Während in Ländern wie beispielsweise Frankeich oder Spanien das Einnehmen der Mahlzeiten zelebriert wird und Lebensmittel durchaus etwas kosten dürfen, herrschte in Deutschland lange eine andere Wertigkeit in Bezug auf Lebensmittel. Am besten viel, billig, aber bitte trotzdem qualitativ und frei von Skandalen – so lautete die Devise. Doch ein Wandel zieht durch das Land. Lebensmittel, ihre Herkunft und Verarbeitung rücken immer mehr in den Vordergrund und bekommen einen neuen Stellenwert. Trends wie Regionalität, Bio, Vegan und Vegetarisch sowie Street Food, glutenfrei, Spiritual Food und Fast Food  zeigen ganz klar den Weg zu einem neuen (Werte-)Bewusstsein und dem Wunsch der Gäste und Verbraucher, etwas für sich und ihre (Um-)Welt zu tun. „Ernährung mit all ihren Facetten ist von einer rasanten Veränderung bestimmt“, betont Foodtrend-Forscherin Hanni Rützler.

„Immer mehr Menschen verweigern sich der ,Supermarktokratie‘ und suchen nach dem Natürlichen und Ursprünglichen oder werden gar selbst produktiv. Für Handel und Industrie bedeutet das einen gewaltigen Umbruch.“ Die Menschen identifizieren sich immer mehr via Food, und gesund und gut sind zwei Begriffe, die immer häufiger zusammen auftreten, heißt es in ihrem Foodreport 2016, der aktuelle Foodtrends für Gastronomie und Handel aufzeigt. „Das Ernährungsbewusstsein der Verbraucher steigt. Viele haben ihre Einstellung – gerade zu Fleisch – durch von den Medien getriebene Themen wie Massentierschlachtung, BSE oder dem Pferdefleischskandal verändert“, so Verena Hößler, Ernährungswissenschaftlerin und ernährungsfachliche Beraterin von Nestlé Professional.

„Hinzu kommt, dass aktuell viele vegane Kochbücher erscheinen, dass Prominente sich zum Thema äußern und sich auch das Angebot – sei es im Supermarkt, in Cafés oder Restaurants – in letzter Zeit verändert hat. Vegan ist somit eines der wesentlichen Trendthemen derzeit am Markt“, schildert Verena Hößler. Es sei nicht zu unterschätzen, dass Veganer und Vegetarier – sei es aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen – von ihrer Ernährungsweise wirklich überzeugt sind und sie deswegen sicherlich nicht so ohne weiteres wieder verändern, so Verena Hößler weiter. „Meiner Meinung nach wird es in Zukunft also eher mehr als weniger Vegetarier und Veganer geben, der Umsatz an veganen Produkten steigt und das Angebot auf Speisekarten wird wohl nicht wie eine bloße Mode wieder verschwinden, nachdem jeder ,einmal probiert‘ hat.“

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