Ein spektakuläres Schienensystem sorgt dafür, dass die Gäste im Hamburger Restaurant „Schwerelos und Zeitlos“ aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Die bestellten Speisen und Getränke sausen wie auf einer Achterbahn durch den gesamten Raum.

Um in den Genuss der Menüs zu kommen, muss der Gast diese zuvor per Touchscreen von seinem Tisch aus bestellen. Von der Küche aus werden sie dann über ausgeklügelte Transportvorrichtungen an die Restaurantdecke in sechs Meter Höhe befördert, ehe es dann im Sauseschritt talwärts geht. Ist der Laden voll, brettern unzählige Bestellungen kreuz und quer durchs Restaurant. Willkommen in der gastronomischen Zukunft.

Konzept-Erfinder Michael Mack hat nach dem „’s Baggers“ in Nürnberg das zweite spektakuläre Achterbahn-Restaurant im Hamburger Vorort Harburg eröffnet.

Eigentlich ist das System für mehrgeschossige Gebäude konzipiert worden. Da in dem alten Speicherhaus im prosperierenden Stadtteil Harburg aber nur ein großer Raum zur Verfügung stand, mussten sich die Entwicklungsingenieure etwas Besonderes einfallen lassen und entwickelten diese futuris­tisch anmutenden Achterbahntische.

Hier fahren die Speisen und Getränke zunächst mit einem kleinen Lift in die Höhe, um von dort auf einer Rollenbahn mit geringem Gefälle zur Spirale über dem Tisch zu schweben. Eine weitere Innovation stellt die Res­taurant-Software dar, mit der das gesamte Spektakel gesteuert wird und die personalbefreite Speisenzustellung erst möglich macht. Über den Touchscreen werden nicht nur Bestellungen aufgegeben. Hier gibt es auch Kritiken und Empfehlungen der anderen Gäste.

Diese werden dann in einer Hitliste ausgewertet. Über den Bildschirm kann überdies auch der „Mitarbeiter des Monats“ gewählt werden. Damit der Gast all das nutzen kann, erhält er beim Betreten des Res­taurants eine sogenannte RFID-Karte, mit der er überall bestellen kann und später nur einmal bezahlen muss.

„Die Glaubwürdigkeit einer persönlichen Empfehlung ist erheblich höher als bei einer gebuchten und bezahlten Werbung“, ist sich Michael Mack (45), Geschäftsführer der HeineMack GmbH, sicher. Die Strategie der Mund-zu-Mund-Werbung sei im Restaurant Nürnberger „’s Baggers“ bereits perfekt aufgegangen. „Die erlebnisreichen Restaurantbesuche und die hohe Qualität des Angebots verbreiten sich unglaublich schnell, dies belegen auch die täglichen Zugriffe auf unsere Website. Man spricht in diesem Zusammenhang heute von viralem Marketing. Also die Erlaubnis, an Einzelpersonen, Marketingmeldungen zu verbreiten. Virales Marketing besitzt dabei das Potenzial, eine Meldung exponentiell anwachsen zu lassen. Wie Viren ziehen solche Marketingstrategien ihren Nutzen aus der schnellen Vermehrung, um die Meldung zu Tausenden und mittelfristig zu Millionen zu transportieren.“

Und der Restaurantbetreiber erhält mit Hilfe einer personalisierten Freundekarte zeitraumbezogen Daten über seine Gäste und die Qualität seines Angebots. So erfährt er zum Beispiel die bevorzugten Gerichte oder Getränke seiner Gäste. Oder die Häufigkeit der Besuche und die getätigten Umsätze pro Besuch. Außerdem ist es möglich, die Gäste auf Wunsch regelmäßig per E-Mail über Speisen der Wochenkarte oder sonstige Neuigkeiten zu informieren.

Jetzt möchte Michael Mack, der für seine Idee unter anderem mit dem Bayerischen Gründerpreis ausgezeichnet wurde, expandieren. Das Patent erhielt sein Unternehmen bereits in Deutschland, Südafrika, Kanada und China. Welche deutschen Standorte in Deutschland demnächst an der Reihe sind, ließ der 45-Jährige offen.