Unternehmer sind in der Regel viele Jahrzehnte sehr aktiv in ihrem Beruf. Sie tragen hohe Verantwortung, müssen den Betrieb strategisch und wirtschaftlich in einem ruhigen Fahrwasser halten und die Mitarbeiter führen, sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Das Tempo ist hoch, und an das Alter und den eigenen Ruhestand wird kaum ein Gedanke verschwendet – schließlich hat man viel Energie und große Pläne.

Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment

Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment (Foto: Union Investment)

Aber der Unternehmer-Ruhestand kommt schneller, als man denkt. Und wer sich nicht während seiner aktiven Zeit um die Finanzierung des Ruhestands gekümmert hat, kann in echte Schwierigkeiten geraten. Als Geschäftsführer bezieht der Unternehmer monatlich sein Gehalt, zusätzlich profitiert er als Gesellschafter von weiteren Ausschüttungen.

Im Ruhestand jedoch kann der Unternehmer nicht mehr auf die regelmäßige Zahlungen setzen – und darauf wetten, einen Käufer für sein Unternehmen zu finden, sollte er auch nicht. Rund 40 Prozent der Senior-Unternehmer haben keinen passenden Nachfolger, so dass sie ihren Betrieb in vielen Fällen einfach schließen müssen. Dann ist er auf eigenes Vermögen angewiesen.

Doch dieses muss natürlich über die Jahre hinweg aufgebaut werden. Nur dann kann er seinen Ruhestand sorgenfrei genießen und muss sich nicht mit einer Versorgungslücke herumschlagen, die die Finanzierung des Ruhestands nach einem harten und langen Berufsleben finanziell durchaus problematisch machen kann.

Keine gesetzliche Rente

„Gerade für nicht sozialversicherungspflichtige Selbstständige wie Gastronomen und Hoteliers spielt die private Vorsorge fürs Alter eine entscheidende Rolle, da sie weder eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erwarten dürfen, noch die Möglichkeit haben, eine Riester-Rente abzuschließen.“ So argumentiert Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment, die Investmentgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken und einer der größten Asset Manager für private und institutionelle Anleger in Deutschland. Rund vier Millionen Kunden haben ihr Vermögen laut Unternehmensangaben bei Union angelegt und nutzen die vielfältigen Dienstleistungen rund um die Fonds.

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Problem: das niedrige Zinsniveau

Reinke rät Betriebsinhabern dazu, sich frühzeitig um die Altersvorsorge zu kümmern und damit Risiken zu reduzieren. Wer bereits in frühen Jahren mit der Vorsorge beginne, habe Jahrzehnte Zeit und könne sich chancenreichere Investments leisten, die auch mal eine kurzzeitige Durststrecke überstehen könnten. „Je später man einsteigt, desto höher muss der Betrag sein, den man benötigt, um das gewünschte Kapital anzusparen, mit dem man seinen Lebensstandard auch im Alter sichern möchte.“ Ein Beispiel dazu: Wer über zehn Jahre hinweg bei einer jährlichen Verzinsung von drei Prozent monatlich 250 Euro festlegt, bekommt am Ende etwa 35.000 Euro.

Bei einem Sparhorizont von 20 Jahren beläuft sich die Summe aufgrund des Zinsenzinseffekts schon auf fast 82.000 Euro. Oder andersherum gerechnet: Wer für den Ruhestand über ein zusätzliches Vermögen von 250.000 Euro verfügen will und über 250 Euro zurücklegen kann, braucht bei einer jährlichen Verzinsung von drei Prozent rund 42 Jahre dafür.

Ein Problem bei allen aktuellen Sparvorhaben ist jedoch das seit einigen Jahren herrschende äußerst niedrige Zinsniveau. „Das Niedrigzinsumfeld hat gravierende Auswirkungen auf die Sparleistung jedes einzelnen Bürgers, denn dadurch ist ihm sein wichtigster Verbündeter der letzten Jahrzehnte beim Aufbau von Kapital abhanden gekommen, nämlich der Zinseszinseffekt“, sagt Hans Joachim Reinke. „Das führt dazu, dass die meisten Deutschen zwar weiterhin im internationalen Vergleich viel sparen, aber kein Vermögen mehr bilden. Denn noch immer liegen rund 80 Prozent des gesamten Vermögens privater Haushalte in Deutschland in zinslastigen Anlagen.“ Aber nur wer sein Sparverhalten anpasse und sein Geld ausgewogener anlege, werde sein Vermögen zukünftig vermehren und seinen Wohlstand sichern können, ist sich der Vorstandschef von Union Investment sicher.

