Diese gewaltige Zahl wundert kaum, schaut man auf die Entwicklung der Energiepreise in den vergangenen Jahren, wie das Wirtschaftsministerium sie in der jüngsten Tabelle „Entwicklung von Energiepreisen und Preisindizes“ (Stand: März 2011) darstellt: Lag der Preis für Privathaushalte 1991 pro Kilowattstunde noch bei 3,55 Cent, stieg er bis 2001 auf 4,84 Cent und im vergangenen Jahr auf 6,36 Cent. Das sind fast 80 Prozent mehr als noch vor 20 Jahren, und auch für andere Energieträger wie Heizöl, Strom und Fernwärme stiegen und steigen die Kosten in zuvor nie da gewesene Höhen.

Die Kampagne will Hoteliers und Gastronomen dabei helfen, ihren Energieverbrauch nachhaltig und effektiv zu senken“, sagt DEHOGA-Präsident Ernst Fischer

Aus diesem Grund haben der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband und der Hotelverband Deutschland gemeinsam mit dem Umweltministerium schon vor fünf Jahren die „Energiekampagne Gastgewerbe“ ins Leben gerufen. „Die Kampagne will Hoteliers und Gastronomen dabei helfen, ihren Energieverbrauch nachhaltig und effektiv zu senken“, sagt DEHOGA-Präsident Ernst Fischer zu dieser Thematik. Das heißt: Die Energiekampagne Gastgewerbe hat das Ziel, Mitgliedsunternehmen dahin gehend zu unterstützen, dass sie die Umwelt und gleichzeitig ihr Konto schonen – denn weniger und durchdachter Energieverbrauch ist gut für alle. Auch die DEHOGA-Landesverbände beteiligen sich an der wichtigen Kampagne.

Das Gastgewerbe war übrigens die erste Dienstleistungsbranche in Deutschland, die mit einer solchen Kampagne einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz geleistet hat. „Wir haben frühzeitig die besondere Verantwortung der Branche erkannt und die Mitglieder bei allen Fragen rund um das Thema Energiesparen und Umweltschutz unterstützt“, heißt es dementsprechend in Berlin. Die heutige Energiekampagne Gastgewerbe setze vergangene Initiativen des DEHOGA Bundesverbandes zu einer umweltorientierten Betriebsführung fort.

Energiekampagne Gastgewerbe

Die Energiekampagne Gastgewerbe versammelt zahlreiche Handlungsempfehlungen, Tipps und Tricks für gastgewerbliche Unternehmer, um ihren Energieverbrauch zu senken und Kosten zu sparen. Mittlerweile machen rund 5.400 Hoteliers und Gastronomen bei der Kampagne mit; die Hotelbetreiber sind mit 44 Prozent in der Überzahl, danach folgen laut DEHOGA Bundesverband Gaststättenbesitzer (32 Prozent) vor Gasthofbetreibern (zehn Prozent) und sonstigen Betrieben wie Cafés, Diskotheken etc. mit 14 Prozent. Das ist ein sehr guter Erfolg für die Initiatoren der Aktion und zeigt deren Bedeutung und Wertschätzung – gingen die Verbände doch beim Start der „Energiekampagne Gastgewerbe“ von nur rund 3000 Teilnehmern für diese Laufzeit aus.
Als das „zentrale Element der Kampagne“ stellt Präsident Fischer die Internetseite www.energiekampagne-gastgewerbe.de heraus: „Sie stellt für die teilnehmenden Betriebe eine Informationsplattform rund um das Thema Energiesparen und Energieeffi­zienz in Hotellerie und Gastronomie dar.“
Auf der Homepage finden Interessierte Hintergrundinformationen, anschauliche Berechnungen, Grafiken zu zahlreichen speziellen Themenbereichen. Für den Fall, dass größere Investitionen zum Energiesparen geplant sind, ermöglicht der DEHOGA Bundesverband als Betreiber der Seiten einen Blick auf wesentliche Informationen über Förderprogramme.

Unter der Überschrift „Wo Energie sparen?“ stellt die Internetseite fünf Bereiche vor, in denen sich der Energieverbrauch und damit auch die Kosten senken lassen (die detaillierten, ausführlichen Informationen mit allen Ratschlägen finden sich auf der Internetseite).

