GASTGEWERBE  MAGAZIN: Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Unternehmen in Finanzierungsfragen?

Andreas Schreiner

Andreas Schreiner

Andreas Schreiner: Nach wie vor gibt es in Deutschland sowie allen Bundesländern in einem gewissen Maße einen „Förderdschungel“. Es kann sich im Förderbereich um Kreditprogramme handeln, beispielsweise die der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW, die zum Teil zinssubventioniert und besicherungsfrei angeboten werden. Zum anderen gibt es Bürgschaftsprogramme sowie Beteiligungsprogramme in den einzelnen Ländern, meist vergeben durch die örtlichen Bürgschaftsbanken sowie Beteiligungsgesellschaften. Auch hiervon hat in vielen unserer Fälle das Gastgewerbe profitiert. „Last but not least“ erwähnt werden müssen unbedingt die Zuschussprogramme. Es handelt sich hier tatsächlich um nicht rückzahlbare Zuschüsse, also echte Geschenke, die quotal je nach Förderthema vergeben werden. So ist in einigen Bundesländern bis zu 50 Prozent auf gastgewerbliche Investitionen möglich, wenn bestimmte Förderkriterien erfüllt werden.

Worauf müssen Unternehmen achten?

Gerade das oftmals eigenkapitalschwache Gastgewerbe im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen sollte auf diese vielfältigen Fördermöglichkeiten ein Auge haben. Es gibt zum einen Programme, die durch den Bund aufgelegt wurden, andere werden durch die Länder und hier wiederum durch verschiedene Ministerien gesteuert. So kann es auch durchaus Förderprogramme eines Landwirtschaftsministeriums geben, von denen das Gastgewerbe profitieren kann.

Sich hier zurecht zu finden, ist sicherlich nicht leicht. Zudem müssen verschiedene Finanzierungsbausteine zusammenpassen, nicht alles geht mit einander, hier gibt es EU-rechtliche Beschränkungen. Zudem muss das ganze Finanzierungspaket vor allem zu dem Unternehmen, seiner Rentabilität sowie Liquidität passen. Diesbezüglich kann man sich beraten lassen. Ich empfehle nicht nur aus eigenem Interesse, unbedingt eine unabhängige, fachlich versierte externe Beratungsgesellschaft einzubinden.

Einfach nur „bequem“ zu einer Bank zu gehen, ist deshalb viel zu wenig, weil diese allzu oft nur ihre eigenen Kreditprogramme in den Vordergrund stellt. Für Beratungsleistungen eines externen und anerkannten Beratungsunternehmens gibt es unterschiedliche Fördermöglichkeiten. Zum einen gibt es die klassische Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft (BAW). Damit können Unternehmen einen gewissen Anteil der Beratungskosten aus Bundesmitteln refinanziert bekommen. In einigen Bundesländern gibt es zudem alternativ die Möglichkeit, sich über Landesprogramme gefördert beraten zu lassen.

Was bringt eine Förderung?

Eine Förderung verbessert schlichtweg die Ausgangslage, um überhaupt eine Finanzierung zu bekommen, wenn beispielsweise durch besicherungsfreie Kredite, Bürgschaften oder Beteiligungen sowie Zuschüsse die Finanzierung überhaupt erst möglich wird. Zum andere wird das Investitionsvorhaben durch die eingesetzten Fördermittel einfach rentabler und/oder zu Beginn liquiditätsschonender. Ein Blick auf die vorstehend genannten Fördermöglichkeiten zeigt, dass durch Bürgschaftsprogramme oder besicherungsfreie Darlehen das Besicherungsproblem gelöst werden kann.

Durch zinssubventionierte Kredite sowie Zuschüsse werden zudem die Rentabilität sowie Liquidität durch die ersparten Mehraufwendungen für Zinsen und Tilgungen gestärkt. Ein Grundsatz sollte jedoch beachtet werden: Eine Finanzierung sollte sich grundsätzlich überschlägig auch ohne Förderkredite rechnen. Machen nur die Förderkredite eine Investition überhaupt möglich, ist es vermutlich insgesamt zu knapp und riskant. Von dieser Bemerkung ausnehmen kann man natürlich den Fall, wenn eine sehr hohe Quote an Zuschüssen gewährt wird. Diese machen Finanzierungen gerade dann sinnvoll, wenn der Kapitaldienst bei einer kompletten Finanzierung durch das Unternehmen nur knapp oder nicht zu stemmen sein könnte.

Wie finden die Unternehmer die richtige Förderung?

Politisch korrekt wäre es zu sagen: Informieren Sie sich bei den örtlichen Kammern oder Förderinstituten selbst. Mein Tipp ist ein anderer: Suchen Sie sich ein fachlich versiertes, das heißt im DEHOGA organisiertes und somit in der gastgewerblichen Branche anerkanntes Beratungsunternehmen, vereinbaren Sie ein unverbindliches Vorgespräch und erfahren Sie bei dieser Gelegenheit, welche Förderinstrumentarien vor Ort im konkreten Fall überhaupt in Frage kommen und was vor allem ganz praktisch auch funktioniert! Der Berater kann natürlich die Förderinstrumentarien nicht garantieren, er kennt aber in der Regel aber die Programme, die hervorragenden zusammenpassen und auf die das Unternehmen auch tatsächlich eine Chance hat. Das erspart eine Menge Lauferei, Irrtümer und somit Zeit.

Weitere Informationen gibt es unter:

> www.foerderdatenbank.de

> www.existenzgruender.de

> www.kfw.de

Dort werden Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union vorgestellt.