Das Regelwerk sieht neue Dokumentations-, Probe- und Analysepflichten für die Branche sowie eine Bräunungsfarbskala in den Küchen vor. Der DEHOGA hatte sich im Vorfeld massiv gegen eine solche Verordnung ausgesprochen, denn sie bedeute für die Branche erneut ein bürokratisches Monster. Außerdem sei die Datenlage zu diesem Thema aus Sicht des DEHOGA völlig unzureichend, um auf dieser Basis ein Gesetz zur Acrylamidreduktion zu verabschieden und voreilig ganze Branchen mit ausufernden Pflichten zu belasten. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit sind die Ergebnisse zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Acrylamid, das bei starker Erhitzung von stärkehaltigen Lebensmitteln wie Kartoffel- oder Getreideerzeugnissen entsteht, uneinheitlich. Die genaue Wirkung von Acrylamid auf den menschlichen Organismus konnte bislang nicht geklärt werden.

Neben den grundsätzlichen Bedenken gegen den Verordnungsentwurf ist dieser ungenau formuliert und verstößt gegen den Bestimmtheitsgrundsatz, da nicht klar ist, welche Unternehmen von welchen Maßnahmen betroffen sein werden. „Die Verordnung ist unverhältnismäßig, überflüssig und bürokratisch. Statt Betriebe mit Auflagen zu überziehen, sollte die Öffentlichkeit aufgeklärt werden. Die Verordnung könnte nach dem – geplanten aber glücklicherweise abgewendeten – Olivenölkännchen-Verbot zum neuen Sinnbild einer überzogenen EU-Regelungswut werden“, so der DEHOGA. „Die irrwitzige Forderung nach einer ‚Pommes-Ampel‘ ist sicher nicht geeignet, der um sich greifenden EU-Skepsis entgegenzuwirken.”

Die Verordnung könnte im Frühjahr 2018 in Kraft treten.