gastgewerbe-Magazin: Langnese ist schon seit Generationen ein Synonym für Eis-Genuss. Können Sie uns kurz erzählen, wie und wann die Erfolgsgeschichte begann?
Klaus Krieg: Langnese, die „lange Nase“, geht zurück auf den Fabrikanten Viktor Emil Heinrich Langnese, der 1888 Kekse der Marke Langnese herstellte. 1927 sicherte sich der Hamburger Kaufmann Karl Seyferth für 300 Reichsmark – und eine Einladung zum Essen – die Markenrechte für den Namen Langnese, der ihn an die geliebten Kekse seiner Kindheit erinnerte. 1935 war es dann soweit: Der findige Unternehmer brachte in Hamburg nach dem Vorbild der Dänen das erste Eis am Stiel auf den Markt, und bereits im ersten Verkaufsjahr gingen – für zehn Pfennig das Stück –
1,5 Millionen der sogenannten „Eis-Lollies“ über den Ladentisch. Langneses erstes Firmenlogo bleibt seinem Namen treu: Ein kleiner Junge zeigt allen Eis-Liebhabern eine „lange Nase“.

Seit wann ist Langnese unter dem Dach von Unilever?
Ein Jahr später übernahm Unilever unter dem Namen „Langnese Eiskrem GmbH“ die Geschäfte. 1937 wurden bereits 20 Millionen Eis am Stiel verkauft. Doch schon im Sommer 1939 wurde die vorerst letzte Eis-Saison eingeläutet: Die Rohwaren wurden knapp, der Zweite Weltkrieg ließ die komplette Eis-Produktion in Deutschland zwischen 1940 und 1948 ruhen. Schon wenige Wochen nach der Währungsreform 1948 war Langnese-Eis wieder da – und bald sogar in nie gekannter Form. Denn außer dem bekannten Eis am Stiel gab es Eis ab 1951 sogar in der Waffel: Der „Happen“ eroberte die Herzen der Eis-Fans mit seiner leckeren Kombination aus Vanille-, Erdbeer- und Schokoladeneis. Und auch „Domino“ ließ nicht lange auf sich warten. Dank Werbung kam seit Anfang der 50-er keiner mehr an dem Eis vorbei, dessen berühmtes Logo mit der rot-weißen Markise junge und alte Eis-Fans durchs Leben begleitete. 1953 wurden bereits 2,3 Millionen Liter davon vernascht, und 1959 hatte sich der Verkauf schon verzehnfacht – nicht zuletzt wegen „Capri“, dem ersten Wassereis am Stiel. Die Nachfrage nach Langnese-Eis war so immens gestiegen, dass das kleine Werk in Hamburg-Wandsbek mit der Produktion nicht mehr nachkam. 1960 wurde daher in Heppenheim an der Bergstraße das bis dahin größte und modernste Speiseeis-Werk Europas eröffnet. Langnese sorgt Jahr für Jahr für Überraschungen und setzt Trends mit Klassikern wie „Nogger“, „Cornetto“ oder „Magnum“.

Warum wurde das Logo geändert?
Um international eine gemeinsame Sprache zu sprechen, wurde im Sommer 1998 das Markisen-Logo erfolgreich durch das Herz ersetzt – ein Zeichen, das von Kindern und Erwachsenen überall auf der Welt wiedererkannt und verstanden wird.

Klaus Krieg Foto: Langnese

Welche Sorten waren denn seinerzeit die Pioniere in der Eis-Geschichte?
Die Varianten Vanille, Schokolade und Erdbeer waren die Pioniere und sind trotz einer großen Vielfalt an verschiedenen Geschmacksrichtungen nach wie vor stets unter den Top 10 der beliebtesten Eissorten.

Wie machen Sie sich auf die Suche nach immer wieder neuen Geschmackstrends?
Auf Konsumentenbedürfnisse und Trends einzugehen und diese kontinuierlich mit qualitativ hochwertigen Produkt-Innovationen zu bedienen, ist ein generelles Ziel von Langnese. Anhand von Umfragen und im Dialog mit unseren Kunden können wir Verbrauchertrends ausmachen und diese zeitnah mit attraktiven Neueinführungen gerecht werden. Dabei orientieren wir uns auch produktionstechnisch an dem neuesten Stand der Technik. So war Langnese einer der ersten Hersteller, der Eis mit eingestrudelten Saucen auf den Markt gebracht hat. Trends zu setzen bzw. aufzugreifen und diese auf Eis zu übertragen, ist stets ein Erfolgsfaktor – eine These, die wir anhand von „Carte D’Or Selection“, den vorportionierten Desserts, „Ben & Jerry’s,“ aber auch „Magnum“ und „Cornetto Enigma“ belegen können. Im Impulseis-Segment haben wir sukzessive das Produktspektrum im Bereich Premium erweitert und spielen auch hier eine Vorreiter-Rolle: Ein Beispiel dafür ist „Magnum Temptation“, bei dem es uns gelungen ist, große knackige Schokoladen- und Cranberry- bzw. Brownie-Stückchen gleichmäßig in einem Impulseis zu verteilen.

