Denkt man an einen Raubüberfall, so haben die meisten das Bild eines Banküberfalls vor Augen oder eine Tankstelle, die überfallen wird. Dass auch immer mehr Hotels ins Visier von Räubern geraten, scheint den wenigsten geläufig.

Hotelsicherheitsexperte Ulrich Jander

Hotelsicherheitsexperte Ulrich Jander (Foto: FQH)

„Früher wurden Banken überfallen, die dann aufgerüstet haben, dann gab es die Schlecker-Überfälle, die Kette gibt es nicht mehr, und Tankstellen haben Geldautomaten. Also fallen diese ‚Gelegenheiten‘ weg. Bleiben Hotels, und diese unternehmen zum Thema Sicherheit kaum etwas“, schildert Hotelsicherheitsexperte Ulrich Jander.

„Wir haben im Durchschnitt einen Raubüberfall pro Tag in den Hotels“, merkt Jander an. Er geht sogar davon aus, dass die Dunkelziffer noch höher liegt. „Viele Hotels fürchten um ihren Ruf, deshalb versuchen sie, das Thema so gut wie möglich zu vertuschen.“ Besonders gefährdet und im Fokus von Verbrechern seien Hotels, die nahe der Autobahn liegen und eine sehr gute Verkehrsanbindung haben, ebenso wie Hotels, die so gelegen sind, dass man sehr schnell im Menschengewimmel abtauchen kann. „Des Weiteren stehen Hotels im Fokus der Verbrecher, bei denen ich bereits in meiner ‚Recherche’ sehe, dass da Geld zu holen ist“, so Jander.


Tipps von Ulrich Jander

1. Der Hotelsicherheitsexperte Ulrich
Jander betont, dass Mitarbeiter, die Opfer von Raubüberfällen werden, besonders betreut werden sollen, um Langzeitfolgen zu verhindern. Hierbei helfen die Leitfäden des Weißen Ringes.
2. Jander rät Hoteliers außerdem, hochauflösende Videokameras nicht nur im Hotel, sondern auch auf Parkplätzen und im Außengelände zu installieren. Zudem sei jeder Eingang, also auch Hinter- und Nebeneingänge, zu überwachen.
3. Bargeld-Bestände sollten nachts in fest eingemauerten Tresoren mit Zeitschließautomatik untergebracht werden. Darauf sei mit einem Schild am Eingang des Hotels hinzuweisen. Das signalisiere Ganoven: Hier ist nichts zu holen.


Vorausschauend handeln

Wichtig ist es also, für Hotels vorausschauend zu handeln und sich kompetent beraten zu lassen. „Zunächst sollte eine Gefährdungsanalyse erstellt werden“, erklärt Jander. Dem Verantwortlichen muss aufgezeigt werden, wo Schwachstellen sind, denn sehr häufig wird das Thema Überfall vonseiten des Unternehmers komplett falsch eingeschätzt.“ Wichtig sei es, Kameras zu installieren, die vernünftig sind und nicht aus dem Elektronikshop stammten. Billigkameras lieferten keine vernünftige Auflösung, so dass sich nachher nichts erkennen ließe. „Hier sollte man sich von Fachfirmen beraten lassen und vielleicht ähnliche Anlagen erst einmal anschauen, um herauszufinden, wie die Speicherqualität ist und wie dann die ausgedruckten Gesichter aussehen“, empfiehlt Jander. Außerdem sollte man nicht zu viel Geld in der Kasse haben. Bei einer seiner Begehungen hat Ulrich Jander in einer Kasse über 20.000 Euro gesehen, eine Summe, die sich über Wochen angesammelt hatte. „Da muss man schon sehr einfältig sein, wenn man so eine hohe Summe in der Kasse aufbewahrt“, merkt er an.

„Es sollte darauf geachtet werden, dass die Einnahmen regelmäßig in den Tresor gebracht werden. Und den Schlüssel dazu hat der Chef. So ist man bei einem Überfall gut gerüstet.“

Gewalt erzeugt Gegengewalt

Sollte es zu einem Überfall kommen, empfiehlt der Hotelsicherheitsexperte den Mitarbeitern, das Geld rauszugeben, denn die Hemmschwelle der Ganoven sei so niedrig, dass es sich nicht lohne, sich deswegen in Gefahr zu begeben. „Nützlich ist gegebenenfalls ein Alarmknopf, aber die Verbrecher sind heute so schnell, die sind weg, bevor die Polizei eintrifft.“ Ein weiteres Thema, das immer mehr zunehme, sei das sogenannte Theken-Jumping. „Das bedeutet, wenn die Kasse offen ist, kommt von der Seite ein Kumpel angerannt, macht einen Hechtsprung auf die Theke und greift dann in die Kasse. Die Mitarbeiter sind so erschrocken, dass sie das kaum realisieren, und die Gauner sind über alle Berge“, schildert Jander.

