Die Straße windet sich in engen Kurven nach Zettisch. Es ist der Bayerische Wald, wie man ihn von Bildern kennt: Sanfte Hügel so weit das Auge reicht, Wälder, Wiesen – und doch findet man am Ortseingang der Ortschaft Zettisch einen Betrieb, der mehr Zimmer hat als die ganze Ortschaft Einwohner. Hier steht der Ulrichshof, den Ulrich N. Brandl innerhalb der letzten 20 Jahre aufgebaut und nicht nur zum besten Kinderhotel Europas, sondern zu einer der Top-Destinationen des Bayerischen Waldes gemacht hat.

Ulrich N. Brandl

Ulrich N. Brandl (Foto: DEHOGA Bayern)

Die Geschichte des Ulrichshofs begann 1992. Die Familie Brandl betrieb zu diesem Zeitpunkt einen Bauernhof. Doch für den jungen Landwirtschaftsmeister Ulrich N. Brandl waren die Zukunftsperspektiven in der Landwirtschaft nichts. „Das Korsett war für meinen unternehmerischen Tatendrang zu eng“, erinnert er sich heute an die Reglementierungen in der Landwirtschaft und deren Zukunft. Also hat der „Unternehmer aus Leidenschaft“, wie er sich selbst bezeichnet, nach Alternativen gesucht.

Eine schwierige Situation, denn Anfang der 1990er Jahre lag der Tourismus im Bayerischen Wald am Boden, die Lage war alles andere als optimal, die gesamte Region trotz der Öffnung der Grenzen nach Osten noch nicht der Nabel der Welt.

Die Konzeptidee kam dann aus eigener Erfahrung. „Weil wir selbst gerade zwei kleine Kinder hatten, haben wir mit neun Zimmern angefangen, Urlaub für Familien anzubieten“, erinnert er sich. Damit hatte er eine klassische Marktlücke gefunden. „Ich habe es konsequenter gemacht“, beschreibt er die Idee hinter dem Konzept. Wie? „Da sind Tausende Kleinigkeiten.“ Das fängt bei den niedrigeren Handläufen für die Kinder an, damit diese Treppen sicher steigen können. Auch gesicherte Bereiche für Kleinkinder gehören dazu, genauso wie der spezielle Türschutz oder die Babyphon-Anlage im ganzen Haus, auf der der Status für jedes einzelne Zimmer angezeigt wird.

Dass Kinder ihr Essen zuerst bekommen, ist im Ulrichshof selbstverständlich. „Es geht um den grundsätzlichen Serviceansatz“, sagt Brandl. Es müsse einem klar sein, dass Kinder anders ticken, sowohl die Kinder, aber auch die Eltern andere Anforderungen hätten. „So etwas schafft man nur aus eigener Betroffenheit, wie wir vor 20 Jahren, oder mit einem großen Erfahrungsschatz, wie wir ihn heute haben.“ Künstlich schaffen kann man den Ulrichshof nicht. Kopieren schon gar nicht.

Der Erfolg gab und gibt Brandl und seinem Konzept recht. Immer wieder hat er gebaut, schon nach zwei Jahren die Zimmerzahl versechsfacht, neue Angebote geschaffen, modernisiert und aktualisiert. „Ein Investitionsstau ist immer der Anfang vom Ende“, sagt er. Denn gerade an einem schlechten Standort müsse man für Gäste nicht nur Hotel, sondern gleichsam Destination sein. „Man muss Attraktionen und Attraktivität selbst schaffen“, weiß Brandl.

Da hat er jetzt noch einmal einen großen Schritt gemacht. Mit einem Investitionsvolumen von über zwölf Millionen Euro hat er nicht nur 40 neue Zimmer mit modernster Einrichtung geschaffen, hat ganze Pool- und Wasserlandschaften gestaltet, sondern auch die Natur ins Haus geholt. Im landschaftlich geprägten Umfeld des Bayerischen Waldes hat er einen architektonischen Akzent gesetzt. Ein Ausrufezeichen für die Region. Der Ulrichshof ist mehr denn je ein eigenes Reich, ein Resort, in dem die Kinder ständig etwas erleben können – in der hauseigenen Kinderbetreuung genauso wie am Waldspielplatz, im Reitstall oder der Pool-Landschaft.

Im Ulrichshof im Bayerischen Wald finden Eltern und Kinder genau das, was sie brauchen.

Im Ulrichshof im Bayerischen Wald finden Eltern und Kinder genau das, was sie brauchen. (Foto: Ulrichshof)

Und er hat das Konzept weiter entwickelt. „Wir wollen, dass sich bei uns Kinder und Eltern wohl fühlen“, sagt Brandl. Deshalb gibt es jetzt auch Bereiche, in denen die Eltern Ruhe haben können, sich erholen und entspannen können. Wellness und Erholung ohne Kinderlärm – das kommt auch und gerade bei Eltern wie Großeltern gut an. Denn der Ulrichshof hat sich mit den Jahren als Treffpunkt für Familien-Clans entwickelt. „Es kommt immer häufiger vor, dass gleich drei Generationen einer Familie zu Gast sind, die oft berufsbedingt auf der ganzen Welt verstreut leben“, berichtet Brandl. Dafür gibt es jetzt Bereiche, in denen die Kinder toben können, wie die Spielhöhle „Schrazlland“ unter der Lobby oder die ganztägige Kinderbetreuung, gibt es Entdeckungsbereiche wie die Märchenlandschaft in der großzügig verglasten Lobby, dafür aber auch den Wellness-Bereich nur für Erwachsene oder die Executive-Lounge mit Rundum-Versorgung als Rückzugsraum.

Brandl, der auch Präsident des DEHOGA Bayern ist, sieht seine Mitbewerber in Österreich und Südtirol. Bayern stehe immer in Konkurrenz mit diesen Regionen, weniger mit Südeuropa oder anderen Destinationen. „Wir bieten ein sicheres Umfeld und eine Region, in der wir nichts verstecken müssen. Überall gepflegte Landschaften“, sagt er. Sein Vorteil: ein klar fokussiertes und hochwertiges Angebot, das für die Zielgruppe maßgeschneidert ist. Mit dem Neubau hat er dabei einen weiteren Meilenstein gesetzt, dem kaum einer folgen können wird.