Gastgewerbe Magazin: Aus Ihrer täglichen Beratungspraxis – Wo sind die häufigsten Ansatzpunkte für Maßnahmen zur Energieeinsparung in Hotellerie und Gastronomie?

Jakob Kronberger: Die Ansatzpunkte sind so vielfältig wie die Betriebe. Im Rahmen unserer Analysen schaffen wir zunächst Transparenz und fragen uns: Wo bzw. wofür wird die Energie verbraucht? Dann wird untersucht, mit welchen Maßnahmen man den Verbrauch reduzieren kann. In den Betrieben gibt es da viele Stiefkinder in den Bereichen Heizung, Lüftung, Kälte, Regelungsanlagen etc. Da kann man durch organisatorische Umstellungen und beim Nutzungsverhalten bereits viel Energie einsparen. Lösungen, die höhere Investitionen erfordern, hängen von der Amortisationszeit ab und natürlich auch davon, ob es ein Eigen- oder Pachtbetrieb ist. Neben der Energieeinsparung sollte auch die Beschaffung der Energie ins Auge gefasst werden – und da kann man jede Menge sparen.

Wie wichtig sind energetische Maßnahmen aus Ihrer Sicht?

Sicherlich gibt es einige wenige Betriebe, die nicht auf ein paar Tausender mehr oder weniger angewiesen sind. Für die meisten jedoch ist eine wirtschaftliche Betriebsführung Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft.

Ist das eine Frage der Ökologie oder der Ökonomie?

Fast 100 Prozent der ökonomischen Maßnahmen haben eine positive Auswirkung auf die Umwelt. Also: Wenn ich Strom-, Heizungs- und Wasserverbrauch reduziere, sinken die Kosten und gleichzeitig werden die Ressourcen geschont.

Was macht mehr Sinn: eine große Maßnahme oder viele kleine?

Wir ermitteln für den Kunden den Nutzen und den Aufwand für die vorgeschlagenen Maßnahmen. Der Kunde kann dann selbst entscheiden, ob er auf kurze Amortisationszeiten, geringen Kapitalbedarf oder eine grundlegende Weichenstellung abstellt. Erfahrungsgemäß wird mit den kleinen, einfach umzusetzenden Maßnahmen mit schnellem Erfolg begonnen. Ob kleine oder große Maßnahme: Sinnvoll ist die kontinuierliche Umsetzung des Maßnahmenkataloges. Nur so macht die Beratung Sinn, und der Kunde ist nach ein paar Jahren zufrieden. Die Aussage „Die Beratung war ja ganz interessant, aber gebracht hat uns das nichts“ ist für beide Seiten sinnlos. Deshalb unterstützen wir auch bei der Umsetzung.

Viele Maßnahmen werden gefördert. Wie wichtig bzw. entscheidend ist diese Förderung?

Die Zahl der Förderprogramme ist hoch. Die BAFA fördert die Energieberatung Mittelstand mit Zuschüssen bis zu 80 Prozent. Dies ermöglicht dem Betrieb eine grundlegende Untersuchung mit niedriger finanzieller Hemmschwelle. Diese Beratung ist sehr umfangreich und vergleichbar mit dem für große Betriebe zwingend erforderlichen Energieaudit. Es gibt diverse Kreditprogramme, die die Umsetzung von Maßnahmen fördern. Außerdem gibt es verschiedene Zuschuss-Förderungen, z. B. 30 Prozent Zuschuss für neue Heizungspumpen, qualifizierte Einstellung von Heizungsanlagen oder Zuschüsse für den Einsatz erneuerbarer Energien. Da es bei Förderprogrammen immer „viel zu lesen und zu bestätigen“ gibt, werden Förderungen oft nur mitgenommen, wenn der ausführende Betrieb bereits Erfahrung mit dem Förderprogramm hat. Aber auch hier unterstützen wir gerne.

Wie wichtig ist eine qualifizierte und unabhängige Beratung?

Diese Frage sollte sich jeder selbst beantworten können. Eine qualifizierte unabhängige Beratung ist natürlich entscheidend. Wer den Verkäufer zum Berater macht, macht – wie es schon das alte Sprichwort sagt – oft den Bock zum Gärtner.

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