Organisatorische Sofortmaßnahmen

Darunter versteht der DEHOGA Bundesverband energieeffiziente Maßnahmen, die jeder Unternehmer ohne großen Aufwand oder gar Investitionen in seinem Betrieb umsetzen kann. Für die tägliche Arbeit müsse in jedem Falle gelten, dass nur so viel Energie wie nötig verbraucht werde – und vor allem nur dann, wenn man sie wirklich brauche. Ein Beispiel aus der Praxis verdeutlicht das Motto: Wenn der Gussplattenherd um 10 Uhr bereit sein muss, sollte so geplant werden, dass er nicht zu früh eingeschaltet wird – sonst frisst er unnötig Energie.

Technische Sofortmaßnahmen

Nicht alles lässt sich ohne technische Hilfsmittel regeln. Denn oftmals macht zum Beispiel schon die optimierte Nutzung oder Erneuerung von Reglern oder auch Schaltuhren Sinn, um schonender mit Ressourcen umzugehen. Wer mehr investieren will beziehungsweise kann, kann beispielsweise etwas bei der Heizung tun: Zu große Kessel, unzureichend regelbare Heizanlagen, mangelhaft gedämmte Rohre oder Kesselanlagen verursachen hohe Kosten in Beherbergungsbetrieben. Moderne Technik dagegen ermöglicht erhebliche Einsparungen bei den jährlichen Heizkosten.

Betriebsbereiche

• Küche: Kochen ist eine energieintensive Angelegenheit: Mit einer Kilowattstunde Energie kann man, Verluste nicht eingerechnet, zum Beispiel zehn Kilo Eis auftauen, zehn Liter Wasser zum Sieden bringen oder knapp zwei Liter Wasser verdampfen. Das heißt: Wärmeprozesse in der Küche sind sehr energieintensiv und dementsprechend teuer. Für die Zubereitung einer warmen Mahlzeit werden im Schnitt vier Kilowattstunden Energie verbraucht. Das Thema Energiesparen in der Küche außer Acht zu lassen, kann also ins Geld gehen. Doch was tun, um kostspieligen Verlusten zu begegnen? Eine „just in time“- Produktion von kleinen Mengen in modernen Geräten wie einem Kombidämpfer kann oft vorteilhaft sein. Die gleichzeitige Produktion großer Mengen in einem Kippkessel auf Vorrat mit gekühlter Zwischenlagerung und anschließendem Regenerieren und Warmhalten hingegen verbraucht sehr viel Energie. Übrigens: In der energieeffizienten Küche herrscht ein besseres Raumklima, weil weniger Wärmeabstrahlung und Dampf entsteht.

• Housekeeping und Gästezimmer: Zusätzlich zum nicht unwesentlichen Energieverbrauch, den Hotels ohnehin haben, kommt der der Gäste. Die Formel lautet also: Energiekosten senken, ohne den Komfort zu reduzieren. Das klappt? Und ob! Einige einfache Experten-Tipps: Stand-by-Modus elektrischer Geräte vermeiden, Türen und Fenster abdichten, tropfende Wasserhähne sofort reparieren – gar nicht schwierig.

Energiekosten senken (istockphoto.de)

• Wellness: Hallenbäder und andere Wellness-Einrichtungen in Hotels sind attraktive Angebote und bei den Gästen beliebt. Es sind aber auch Energievernichter – wenn man nicht ein wenig aufpasst. Beheizte Schwimmbecken beispielsweise sollten über Nacht oder während längerer Ruhephasen vollständig abgedeckt werden, um den Wärmeverlust zu verringern. Dadurch wird verschwenderische Belüftung und das Beheizen der Pools während der Ruhephasen überflüssig. Zudem sollten Rohrleitungen und Tankbehälter gut isoliert sein. Ist dies nicht gewährleistet, kann bereits die Hälfte der Wärme auf dem Weg verloren gehen. Eine effektive Ummantelung kann hierbei Verluste von bis zu 70 Prozent vermeiden.

• Restaurant/Bar: In Bar und Restaurant ist Energieeinsparung durch eine gezielte Schulung der Mitarbeiter möglich. Durch eine regelmäßige Wartung aller technischen Geräte lassen sich Ausfälle vermeiden und eine gute Ausnutzung der eingesetzten Energie erreichen. Eine durchdachte Planung der Beleuchtung und Belüftung hilft nicht nur, Energie zu sparen, sondern dient auch der Komfortverbesserung für die Gäste.

