Als noch niemand ernsthaft an den demografischen Wandel glaubte, hat sich die Hotelberufsfachschule bereits mit dieser drohenden Problematik auseinandergesetzt. Und so wurde 1986 die Hotelfachschule an der WIHOGA in Dortmund aus der Taufe gehoben. Dort werden unter anderem junge Menschen auf ihre zukünftige Karriere in Hotellerie und Gastronomie vorbereitet, die noch nicht volljährig sind.

Neben der Qualifika­tion von gestandenen Nachwuchsprofis zu Betriebswirten und Führungskräften in der zweijährigen Wirtschaftsfachschule werden seitdem junge Menschen schon vor der dualen Ausbildung intensiv auf das harte Dienstleistungsgeschäft vorbereitet. „Eine stetig wachsende Anzahl von Ausbildungsbetrieben setzen dabei auf das Hotelberufsschuljahr als erstes Ausbildungsjahr, das in die duale Ausbildung integriert ist“, meint Schulleiter Harald Becker und lädt alle interessierten Vertreter der Betriebe ein, entsprechende Vereinbarungen mit der WIHOGA zu treffen – inklusive versprochener Hilfestellung bei der Akquise engagierter Jugendlicher.

Olaf Offers (l.) und Schulleiter Harald Becker (r.) mit Jürgen Wolf

Grund genug, das 25-jährige Bestehen der Hotelberufsfachschule mit einem Festakt in den Räumlichkeiten der WIHOGA am Dortmunder Rombergpark zu begehen. Unter den zahlreichen Gästen war neben Olaf Offers, Präsident des DEHOGA NRW, auch der Leitende Regierungsschuldirektor Ulrich Rüffin von der Bezirksregierung Arnsberg. „Stürmische Zeiten sind gute Zeiten für alle, die neue Wege gehen möchten“, betonte Jürgen Wolf, Vorsitzender des Schulvereins für das Hotel- und Gaststättengewerbe Nordrhein-Westfalen, in seiner Festrede. „Wir feiern das 25-jährige Bestehen unserer Hotelberufsfachschule in einer Zeit, in der sich der Ausbildungsmarkt komplett gedreht hat.

Mittlerweile können sich Jugendliche ihren Ausbildungsplatz aussuchen. Rund 30.000 Lehrstellen waren kurz vor dem Ausbildungsstart 2011 noch nicht besetzt. Unser schulisches Angebot wird sicherlich dazu beitragen, das qualifizierte Jugendliche die für sie geeignete Ausbildung in Hotellerie und Gastronomie finden und sich dort professionell und mit großer Zufriedenheit entwickeln. Schließlich setzt erfolgreiches Lernen ein entsprechendes Umfeld voraus. Und das bieten wir ihnen hier.“

Die WIHOGA-Hotelberufsfachschule richtet sich einerseits an Jugendliche mit Fachoberschulreife, die noch zu jung für eine Ausbildung im regulären Betriebsablauf eines Hotels oder Restaurants sind. „Die meisten gastgewerblichen Betriebe stellen nur volljährige Bewerber ein, um keine Probleme mit dem Jugendarbeitsschutzgesetz zu bekommen“, merkt Uwe Gast als Leiter des Bildungsgangs „Berufsfachschule“ an und stellte den vielseitigen Schulunterricht vor.

Kamen zum Festakt nach Dortmund: Uwe Kirschner, Geschäftsführer DEHOGA-Ostwestfalen, Wolfgang Henke, Hauptgeschäftsführer DEHOGA Westfalen, Jürgen Wolf und Johannes Eyers (v.l.) vom Schulträgerverein.

„Von Anfang an bieten wir Unterricht im Sinne des gastgewerblichen Betriebes, also aus Unternehmersicht, an. Damit wird aktives Mitdenken schon in der Ausbildung gefördert. Der Unterricht setzt sich je zur Hälfte aus Theorie und Praxis zusammen, wobei die praktische Unterweisung die Bereiche Küche, Service, Empfang, Housekeeping und Verwaltung umfasst. Nach diesem Jahr wird der Besuch der Hotelberufsfachschule in aller Regel auf die Dauer der anschließenden betrieblichen Ausbildung angerechnet.“

Anschließend diskutierte Moderator Kay Bandermann mit ehemaligen und aktuellen Schülerinnen und Schülern über ihre Motivation, eine gastgewerbliche Berufskarriere eingeschlagen zu haben. Drei Managerinnen aus der regionalen Hotellerie und Gastronomie berichteten über ihre Erfahrungen mit Absolventen der Hotelberufsfachschule sowie über die aktuellen Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden, die heutzutage in der Regel das „Gastgeber-Gen“ nicht selbstverständlich mitbringen.

Abschließend sprach der WDR-Wirtschaftsjournalist mit Olaf Offers und Harald Becker über das aktuelle Angebot der WIHOGA und die Zukunftsplanungen bezüglich der Hotelberufsfachschule, die möglichweise ab dem Schuljahr 2013/14 auch in einer zweijährigen Version angeboten wird, die den Schülerinnen und Schülern zusätzlich den bis dahin noch nicht vorhandenen Mittleren Bildungsabschluss vermittelt. Ilona Eisermann
www.wihoga.de