„Das liegt auch daran, dass deutsche Gäste im Vergleich mit anderen europäischen Konsumenten am wenigsten Geld fürs Essen ausgeben. Gepflegte Gastlichkeit hat hier einen viel geringeren Stellenwert“, sagt Frank C. Hohrath, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Saarland. Unternehmer könnten hierzulande gar nicht die Preise verlangen, die ihre europäischen Kollegen aufrufen – denn dann blieben Tische und Betten vermutlich leer.
Die Krux daran: Nur mit vernünftigen Preisen können gastgewerbliche Unternehmer gewährleisten, dass das Ambiente stimmt, gute Mitarbeiter durch entsprechende Gehälter gebunden werden können und, und, und. Denn für all‘ das braucht man – Geld. Und das kommt im Gastgewerbe nun einmal durch den Produktverkauf herein. „Deshalb sollten Unternehmer den Mut haben, Preise so festzusetzen, dass sie nötige Investitionen, die den Betrieb nachhaltig stärken, überhaupt angehen können“, sagt Hohrath.
Frank C. Hohrath warnt davor, nur über den Preis verkaufen zu wollen. „Wir stellen viel zu oft fest, dass unsere Mitglieder ihre Preise sehr niedrig ansetzen, um damit Kunden zu gewinnen. Das bringt zwei Schwierigkeiten mit sich.
Zum einen spreche ich so eine Zielgruppe an, denen es mehr um den Preis geht als um die Qualität und die ich möglicherweise gar nicht will. Zum anderen ist die Preisspirale nach unten offen, und ich kann leicht von einem Mitbewerber unterboten werden. Unsere Produkte haben eine Wertigkeit, die sich im Preis widerspiegeln sollte, wenn nicht sogar widerspiegeln muss.“
Wie wichtig ein vernünftiger Preis ist, zeigt ein einfacher Blick auf den Markt: „Erfolgreiche Konzepte in Hotellerie und Gastronomie sind fast ausnahmslos nicht in der Niedrigpreisschiene unterwegs“, stellt der Hauptgeschäftsführer fest.

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