Und wie kann man sich die Entwicklung der neuen Sorten vorstellen?
Eis zu kreieren, ist Teamarbeit. Den Anfang macht die Marktforschung. Der zweite Schritt ist die Klärung der Frage: Was ist technologisch machbar bzw. welche Technologien müssen entwickelt werden? Die Antwort darauf ist häufig recht knifflig, wenn es beispielsweise darum geht, köstliche große Schokoladen- und Cranberry- bzw. Brownie-Stückchen gleichmäßig in einem Eis am Stiel zu verteilen wie bei „Magnum Temptation“ oder gar ein Eis mit einem flüssigen Kern herzustellen. Aber auch diese Herausforderung haben die Produktentwickler von Unilever Ice Cream schon gemeistert, wie die vorportionierten Desserts „La Suprise Erdbeer“ und die neue Sorte „Caramel“ sowie „Cornetto Enigma“ beweisen. Die Ideen für neue Kreationen kommen nicht nur aus der Marktforschung, Marketingabteilung oder Produktentwicklung – auch Eis-Produkte anderer Länder, neue Rohwaren oder technische Neuheiten können hier Impulse geben.

Was ist denn im Moment besonders angesagt?
Laut aktueller Studien und Umfragen legen die Verbraucher zunehmend Wert auf die Herkunft, eine höhere Qualität der Produkte und Zutaten sowie auf Nachhaltigkeit. Dieser Trend spielt auch im Bereich Speiseeis eine Rolle. In diesem Jahr präsentieren wir bei Ben & Jerry’s mit „Coconutterly Fair“ wieder eine neue Sorte mit Faitrade-Siegel. Außerdem überraschen wir mit zwei neuen Magnum-Varianten, deren Kakao in der knackigen Schokoladenhülle Rainforest Alliance-zertifiziert ist. Auch neue, außergewöhnliche sowie raffinierte Konzepte und Innovationen für den Verwöhnmoment zwischendurch stehen hoch im Kurs – im Bereich Portioniereis ist Langnese mit „Carte D’Or Selection“ ein echter Trendsetter.

Können Sie jetzt schon Zukunftstrends in Sachen Eis-Geschmack ausmachen? Welche?

Foto: Langnese

Ja, das können wir – doch an dieser Stelle sei nur so viel verraten: Wir werden weiterhin Trends setzen und Verbrauchertrends bzw. -vorlieben aufgreifen. Dabei berücksichtigen wir für „Unser Sommereis“, dass die Gäste im Sommer eher die Erfrischung suchen und daher mehr die fruchtigen Sorten gefragt sind. Diese eignen sich hervorragend für sommerliche Eis-Kreationen. Bei „Carte D’Or Selection“, dem Eis mit der kunstvoll aufgeschichteten Oberfläche, erwarten die Eisliebhaber hingegen vor allem außergewöhnliche Varianten. In Herbst und Winter ist eher der volle Eisgenuss gewünscht, das „Sich-Verwöhnen“ steht noch mehr im Vordergrund. Die Frage ist also: Was sind Geschmacksrichtungen, die man mit Herbst und Winter verbindet? Was passt in diese Jahreszeit, was mögen die Deutschen? Die Einführung der Sorte „Carte D’Or Mohn-Marzipan“ im letzten Herbst war ein Volltreffer – „Unser Wintereis 2010“ war sehr erfolgreich.
Bei den Kids stehen nach wie vor die Sorten Vanille, Schokolade und Erdbeer hoch im Kurs, ergänzt durch Innovationen wie „Carte D’Or Selection Bubblegum-Marshmallow“, die kunterbunten Eisspaß bieten. Kids-Produkte im Bereich Impulseis und vorportionierte Desserts müssen Spaß machen, schmecken, zum Spielen anregen und möglichst eine Überraschung bieten. All diese Kriterien erfüllen wir mit unseren diesjährigen „Max“-Neuheiten und werden sie auch in Zukunft berücksichtigen.

Was haben Sie in dieser Saison für Ihre Kunden aus der Gastronomie im Angebot?
Von „Carte D’Or“ gibt es in diesem Jahr gleich drei neue Varianten: „Vanilla-Aprikose-Mango“ bei den Eiswannen für das Dessert-Geschäft sowie die neuen Sorten „Milka“ und „Vanilla Choc & Cookies“ bei „Carte D’Or Selection“, dem Eis mit der aufgeschichteten Oberfläche. Die Kunden aus dem Bankettbereich und der Gemeinschaftsverpflegung dürfen sich auf die drei Neuheiten „Kokosnuss“, „Zitrone“ und „La Surprise Caramel“ freuen; bei den Kids sorgt zudem der „Max Surprise Cup“ für großen Eisspaß. Und unser aktueller Dessert-Folder „Frühlingsgefühle“ gibt den Gastronomen jede Menge Tipps und Tricks, wie sie mit frühlingsfrischen Eis-Ideen bei ihren Gästen punkten könnnen. Denn eine emotionale Ansprache der Gäste ist gerade im Dessert-Bereich das A und O.