• Wäscherei: Ganz gleich ob kleiner Familienbetrieb oder internationales Fünf-Sterne-Haus: Neben den großen Stromverbrauchern wie Küchengeräte, Kälteerzeugung oder Beleuchtung macht die Wäscherei zwischen 15 und 30 Prozent des gesamten Stromverbrauchs eines Betriebes aus. Doch auch hier gilt: Kleine Tricks helfen sparen und tun nicht weh: zum Beispiel, die Wäsche vor der Reinigung vorzusortieren und nur leicht verschmutzte Wäsche mit kürzeren Waschgängen zu waschen. Oder man weicht die Wäsche ein, so dass man sich den Vorwaschgang sparen kann. Und wer schon beim Kauf von Handtüchern und Co. einen Blick auf die spätere Pflege hat, kann noch einmal die Effizienz steigern: Mangelfreie Wäsche etwa spart Geld und Zeit.

• Andere Bereiche: Nicht alle Räume können exakt Betriebsbereichen zugeordnet werden – doch auch in diesen liegt Sparpotenzial. Und das nicht einmal verborgen, sondern meistens relativ offen. Man muss nur zugreifen und die Chancen nutzen. Zum Beispiel brennt das Licht in Fluren, Garagen und Lagerräumen oft viel länger als nötig. Eine einzige 60-Watt-Lampe im Hotelflur, die zwölf Stunden am Tag brennt, verbraucht jährlich rund 260 Kilowattstunden Strom. Das entspricht beim gegenwärtigen Strompreis ungefähr 50 Euro im Jahr. Die Steuerung der Flurbeleuchtung mit Hilfe von Bewegungsmeldern kann sich somit sehr schnell lohnen.

Ebenfalls sind auf der Internetseite www.energiekampagne-gastgewerbe.de mittlerweile 25 sogenannte Energiesparblätter zum kostenlosen Download verfügbar. Von der Heizung über die Beleuchtung bis zu anschaulichen Fallbeispielen: Alle Energiesparblätter halten auf mehreren Seiten zahlreiche konkrete Tipps bereit, um den gastgewerblichen Lesern beim Energiesparen auf allen Ebenen behilflich zu sein. In den Ausführungen finden sich Grafiken, Tabellen und auch Checklisten, wodurch die Nutzer ihren Betrieb überprüfen und leicht erkennen können, wie Verbesserung Not tut. Die Energiesparblätter ergeben zusammen ein wahres Kompendium der Energieeffizienz und erleichtern die alltägliche Arbeit erheblich.

Interessierte können sich auch für das Energie-Sparprogramm des DEHOGA anmelden und auf einem Energiekonto die Verbrauchsdaten des Unternehmens eintragen. Das Programm wertet die Daten aus und gibt Spartipps.

Ernst Fischer weist zudem auf die Möglichkeit der persönlichen Beratung im Rahmen der Energiekampagne hin. „Wir bieten zusätzlich eine regelmäßige wöchentliche Telefon-Hotline an. Jeden Dienstag steht von 10 bis 14 Uhr ein Energieexperte telefonisch für Fragen rund um das Thema Energiesparen, zur Energiekampagne und zum Energie-Sparprogramm zur Verfügung.“ Telefon: 0700/726 252 42 (zwölf Cent pro Minute aus dem Festnetz). Unter dieser Nummer und auf der Internetseite können sich Hoteliers und Gastronomen auch direkt bei der Energiekampagne anmelden.

DEHOGA Umweltcheck

Ein brandaktuelles Instrument, Betriebe für den Gast zu zertifizieren und gleichzeitig über ihre Energieeffizienz zu informieren, ist der Umweltcheck des DEHOGA Bundesverbandes. Er ist die Weiterentwicklung des Energie-Sparprogramms. „Für den Umweltcheck werden die Verbrauchsdaten im Bezug auf Übernachtungen,

Ullrich Langhoff (Foto:privat)

Essensausgaben und Veranstaltungen mit Menüabfolge benötigt. Aus diesen Kennzahlen wird dann ermittelt, wie gut oder schlecht der Energieverbrauch eines Hauses ist.
Dafür haben wir Mediane entwickelt“, erläutert Ullrich Langhoff, Vorstandsvorsitzender der bundesweiten Umwelt-Dachmarke „Viabono“ und Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt im DEHOGA Bundesverband. „So können wir für ein Unternehmen darstellen, wie mit Energie umgegangen wird und welche Haltung es somit bei Umweltfragen einnimmt.“ Teilnehmer des Umweltchecks können mit einem Siegel in Bronze, Silber oder Gold ausgezeichnet werden; das zeigt den Gästen, wie sich Betriebe in Fragen des Klima- und Umweltschutzes engagieren.

