zeigt sich der ZIA zufrieden mit der Neuregelung. „Der ZIA sieht im Thema demografischer Wandel eine relevante Zukunftsperspektive.

Zum aktiven Umgang mit diesem Thema gehört auch, sich um Erleichterungen für Menschen mit Behinderung aber auch einfach für ältere und weniger mobile Mitmenschen zu bemühen. Die ZIA-Mitglieder tun dies schon seit Jahren. Insbesondere im Bereich der Hotellerie sind Bestrebungen zu Barrierearmut vielfach schon lange erfolgreich umgesetzt worden“, sagt Matthias Niemeyer, Vorsitzender des Hotelplattform beim Zentralen Immobilien Ausschuss. Er hat aber auch Sorge vor der praktischen Umsetzung. „Grundsätzlich begrüßen wir die Idee, Menschen mit Behinderung den Zugang zu Hotels zu erleichtern.

Allerdings haben wir große Zweifel, dass der Bedarf in der von der Bauministerkonferenz geforderten Größenordnung überhaupt besteht. Es droht die Gefahr, dass gerade kleinere Hotelbetriebe finanziell überfordert werden. Bevor überdimensionierte Vorschriften in den Ländern umgesetzt werden, sollte daher zunächst der tatsächliche Bedarf ermittelt werden. In der Praxis stehen viele barrierefreie Zimmer häufig leer, da kaum Nachfrage besteht.“ Der ZIA sehe eine Alternative zu den Regelungen der MBeVO unter anderem darin, die Barrierefreiheit von Hotels durch die bereits bestehende freiwillige Selbstverpflichtung der Hotellerie weiter zu fördern. Außerdem würden Anreize statt Regulierung dazu führen, dass viele Beherbergungsstätten im Rahmen ihrer Möglichkeiten barrierearme Zimmer schaffen. Gefragt sei Augenmaß, führt Niemeyer aus.