Am Anfang, das berichtet Ralf Blümer, hat er mit seiner Frau den Betrieb als „klassischen Gemischtwarenladen“ gegründet. „Wir haben praktisch alles gemacht“, erinnert er sich: Gasthaus, Catering, Kochschule, Skihütte, Veranstaltungen, ein eigener Veranstaltungskalender, Ferienwohnungen und Tipis – sein Betrieb war ein Ausflugsziel mit allen Stärken und Schwächen. Vor allem mit der Schwäche, dass man nie genau planen konnte.

2011 haben die Blümers investiert und das Bergdorf LiebesGrün entwickelt und gebaut. Ein ganz besonderes Konzept von kleinen Berghütten, die über das weitläufige Gelände verteilt sind. „Ab dieser Zeit haben wir auch alle unsere Angebote auf den Prüfstand gestellt“, berichtet Ralf Blümer. Geprüft wurde vor allem hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit. „Von den Ergebnissen dieser Überprüfung waren wir selbst etwas überrascht“, berichtet der Unternehmer. Danach habe man sich von allen betriebswirtschaftlich nicht sinnvollen Bereichen getrennt und sich zu nahezu 100 Prozent auf die Kernaufgabe Bergdorf LiebesGrün konzentriert.

Und diesen Betrieb haben die Inhaber konsequent strukturiert. „Für unsere Mitarbeiter haben sich durch diese Maßnahmen sowohl der Arbeitsumfang und die Arbeitsspitzen, vor allem aber die Arbeitszeit deutlich verbessert“, sagt Blümer. Es gibt keine Spät- und Nachtdienste mehr, der Dienstplan wird sechs Wochen im Voraus erstellt. „Dadurch lässt sich das Familienleben unserer Mitarbeiter und auch unseres organisieren. Überstunden gibt es bei uns fast nicht mehr.“ Dafür wird auch gegenüber den Gästen kommuniziert, dass die Bar um 22 Uhr schließt. Man müsse eben eine Balance finden zwischen dem Konzept, den Wünschen der Gäste und den optimalen Lösungen für die Mitarbeiter. Blümer spricht von „standort- und konzeptgerechten Entscheidungen“. Er hat sie für seinen Betrieb getroffen.

Dafür verlassen die Mitarbeiter den Betrieb nach siebeneinhalb bis acht Stunden. „Innerhalb dieser Zeit verlangen wir dann aber auch einiges von ihnen. Die Qualitäts- und Quantitätsziele sind klar beschrieben. Wir überlassen im Tagesablauf möglichst wenig dem Zufall“, sagt der Chef über die Strukturen, die er für sich und seine rund 30 Mitarbeiter geschaffen hat. Aber er ergänzt: „Durch die klaren Entscheidungen, die wir getroffen haben, hat sich dann unser Bergdorf sehr positiv entwickelt. Wir hatten plötzlich strahlende, wache und hoch motivierte Mitarbeiter, die unseren Gästen mit einem echten Lächeln wertschätzend begegneten. Was braucht es mehr?“