Der Vorteil ist die Transparenz der Zertifizierung: „Gäste erkennen anhand der Daten ganz genau, warum welches Siegel vergeben wurde und von welchen Kriterien zum Beispiel die nächsthöhere Stufe abhängt“, sagt Langhoff. Das sei gut für die Außendarstellung – und auch für die Energieeffizienz des Unternehmens. Denn die Betriebe können durch die Auswertung ganz leicht sehen, an welchen Stellen Optimierungsbedarf besteht. Für Ullrich Langhoff heißt das: „So kommen für die Unternehmen Einsparpotenziale zustande.“

Von einem „sehr wichtigen Thema für die Branche“ spricht Langhoff, wenn es um Energie im Allgemeinen und den Umweltcheck im Speziellen geht. „Es ist glaubhaft, einfach und unkompliziert. Und vor allem bedeutet die Teilnahme nur einen kaum spürbaren finanziellen Aufwand für die Betriebe – ganz im Gegensatz zu anderen Zertifizierungen in diesem Bereich.“ Der Arbeitskreis-Leiter erwartet bei einer guten Begleitung und Unterstützung der Initiative durch die Landesverbände bis zu 2000 Teilnehmer innerhalb des ersten Jahres und lobt vor allem den Einsatz des Bundesverbandes: „Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges macht sich als Schirmherrin für den Umweltcheck stark, inhaltlich wird dieser von Stephan Büttner begleitet.“

Patrick Rothkopf (Foto: DEHOGA NRW)

Als Umweltdezernent ist DEHOGA Nordrhein-Präsidiumsmitglied Patrick Rothkopf ein Fachmann für Energiefragen. Für ihn hat die ganze Diskussion über Energie und Energieeffizienz zwei Säulen. „Zum einen geht es natürlich um die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens in Zeiten steigender Kosten. Aber der Umweltaspekt ist ebenfalls sehr wichtig, der auch in der Öffentlichkeit immer stärkere Beachtung findet.“ Aus diesem Grund unterstützt der Hotelier und Gastronom das Ansinnen des Bundesverbandes, mit dem Umweltcheck ein allgemein gültiges Gütesiegel auf den Markt zu bringen: „Schließlich gibt es noch kein Siegel für die Branche.“ Viele Kunden, sowohl private als auch gewerbliche, würden Wert auf Nachhaltigkeit legen – und diese Kunden könne man durch das Siegel gewinnen und langfristig binden.

Rothkopf ist ganz mit den Hinweisen der Energiekampagne auf Linie, wenn es um Spartipps bei der Energie geht. So weist auch er vor allem auf die einfach umzusetzenden Sofortmaßnahmen hin, zum Beispiel das Licht im Keller auszuschalten. Klingt banal, bringt aber – aufs Jahr gesehen – einige Ersparnisse ein. Überhaupt sei die Beleuchtung ein wichtiges Thema, wie Patrick Rothkopf, der in Euskirchen ein Hotel-Restaurant betreibt, aus eigener Anschauung weiß: „Ich habe in meinem Frühstückssaal die alten Halogenleuchter durch neue LED-Leuchtmittel ersetzt. Und ich kann jetzt schon errechnen, dass sich diese Anschaffung nach einem Jahr amortisiert hat, da die Einsparungen bei den Energiekosten erheblich sind.“

Dabei ist die Amortisation das wichtige Stichwort: Denn alle Anschaffungen müssen sich lohnen. Ein Beispiel: Ein Blockheizkraftwerk – eine sehr kostengünstige Anlage zur Gewinnung elektrischer Energie und Wärme – kostet in der Regel mit allen damit verbundenen Einbaumaßnahmen rund 40.000 Euro. Günstiger Strom wird dabei nur nachrangig erzeugt, vor allem werden Blockheizkraftwerke für die Heizungen und Warm-Wasser eingesetzt. Deshalb sei, so Patrick Rothkopf, ein solcher Einbau nur bei größeren Häusern sinnvoll: „Wenn ein Hotel nur sehr wenige Zimmer hat, wird sich das Blockheizkraftwerk nicht wirklich amortisieren. Es lohnt sich zwar oft, aber eben nicht immer.“

