Roboter, die in der Küche das Essen zubereiten? Hotels, in denen der Gast vom Check-in bis zum Check-out keinen Mitarbeiter mehr sieht? Bestellungen, die per Touch-Screen direkt in die Küche übertragen werden? Abrechnungen und Buchhaltungen, die vollautomatisch erstellt werden? Warenwirtschaft, bei der der Bestand schon bei der Bestellung aktualisiert wird? Manches davon scheint Zukunftsmusik, vieles ist aber schon in greifbarer Nähe.

An dieser Stelle sei eine Trennung zwischen Hotellerie und Gastronomie erlaubt. Denn: Die deutsche Hotellerie gehört – das zeigen Untersuchungen immer wieder – zu den Branchen, die bei der Digitalisierung schon ganz weit vorne sind. Das ist sicherlich nachvollziehbar, denn mit klaren Strukturen von der Online-Buchung bis zum Check-out, mit planbaren Prozessen und zahlreichen digitalen Kontaktpunkten zu den Gästen bietet das Beherbergungsgewerbe ideale Voraussetzungen für den Sprung ins digitale Zeitalter. Dennoch: Auch in der Hotellerie sind die Potenziale noch lange nicht ausgeschöpft, insbesondere die Verknüpfung einzelner Lösungen sowie die Strukturierung der Prozesse im Hintergrund.

Ganz anders sieht es in der Gastronomie aus. Zwar haben viele Bedienungen anstelle eines Schreibblocks inzwischen ein Tablet in der Hand, um die Bestellung aufzunehmen. Mit der Verbindung zur digitalen Kasse ist dann aber die Digitalisierung oft schon abgeschlossen. In der Küche rattert dann der Bondrucker, Umbestellungen werden auf Zuruf erledigt und der Einkauf am nächsten Tag so erledigt wie schon immer: mit einer handgeschriebenen Einkaufsliste. Lösungen für diese Themen gibt es reichlich – von der Online-Tischreservierung über die digitale Personalplanung bis hin zum Küchenmonitoring oder der digitalen Warenwirtschaft.

Die Herausforderung für viele Gastronomen ist der Start. Den kompletten Betrieb auf einmal zu digitalisieren, wird sicherlich nicht funktionieren. Vielleicht läuft es aber auch so wie bei der Hotellerie, wo durch Online-Buchungen plötzlich eine riesige Nachfrage nach digitalen Lösungen entstand. Die Konsequenzen: Wer heute nicht online buchbar ist, hat keine Chance mehr am Markt. Wer aber online buchbar sein will, muss seinen Betrieb bis zu einem gewissen Grad digitalisieren.

Genauso könnten auch die Gastronomen beispielsweise die neuen Anforderungen an das Kassensystem als Initialzündung für die Digitalisierung verstehen. Wer da schon auf dem aktuellen Stand ist, kann ruhig einen Schritt weiter gehen. Wichtig ist nur, dass die Digitalisierung endlich ins Laufen kommt.