Der demografische Wandel ist im Gastgewerbe ein großes Thema. Vor allem wird er herangezogen, wenn es um die Zukunft des Personals in der Branche geht: Es gibt einfach aufgrund der kontinuierlichen Geburtenrückgänge immer weniger junge Leute, um die immer öfter auftretenden Personallücken zu schließen. Gleichzeitig eröffnet dieser demografische Wandel aber auch Chancen für Hotellerie und Gastronomie. Denn durch die Alterung der Gesellschaft steigt auch die Zahl der Senioren, und die sind wiederum vielfach reise-, ausgeh- und ausgabefreudig. Allein für ihre Reisen haben deutsche Senioren jüngst 21 Milliarden Euro ausgegeben, Tendenz steigend.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat schon 2010 die Broschüre „Wirtschaftsfaktor Alter“ herausgegeben und weist darin auf die wirtschaftliche Bedeutung von Menschen über 50 hin. Die höchsten Konsumausgaben hätten die 50- bis 59-Jährigen mit 2580 Euro im Monat. Darunter sind viele sogenannte „DINKS – Double Income no Kids“: Entweder hatten sie nie Kinder oder diese sind inzwischen aus dem Haus, beide Partner sind berufstätig. Diese Doppelverdiener-Paare haben einen Anteil von 72,6 Prozent an dieser Altersgruppe. Auch die 60- bis 65-Jährigen geben 2320 Euro für den privaten Konsum aus. Viele beenden in diesem Alter ihre Berufstätigkeit und nutzen die Zeit für vielfältige Aktivitäten. Die 65- bis 75-Jährigen liegen bei den Konsumausgaben leicht unter dem Durchschnitt von 2180 Euro.

In der Zukunft werden ältere Menschen die wichtigste Konsumentengruppe sein. Bereits heute liegt die Kaufkraft der über 50-Jährigen nach einer Schätzung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bei jährlich rund 640 Milliarden Euro. Damit kommt aktuell jeder zweite Euro des privaten Konsums von den Älteren. Der Anteil dieser Gruppe am Gesamtkonsum wächst bis 2035 auf knapp 60 Prozent, schätzen Experten.

Über 50-Jährige: wichtige Kundengruppe

Erfreulich fürs Gastgewerbe: Urlaub steht für die meisten Menschen ganz oben auf der Liste der Konsumwünsche. Hierin unterscheiden sich die Älteren nicht von anderen Verbrauchern. Sie verreisen sogar besonders gern, stellt die Broschüre heraus. Schon heute seien die über 50-Jährigen eine wichtige Kundengruppe im Tourismus. Ihre Bedeutung wachse schneller als ihr Anteil an der Bevölkerung. Sie verreisen laut dem Bundeswirtschaftsministerium häufiger und länger und geben dabei mehr Geld aus als Jüngere. Oft wählen sie ein Urlaubsziel in Deutschland. Auch Tagesausflüge würden gern unternommen. Sie suchen Erholung in der Natur und sind sportlich aktiv. Zunehmend verreisen Großeltern mit ihren Enkelkindern. Kultur- und Städtereisen seien sehr beliebt, ebenso der Gesundheitstourismus.

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