Energiekampagne (Foto: istockphoto.de)

Damit am Ende nicht die Investitionen selbst langfristig höher sind als die reellen Einsparungen, empfiehlt der Energieexperte zwingend, dass Unternehmer, die energetische Baumaßnahmen planen, dies nur in enger Abstimmung mit Fachleuten tun. „Keiner sollte in Eigenregie viel Geld für die Energieeffizienz ausgeben, wenn nicht sicher gestellt ist, dass die vorgeblichen Optimierungen wirklich etwas bringen. Manchmal bringen sie gerade einmal Einsparungen von einem Prozent der Gesamtkosten, und dann lohnt es nicht, viel Geld in die Hand zu nehmen. Das zeigt: Was für den einen Betrieb gut ist, passt vielleicht beim nächsten schon nicht mehr.“
Aktuell wird beim DEHOGA in Nordrhein-Westfalen ein Energieberaternetzwerk aufgebaut, um die fachkundige Beratung der Mitglieder zu gewährleisten.

Ralf Schell (Foto: DEHOGA Bayern)

Energie ist ein Thema wie kaum ein anderes in dieser Zeit! Schließlich ist unsere Branche sehr energieintensiv, und die steigenden Preise wirken sich auf die Kosten der Unternehmen aus“, sagt Ralf Schell, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern. „Wir sind natürlich sehr engagiert, unseren Mitgliedern günstige Konzepte der Energieversorgung anbieten zu können.“

Deshalb arbeitet der Bayerische Landesverband in Energiefragen mit der Partnerfirma IMET GmbH zusammen, einer Unternehmensberatung im Bereich Energie und Umwelt mit langjähriger Erfahrung. Das Unternehmen, das im Haus des Landesverbandes angesiedelt ist, bietet Eigentümer- und Pacht-Betrieben eine unabhängige und individuelle Energie- und Umweltberatung. BHG-Mitgliedern werden darüber hinaus kostengünstige und transparente Strom-Rahmenverträge und ein Gaspool angeboten, welche langfristig Versorgungssicherheit und günstige Preise garantieren.
Durch diese Rahmenverträge konnte IMET allein im Jahr 2010 vier Millio­nen Euro für die Mitglieder an Stromkosten einsparen. Neben der günstigen Beschaffung von Energie bietet die Firma IMET den Betrieben an, die gesamten Energiekosten und Nebenkostenabrechnungen zu analysieren. Bei einer ausführlichen Begehung des Betriebs werden alle Bereiche, von der Heiz- und Kältetechnik über die Beleuchtung bis hin zum Wellnessbereich oder der Entsorgung mittels Kennzahlen überprüft. Häufig können anschließend schon mit rein organisatorischen oder geringen investiven Maßnahmen erhebliche Einsparungen geschaffen werden.

Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse mit Optimierungs- und Umsetzungsvorschlägen im Bereich Energie wird meist staatlich gefördert. Diese erarbeitet IMET genau auf die individuellen Anforderungen und Zukunftspläne des Betriebes abgestimmt. In dieser werden auch Alternativen zur bestehenden Technik geprüft und einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen. Der Fokus liegt dabei ebenso auf dem zu erwartenden Einsparungspotenzial wie auf den Investitionskosten und den Fördermöglichkeiten. Auch schon bestehende Konzepte zur Effizienzsteigerung über Heizungserneuerungen, Contractingmodelle, BHKW oder alternative Energiemodelle wie Photovoltaik oder Fassadenisolierung werden von den Experten der IMET hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit herstellerneutral überprüft.

Josef Murr, Geschäftsführer der IMET GmbH (Foto: privat)