Der Hotelsicherheitsexperte rät vor allem von eigener Gewaltanwendung ab. „Gewalt erzeugt Gegengewalt, und die Situation kann schnell außer Kontrolle geraten“, weiß er. Für Mitarbeiter, die bereits einen Überfall erlebt haben, bietet die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) eine psychische Nachsorge für traumatisierte Mitarbeiter an. Die Kosten werden von der Berufsgenossenschaft übernommen. Auch der Weiße Ring stehe als Anlaufstelle zur Verfügung. „Diese Angebote sollten traumatisierte Mitarbeiter auch in Anspruch nehmen“, betont Jander. „In jedem Fall sollten sich Hotels bezüglich der Thematik Sicherheit im Hotel an die örtliche Kriminalpolizei, Abteilung Prävention, wenden. Die kommen gerne vorbei und beraten. Weiterhin können Hoteliers ihre Sicherheitskraft befragen oder jemanden, der sich mit dem Thema auskennt.“

> www.hotelchecker.tv


Tipps Der Polizei Bremen

Wie soll sich ein Hotel- oder Restaurantmitarbeiter im Ernstfall verhalten? Die Polizei Bremen gibt Tipps zum richtigen Verhalten während und nach einem Überfall.

Verhalten während eines Raubüberfalls

  • Bleiben Sie möglichst ruhig und höflich. Nehmen Sie den Täter ernst.
  • Leisten Sie keine Gegenwehr. Hören Sie aufmerksam zu.
  • Befolgen Sie die Anweisungen. Vermeiden Sie hastige Bewegungen.
  • Halten Sie ihre Hände gut sichtbar. Benutzen Sie keine Waffen.
  • Versperren Sie nicht die Fluchtwege. Prägen Sie sich die Täterbeschreibung ein.

Verhalten nach einem Raubüberfall

  1. Erste Hilfe für Verletzte leisten.
  2. Polizei über Notruf 110 verständigen.
  3. Zeugen bitten, auf die Polizei zu warten.
  4. Mit den Überfallopfern sprechen.
  5. Hilfe organisieren (Chef, Angehörige)
  6. Geschäftsbetrieb einstellen.
  7.  Keine Spuren verwischen.

 An ihm kommt keiner vorbei

Der Bewegungsmelder rückt ungebetene Gäste ins Rampenlicht.

Der Bewegungsmelder rückt ungebetene Gäste ins Rampenlicht.
BEWEGUNGSMELDER ALU
ART.NR.ARGUS-BWM-565469 (Foto: Merten)

Der „Argus Bewegungsmelder“ von Merten erhält eine neue Erfassungssensorik und verbesserte Relais: Alle Außenbewegungsmelder mit 110 und 220 Grad Erfassungswinkel werden mit der neuesten Infrarot-Technologie hergestellt und ausgeliefert. Bei Verwendung von Leuchtmitteln, die ein Vorschaltgerät benötigen, können beim Einschaltstrom hohe kapazitive Lasten auftreten, die beim Schaltrelais Fehlfunktionen auslösen. Darum wurden die Relais bei den „Argus 220 Außenbewegungsmeldern“ durch stärkere Typen ersetzt.

So sorgen sie etwa im Außenbereich nicht nur für ausreichende Beleuchtung, wo ein Lichtschalter zu weit entfernt ist. Sie rücken auch ungebetene Gäste gegen deren Willen ins Rampenlicht. Die ausgereifte Technik für Erfassungswinkel von 110 bis 360 Grad, die Möglichkeit zur komfortablen Funkvernetzung, die Einstellung und Bedienung via Fernbedienung sowie die einfache Montage machen „Argus Aufputz-Bewegungsmelder“ wertvoll bei der sicheren Rundumüberwachung – zum Beispiel von Hausfronten, Hallen, Tiefgaragen, Einfahrten oder Treppenaufgängen.

> www.merten.de