Steuer also für etwas, das direkt gar nichts kostet! So etwas gibt es scheinbar nur in Deutschland.

Herausgekommen ist in diesem Jahr, dass die Parkgebühren für Hotelstellplätze mit einem Steuersatz von 19 Prozent verrechnet werden müssen. Nach dem Frühstück, dem Wlan und der Sauna nun also ein weiterer Leistungsbereich, der nicht gemeinsam mit dem Zimmerpreis zum reduzierten Mehrwertsteuersatz verrechnet werden darf. Das könnte man ja irgendwie noch verstehen. Das Verständnis endet dann aber an der Stelle, dass als vermeintlich logische Konsequenz auch die kostenlosen Parkplätze einem Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent unterliegen. In der Praxis bedeutet dies: Der Hotelier muss die kalkulatorischen Kosten für jeden Stellplatz ermitteln, auf die Zahl der Gäste umlegen und den entsprechenden Betrag in der Hotelrechnung mit 19 Prozent Mehrwertsteuer ansetzen – allerdings nur, wenn der Gast auch tatsächlich mit einem Auto angereist ist.

Die Regelung gilt laut Aussage des Bundesfinanzministeriums nur für Hotels. Bei Supermärkten, bei denen auch die meisten Kunden auf kostenlosen Parkplätzen ihr Auto abstellen und die meisten Produkte mit einem Steuersatz von 7 Prozent über den Ladentisch gehen. Gleichheit vor dem Steuerrecht sieht anders aus.