DEHOGA Bayern-Präsident Ulrich N. Brandl | Foto: Holger Bernert

„Uns liegt seit 1991 der echte Kostenvorteil und der individuelle Nutzen unserer Kunden am Herzen, was zahlreiche Referenzen belegen. Nur weil wir vollkommen unabhängig beraten, können wir die Betriebe ehrlich und fair betreuen“, so Josef Murr, Geschäftsführer der IMET GmbH.
Ulrich N. Brandl, Präsident des DEHOGA Bayern, weist darauf hin, dass die Branche vor allem im Bereich der Versorgung mit regenerativen Energien viel Potenzial habe: „Insbesondere in der Hotellerie gibt es oftmals große Flächen, die man zur Erzeugung regenerativer Energie nutzen kann.“
Dabei spricht Hotelier Brandl aus eigener Erfahrung. Er führt das „Baby & Kinder Bio-Resort“ Ulrichshof im Bayerischen Wald und setzt dort seit 2008 regenerative Energien zur Versorgung ein. Auf seinen Dächern hat er Photovoltaik-Anlagen installiert, die 600 Kilowatt Peak (KWp) elektrische Leistung erbringen: „Damit haben wir im vergangenen Jahr rund 800.000 Kilowattstunden Energie erzeugt, verbraucht haben wir für den vollständigen Betrieb des Ulrichshofs lediglich 650.000 Kilowattstunden“, erläutert Ulrich N. Brandl. Mit dem Überschuss von rund 150.000 Kilowattstunden können umgerechnet etwa 30 Familien ein ganzes Jahr lang mit Energie versorgt werden – denn ein vierköpfiger Haushalt verbraucht im Schnitt 4.430 Kilowattstunden.
Auch die Heizung läuft im Ulrichshof ohne Öl und kommt ganz mit Natur aus: „Wir benutzen Hackschnitzel zum Heizen, die bekommen wir aus dem Bayerischen Wald vor der Tür.“ Der ehemalige Landwirt Brandl besitzt dort Forstgrundstücke und versorgt sich dementsprechend selbst kostengünstig und umweltschonend mit dem Heizmaterial.
Doch weshalb setzt Ulrich N. Brandl derart stark auf erneuerbare Energien? „Es ist ein guter Weg, sich vor dem Hintergrund des Energiewandels von fossilen Brennstoffen unabhängig zu machen und Wertschöpfung zu generieren. Von Beginn an hatte ich die Idee, einen ausgeglichenen Ressourcenhaushalt hinzubekommen, sprich nicht mehr zu verbrauchen, als selbst zu erzeugen. Zudem habe ich als ehemaliger Landwirt, der jetzt ein Bio-Hotel führt, einen anderen Bezug zur Umwelt und versuche, nachhaltig zu leben und zu arbeiten. Und überhaupt ist die Nutzung regenerativer Energie in unserem Landkreis stark verbreitet. Der Versorgungsgrad liegt bei rund 70 Prozent.“ Brandl geht generell davon aus, dass regenerative Energien durch den Energiewandel boomen werden.

Obwohl Ulrich N. Brandl seine Energie kostengünstig selbst erzeugt und sogar noch weiterverkauft, legt er zusätzlich großen Wert auf einen optimierten Energieeinsatz und hohe Effizienz. „Unser Anspruch ist es, ohne unnötigen Verbrauch auszukommen, dabei aber gleichzeitig den Komfort zu erhöhen.“

Hauptgeschäftsführer Rainer Balke

Auch im niedersächsischen DEHOGA kennt man die Debatte. „In der Mitgliederberatung wird immer wieder deutlich, dass das Thema Energie von entscheidender Bedeutung ist. Wenn das Gastgewerbe die Preis­teuerungsspirale real erlebt, dann im Bereich der Verteuerung der Energiepreise“, sagt Hauptgeschäftsführer Rainer Balke. „Wir werden immer häufiger aufgefordert, als Verband Energieberatungen durchzuführen. Es geht zum einen um die technische Komponente dieser Beratung, aber auch zum anderen um die Beratung in Sachen günstiger Energiebezug. Gerade hier ist der Markt in den vergangenen Jahren durch die Monopolisierung der Energieversorgung wieder viel enger geworden.“ Zudem bemerke der Verband aber bei niedersächsischen Kommunen einen Trend zur sogenannten Rekommunalisierung der Energieversorgung. „Es scheint, dass durch diese neue Wettbewerbssituation zwischen den Strommonopolisten und den neuen selbstversorgenden Stadtwerken wieder neue Preisspielräume eröffnet werden. Hier wollen wir mit unseren vor Ort tätigen Kreis- und Bezirksverbänden am Ball bleiben, um für die Mitglieder günstige Rahmenverträge zu erreichen“, erläutert Balke das Ansinnen des Landesverbandes.
Natürlich nehmen die Niedersachsen die Angebote des DEHOGA Bundesverbandes gerne an: „Selbstverständlich fokussieren wir uns, wie die anderen Landesverbände, auf die Energiekampagne des Bundes-DEHOGA. Wir denken aber auch darüber nach, mehr Kompetenz im Bereich des ,Energieeinsparungs-Coaching‘ aufzubauen.“ Die Themen im Bereich Energiesparen seien so komplex, dass in vielen Fällen die direkte Beratung im Hause gewünscht werde, so Balke: „Diesem Wunsch müssen wir verstärkt nachkommen. Wir wollen deshalb hier etwas entwickeln, was den Mitgliedern hilft.“

