Die vergangenen Jahre waren für die deutschen Brauereien und deren Abnehmer, zu denen traditionell das Gastgewerbe gehört, nicht immer nur ein Spaß: Der Bierkonsum hat sich stetig zurückentwickelt, sich verändernde Trinkgewohnheiten bei den Jüngeren und der immer höher werdende Anteil von Älteren – die schlichtweg von allem weniger trinken – sind nur zwei Gründe dafür. In diesem Jahr aber können sich alle Marktteilnehmer freuen: „Der Bierabsatz deutscher Brauereien ist dem Statistischen Bundesamt zufolge im ersten Halbjahr 2014 gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr um 4,4 Prozent oder zwei Millionen Hektoliter gestiegen. Die Brauereien haben demnach von Januar bis Juni insgesamt rund 47,9 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt“, meldet der Deutsche Brauer-Bund DBB.
Das hat verschiedene Gründe. „Ein außergewöhnlich milder Winter, ein warmer Frühling und die Fußball-Weltmeisterschaft im Juni haben dazu beigetragen, dass sich der Bierabsatz in Deutschland im ersten Halbjahr 2014 insgesamt positiv entwickelt hat“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele. Die absatzstärksten Monate seien Februar, April und vor allem der Juni gewesen. Allein für diesen Monat lasse sich gegenüber dem Vorjahresmonat ein Absatzplus von 14 Prozent auf  9,7 Milli-
onen Hektoliter verzeichnen – das höchste Juni-Ergebnis seit vier Jahren. „Die Fußball-Weltmeisterschaft hat die Nachfrage zusätzlich angekurbelt. Manche Brauereien mussten Sonderschichten einlegen, um alle Aufträge erfüllen zu können. Die WM wurde nicht nur für die Fans, sondern auch für einige Brauereien zu einem kleinen Sommermärchen“, erläutert Eichele weiter.
Einige weitere Zahlen, die der DBB bekannt gegeben hat: Der Bierabsatz im Inland sei im Vergleich zu den ersten sechs Monaten in 2013 um 3,1 Prozent auf      39,7 Millionen Hektoliter gestiegen, zusätzlich seien rund 5,2 Millionen Hektoliter (+ 5,3 Prozent) in EU-Länder sowie   2,9 Millionen Hektoliter (+ 22,2 Prozent) in Drittländer wie die USA und China exportiert worden. Damit setze sich der äußerst positive Trend im Export fort, heißt es beim Brauer-Bund erfreut. Die deutsche Brauwirtschaft zeige sich dementsprechend optimistisch und befinde sich auf einem erfolgreichen Kurs.

Ihren festen Platz in der deutschen Bierlandschaft haben Biermischgetränke in diesem Jahr verteidigt. Dazu gehören beispielsweise Radler, Fassbrause und andere Produkte mehr. Die Nachfrage nach diesen Erfrischungen ist weiter gestiegen, und zwar mit einem durchaus imposanten Wert von 13,4 Prozent gegenüber den Zeitraum Januar bis Juni 2013. „Mit 2,2 Millionen Hektolitern machten Mischgetränke nunmehr 4,7 Prozent des gesamten Bierabsatzes im ersten Halbjahr 2014 aus“, erläutert der Brauer-Bund. Ein Zuwachs sei auch bei alkoholfreien Bieren erkennbar. Auch wenn noch keine offiziellen Zahlen vorliegen, geht der Verband nach einem Absatzwachstum von zwölf Prozent in 2013 auch heuer von einer weiteren Zunahme aus.