Aber wie finden Unternehmer überhaupt für sich das richtige Anlageprodukt? Was ist die richtige Lösung, um ein Vermögen für den Ruhestand aufzubauen? Sollen sie in einen klassischen Investmentfond investieren oder gezielt Aktien kaufen? Sind nicht vielleicht Rentenpapiere eine lohnende Sache? Fragen über Fragen, die den Sparer umtreiben. Hans Joachim Reinke nennt drei Schritte auf dem Weg zu einer individuellen Investmentstrategie: „Zuerst einmal sollte man sich Klarheit über die eigenen finanziellen Ziele und Möglichkeiten verschaffen, damit Wunsch und Wirklichkeit nicht auseinanderklaffen. Zudem sollte man sich seiner persönlichen Risikoneigung bewusst werden.

Mit anderen Worten, bis zu wie viel Prozent Verlust halte ich theoretisch maximal aus?“ Der dritte Schritt sei es, sich einen guten Berater zu suchen, zum Beispiel in einer der Banken, die vor Ort traditionell bestens mit dem gewerblichen Mittelstand verbunden seien. Mit ihm gemeinsam könne man dann eine Vermögensstrategie entwickeln und auf die Ruhestands-Finanzierung hinarbeiten.

Vermögen mit kleineren Beträgen

Nun sind die liquiden Mittel bei Hoteliers und Gastronomen nicht immer groß – häufig bleibt monatlich einfach nicht genug vom Unternehmereinkommen übrig, um substanziell und strukturiert etwas zur Seite zu legen. Deshalb ist eine Frage für die eigene Planung wichtig: Kann man auch mit kleinen Beträgen ein Vermögen aufbauen? Für einen Experten wie Reinke ist die Antwort eindeutig: „Selbstverständlich kann man das.“ Fondssparpläne etwa seien schon ab 50 Euro pro Monat möglich. Zur Verdeutlichung gibt der Union-Vorstandsvorsitzende ein Beispiel aus dem eigenen Hause.

Beim weltweit anlegenden Aktienfonds UniGlobal habe es noch nie einen Zeitpunkt gegeben, an dem man mit einem Sparplan in diesem Fonds nach 15 Jahren noch im Minus gewesen wäre. Das gelte für alle Zeiträume, alle Crashs wie 2001 und 2008 mit eingerechnet. „Im Zehnjahreszeitraum lag das Verlustrisiko bei einer Wahrscheinlichkeit von elf Prozent – die Möglichkeit, eine Rendite von mehr als fünf Prozent zu erzielen, hingegen bei 53 Prozent. Über einen Zeitraum von 20 Jahren steigt die Wahrscheinlichkeit einer fünfprozentigen Mindestrendite sogar auf 87 Prozent – ohne Verlustrisiko.“

Solche monatlichen Sparpläne bieten im Übrigen auch bankenunabhängige Vermögensverwalter an. Und zwar in ihren vermögensverwaltenden Fonds. Der Vermögensverwalter nutzt dabei seine Kenntnisse, die er auch in der individuellen Verwaltung der Kundenvermögen einsetzt. Das heißt, dass ein solcher Fonds immer genau das widerspiegelt, für das der Vermögensverwalter steht. Er bündelt darin seine Arbeit einfach für das gesammelte Vermögen vieler Mandanten.

Der Vorteil vieler vermögensverwaltender Fonds: Die Verwalter treffen ihre Anlageentscheidungen laut Branchenaussagen nur zum Wohle des Kunden und haben keine Vorgaben „von oben“ – das Ziel sei es, die verschiedenen Assetklassen so zueinander zu gewichten, dass sich unter möglichst geringen Schwankungen langfristig eine attraktive positive Rendite ergäben, heißt es aus der Branche. Jeder kann in einen vermögensverwaltenden Fonds investieren und so von der Strategie eines Vermögensverwalters profitieren.

Schon mit wenigen Tausend Euro kann man einsteigen oder auch mit monatlichen Summen einen Sparplan abschließen, um langfristig ein Vermögen unter professioneller Betreuung aufzubauen. Und so kann sich diese individuellere Modell, deren Kosten sich normalerweise auf jährlich ein Prozent der Anlagesumme belaufen, auch für Hoteliers und Gastronomen lohnen. Und der Unternehmer kann sich auf seinen wohlverdienten Ruhestand freuen.