Frank Hohrath, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Saarland

Frank Horath, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA im Saarland, sagt: „Energie, Energie-Kosten, Energie-Sparen sind und bleiben wichtige Themen. Sie haben viele Facetten, eine davon ist, dass auch zunehmend Gäste sich für die Energie-Bilanz eines Hotels interessieren und ob ökologisch ,korrekte‘ Energiequellen genutzt werden. Zum anderen steht der Kostenaspekt natürlich auch im Fokus. Die Energiepreise sind in Deutschland auf einem hohen Niveau, und so stellt sich für jedes Unternehmen und damit auch für Gastronomen und Hoteliers die Frage: Wo und wie kann ich diese Kosten senken? Hier helfen wir mit Informationen, wie sie zum Beispiel die ,Energiekampagne Gastgewerbe‘ liefert. Zum anderen arbeiten wir auch eng mit den saarländischen Stromlieferanten zusammen, Stichwort Rahmenvertrag mit besonderen Konditionen für Mitglieder. Mit dem Energiedienstleister energis, der ja gerade eine ,Partnerschaft für das saarländische Gastgewerbe‘ mit uns eingegangen ist, werden wir im nächsten Jahr auch Veranstaltungen zu diesem Thema machen.“

Die Vermittlung und Information über Nachhaltigkeit und Energieeffizienz im Gastgewerbe ist einer der Schwerpunkte in der Verbandsarbeit des DEHOGA Brandenburg. Der jährlich stattfindende Branchentag des DEHOGA Brandenburg wurde im letzten Jahr unter die Überschrift Energie und Nachhaltigkeit gestellt, um die Mitglieder über die aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich sowie alternative Lösungen zu Energieeinsparungen und Erhöhung der Energieeffizienz zu informieren.

Mario Kade, Präsident des DEHOGA Brandenburg; Foto: Ch. v. Polentz/transitfoto.de

Olaf Lücke, Hauptgeschäftsführer DEHOGA Brandenburg

„Steigende Energiekosten sind eines der Hauptprobleme der Branche“, so Mario Kade, Präsident des DEHOGA Brandenburg. „Die einzelnen Angebote und Initiativen ermöglichen es jedem Gastronom, individuelle Ansätze und Lösungen zu finden. Bei dem Umbau in meinem Haus Anfang diesen Jahres habe ich bewusst das Thema Energieeffizienz mit einbezogen und in eine Solaranlage sowie Rückgewinnungskamine investiert.“

Die vom Bundesverband gestartete Energiekampagne Gastgewerbe wird seit Beginn vom DEHOGA Brandenburg unterstützt und beworben und in den verschiedenen Fachgruppen vorgestellt. Zusammen mit dem Verband der Energieberater Berlin-Brandenburg bietet der DEHOGA Brandenburg für die Hoteliers und Gastronomen in Brandenburg zudem Energieberatungen an, welche bei den gastgewerblichen Unternehmern auf eine hohe Resonanz stoßen. „Auf den DEHOGA-Stammtischen haben wir mit unseren Partnern und Fördermitgliedern wie enviaM, Sanicus, Rational und den Stadtwerken Prenzlau Vortragsreihen zu Energie- und Ressourceneffizienz erfolgreich durchgeführt“, sagt Hauptgeschäftsführer Olaf Lücke.

