GASTGEWERBE MAGAZIN: Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Fairtrade für Hotellerie und Gastronomie?

Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair

Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair (Foto: TransFair e.V. / Holz)

Ökologische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte gewinnen in der Hotellerie und Gastronomie immer mehr an Bedeutung. Fairtrade bietet die Möglichkeit, hier konkret zu handeln. Wir erfahren ein wachsendes Interesse aus allen Bereichen des Außer-Haus-Marktes: Immer mehr Kantinen, Mensen, Coffee Shops, Restaurants, Systemgastronomie, Bäckereien und Cafés nehmen fair gehandelte Produkte in ihre Menüs und Angebote auf.

Der Außer-Haus-Markt ist ein wichtiger Motor für Fairtrade. Fast ein Drittel des fair gehandelten Kaffees wird in der Gastronomie getrunken. Ich bin überzeugt, dass durch das wachsende Angebot an Produkten, die auf die besonderen Anforderungen des Außer-Haus-Markts zugeschnitten sind, Fairtrade zu einem wichtigen Faktor für die Hotellerie werden wird.

Sie kooperieren mit Darboven. Was steckt dahinter?

Darboven war 1993 einer der ersten Markenartikler, der einen Lizenzvertrag mit TransFair geschlossen und der es mit fair gehandeltem Kaffee in die Supermarktregale geschafft hat. Darboven bietet mit den verschiedenen Produktkategorien des „Café Intención“ ein hochwertiges, fair gehandeltes Markenprodukt an, das in verschiedenen Vertriebskanälen, vom Einzelhandel bis zur Gastronomie, sehr erfolgreich ist.

Wie sehen Sie die Fairtrade-Zukunft? Was kann noch kommen, wo sind die Grenzen im Gastgewerbe?

In der Gastronomie und Hotellerie kann in Sachen Fairtrade noch viel passieren: Im April wurde mit Kosmetik mit Fairtrade-Bestandteilen die jüngste Produktgruppe im deutschen Markt eingeführt. Eine interessante Kategorie für die Hotellerie, denn jetzt können Hotelzimmer neben fairen „Betthupferln“, Heißgetränken, Bettwäsche oder Handtüchern aus Fairtrade-Baumwolle auch mit Seife, Duschgel und Handcremes ausgestattet werden. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Fairtrade im Gastgewerbe als positiver Mehrwert wahrgenommen wird. Daher ist es wichtig, Fairtrade sichtbar zu machen. Der Außer-Haus-Markt hat hierfür viele Möglichkeiten und sollte diese Chance nutzen. Die Gäste finden es gut, wenn sie auch einen Beitrag für eine bessere Welt leisten können. Das Fairtrade-Siegel ist mit dem Bio-Siegel und dem Blauen Engel das bekannteste Siegel in Deutschland.