gastgewerbe-Magazin: Welche Highlights erwarten die Besucher in diesem Jahr auf der Anuga?
Grothues: Die Anuga an sich ist ja schon ein Highlight: Über 6.500 Unternehmen aus 100 Ländern stellen aus und zeigen ein internationales Top-Angebot an Nahrungsmitteln und Getränken für alle Absatzkanäle, also den Handel, die Gastronomie und den Außer-Haus-Markt. Aber natürlich setzt auch die Anuga in diesem Jahr Akzente, indem sie zum Beispiel Neuheiten in der Sonderschau „taste 11“ bündelt oder zentrale Food-Themen intensiv in Kongressen und Workshops bearbeitet. Gerade für Gastronomen wichtig sind ja zum Beispiel das hochkarätige Forum Systemgastronomie oder der Marktplatz Gastronomie, der zentrale Anlaufpunkt des DEHOGA (Bundesverband und NRW), wo es die Gelegenheit zum Austausch mit anderen Gastronomen gibt.

Und was gibt es Neues?
Erstmals wird es unter dem Dach der Anuga eine eigene Fachmesse geben, die ganz auf die Bedürfnisse der Gastronomen und des Außer-Haus-Marktes ausgerichtet ist. Die Anuga FoodService – eine der zehn Fachmessen der Anuga – ist eine Weiterentwicklung der Anuga CateringTec. Wir haben die Anuga FoodService dazu im Gelände neu verankert: Sie wird die Halle 7 belegen und hat damit direkten Zugang zur Anuga Drinks, bzw. zur Anuga Meat. Das Angebot umfasst wie bisher Technikanbieter, nimmt aber in diesem Jahr auch Food- & Beverage-Anbieter auf. Das gibt dann – in Kombination mit spannenden Sonderschauen und Kochdemonstrationen – eine sehr dichte und konzentrierte Informations- und Orderplattform für alle, die im Bereich Gastronomie oder Außer-Haus-Markt tätig sind. Auch das Finale im Profi-Kochwettbewerb „Koch des Jahres“ findet in dieser Halle statt. Dafür bauen wir extra die „Anuga Culinary Stage“, die natürlich auch für andere Kochvorführungen zur Verfügung steht und rund um die Uhr Unterhaltung und Informationsprogramm bietet.

Das hört sich nach einer spannenden Plattform für die Gastronomen an. Was waren die Gründe, das Angebot für diese Zielgruppe in dieser Form auszubauen?
Wir folgen hier konsequent dem Marktgeschehen: Das Essen Außer-Haus nimmt ja immer mehr zu, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Für die Produzenten von Nahrungsmitteln und Getränken wird also diese Absatzschiene zunehmend wichtiger. Darüber hinaus wachsen auch Handel und Gastronomie immer stärker zusammen: Denken Sie nur an die zahlreichen Formen der Gästebewirtung in Supermärkten. Mit der Anuga FoodService bedienen wir also die Bedürfnisse der Anbieter und der Nachfrager gleichermaßen. Schon heute können wir sagen, dass der Markt auf diese Fachmesse sehr positiv reagiert hat. Die Halle ist gut belegt – mit sehr guten und für den Foodservice wichtigen Unternehmen. Das Rahmenprogramm wird zusätzlich Besucher und Interessenten anziehen und damit auch unterstreichen, wie viel Bewegung und Spannung im Außer-Haus-Markt ist.

Gibt es auch in den anderen Hallen spezielle Angebote für Hoteliers und Gastronomen?
Die Anuga hat mehrere Ordnungskriterien, die die Messe trotz ihrer Größe zu einem effektiven Besuchserlebnis machen. Zum einen gibt es die zehn Fachmessen und damit die räumliche Bündelung von Themen wie Fleisch- oder Milchprodukte. Zum anderen gibt es die Möglichkeit, sich das Ausstellerangebot nach „Trendthemen“ zu sortieren, zum Beispiel nach „Angeboten für die Gast­ronomie bzw. den Außer-Haus-Markt“ – unsere Datenbank macht’s möglich. Vor allem für die Vorbereitung auf den Messebesuch bietet die Datenbank eine gute Basis. So kann ich dann das Angebot finden, das ich brauche und suche, auch außerhalb der Anuga FoodService. Denken Sie nur an die vielen Spezialitäten bei den Feinkostausstellern in der Fachmesse Anuga FineFood.

Auch in diesem Jahr wurde die Branche ja von massiven Lebensmittelskandalen gebeutelt. Hat das Konsequenzen auf das Angebot der Aussteller?
Die Lebensmittelwirtschaft hat mittlerweile gelernt, mit den Skandalen, die die Branche immer wieder heimsuchen, umzugehen. Auf das Angebot der Aussteller haben die aktuellen Krisen keine unmittelbaren Auswirkungen, auch wenn das Bewusstsein für die Sorgen und Nöte der Verbraucher sehr groß ist. Viele Unternehmen zeigen darum ihre Strategien zu Themen wie Lebensmittelsicherheit, Rückverfolgbarkeit und Nachhaltigkeit auf. Sie zeigen, dass sie die Verantwortung ernst nehmen. Nicht zuletzt sind diese Strategien natürlich auch gute und wichtige Unterscheidungsmerkmale im Wettbewerb.

Und wie können Gastronomen davon profitieren, um ihren Gästen die nötige Sicherheit garantieren zu können?
Die Gastronomen müssen hier eigene Strategien entwickeln und tun dies ja auch. Selbst marktführende Fastfood-Ketten zeigen mittlerweile, woher ihre Lebensmittel stammen und wie sie verarbeitet und zubereitet werden. Die Branche hat verstanden, dass Transparenz und Offenheit die besten Maßnahmen sind, um dem Kunden das nötige Gefühl der Sicherheit und Zuverlässigkeit zu vermitteln. Die Hersteller der Nahrungsmittel und Getränke arbeiten hier Hand in Hand mit dem Handel und natürlich mit dem Außer-Haus-Markt.

Wie wir gelernt haben, schützt auch „Bio“ nicht vor hygienischen Problemen. Gibt es inzwischen neue Trends, auf die die Anbieter Antworten finden müssen?
Hygiene wird immer ein wichtiges Thema bleiben, und das ist auch gut und richtig so. Was heute sicherlich ein Top-Thema ist, ist gesunde Ernährung. Ich denke hier auch vor allem an die vielen Gemeinschaftsverpfleger in Schulen, Kantinen, Krankenhäusern oder Mensen. Hier sind Konzepte gefragt, um auf die Nachfrage nach gesunder und natürlicher Ernährung zu reagieren. Selbstverständlich kann das nur gemeinsam mit den Erzeugern passieren. Ich denke, dass hier in Zukunft noch mehr gemeinsame Initiativen entwickelt werden, auch im Hinblick auf die Themen Übergewicht, Vegetarismus, Halal, Tierwohl, usw.

Was empfehlen Sie dem Gastronomen? Warum sollte er sich einen Besuch auf der diesjährigen Anuga auf keinen Fall entgehen lassen?
Ich kann nur empfehlen, es sich nicht nehmen zu lassen, sich aus erster Hand in Köln zu informieren. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass jene Gastronomen Erfolg haben, die sich dem Neuen öffnen und mit dem Markt bewegen. Aber dazu muss man zur Anuga kommen, Kontakte knüpfen, vernetzen, neue Ideen auf sich wirken lassen. Die Anuga ist eine Fundgrube für alle, die nah am Markt agieren wollen.