Olivia Liebert, Foto: IHK Potsdam

Bei dem EU-Projekt SETCOM der IHK Potsdam (Oktober 2008 bis März 2011), das sich mit der nachhaltigen Energienutzung im Gastgewerbe befasste und den Unternehmen Handlungsoptionen zur Energieeinsparung aufzeigte, war der DEHOGA Brandenburg Kooperationspartner – einzigartig in Deutschland. Im Rahmen des Projektes wurden

Unternehmen vor Ort besucht und individuelle Konzepte zu Energieeinsparungen ausgearbeitet. „In Brandenburg gehören viele gastgewerbliche Betriebe zu den kleinen und mittleren Unternehmen, die ganz besonders unter hohen Energiekosten leiden“, sagt Olivia Liebert. Sie war bei der IHK Potsdam für SETCOM verantwortlich. „Unser Ziel war es, Unternehmer zu beraten, wie sie Energie sparen können. Deshalb haben wir zusammen mit Energieberatern viel vor Ort in den Häusern gearbeitet und Tipps und Konzepte von kleinen Sofortmaßnahmen bis hin zu aufwändigen energetischen Sanierungen bereitgestellt.“ Wichtig sei auch gewesen, so Olivia Liebert, dass Unternehmer und Mitarbeiter für den sparsamen Umgang mit Energie sensibilisiert werden.

Olaf Schöpe vom Waldhotel Cottbus

Zusammen mit der E.ON-Tochter E.ON edis Vertriebs GmbH hat der DEHOGA Brandenburg ein besonderes Angebot ins Leben gerufen. Der Energiekonzern hat einen Elektroroller auf den Markt gebracht, der auf 100 Kilometer Strom für etwa 40 Cent verbraucht. „Gerade im Hotel- und Gaststättengewerbe sind die Einsatzmöglichkeiten für einen Elektroroller besonders vielfältig und attraktiv. So darf der Roller von jedem Inhaber eines Pkw-Führerscheins gefahren werden. Damit eignet er sich perfekt zum Verleih an Gäste, die den Scooter allein oder in Gruppen für kleine Touren in der Umgebung nutzen können“, heißt es bei E.ON edis. Bis zu 40 Kilometer Reichweite seien mit einer Akkuladung möglich.

Wenn der Strom ausgeht, kann der 60 Kilogramm leichte Roller mit wenigen Handgriffen auf Pedalbetrieb umgestellt werden. Auch das Aufladen ist dank des herausnehmbaren Akkus an jeder beliebigen Steckdose möglich. Auch jüngere Leute dürfen den Elektroroller fahren: mit einem Klasse-M-Führerschein. So kommen zum Beispiel Auszubildende in den Genuss, die modernen und ökologisch nachhaltigen Fahrzeuge, die ohne Lärm und Luftverschmutzung bewegt werden, zu steuern. Olaf Schöpe vom Waldhotel Cottbus und vom Biogasthof Kolonieschänke im Spreewald sowie Vizepräsident des Landesverbandes, ist einer der ersten Interessenten, der diese Elektroroller einsetzen möchte.

Dirk Ellinger, Foto: DEHOGA Thüringen

Auch Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Thüringen, bezieht eindeutig zur Energiethematik Stellung: „Jede neuerliche DEHOGA Thüringen Konjunkturumfrage offenbart es im Frühjahr und Herbst in aller Deutlichkeit: Befragt nach den drängendsten Problemen, geben Gastronomen wie Hoteliers die Energiekosten an. Mit weit über 50 Prozent führt dieses Problem seit Jahren die Tabelle der Hauptprobleme noch vor allgemeinen Betriebskosten, Personalgewinnung, Sozialabgaben und Steuern an. Ein erster Schritt in Richtung Problemlösung ist für ein Unternehmen auf jeden Fall die Beteiligung an der Energiekampagne Gastgewerbe.

Auch zahlreiche Thüringer Kollegen haben sich hier schon Anregungen geholt, wie man mit relativ geringem Aufwand in Gästezimmern oder Küche Strom und Heizenergie einsparen kann. Oft helfen schon das richtige Lüften, passende Energiesparlampen, Bewegungsmelder und der gezielte Verzicht auf ,Stand-by‘-Betrieb von Geräten. Bei größeren Investitionen, sei es nun der Einbau eines Blockheizkraftwerks oder einer Photovoltaik-Anlage oder die Wärmedämmung eines Hauses, ist natürlich Rat vom Sachverständigen angebracht. Hier offeriert der DEHOGA Thüringen seit mehreren Jahren erfolgreich sein Angebot zur Energieberatung. „Mit dem versierten Fachmann Bernd Balzarek haben so zahlreiche Thüringer Gaststätten und Hotels schon bares Geld gespart.

Aktuell ist die Beratung durch unseren Energieberater aufgrund der attraktiven Fördermöglichkeit über das Beratungsnetzwerk Thüringer Gastgewerbe sogar besonders günstig zu haben. Das lohnt sich – garantiert!“