Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) sieht wieder optimistisch in die Zukunft. So schätzt der BVE die Umsätze des letzten Halbjahres 2010 im Profibereich auf insgesamt 30 Milliarden Euro. Das bestätigt auch eine Langzeitstudie des Marktforschungsinstitutes The Business Target Group. Diese zeigt, dass die konjunkturelle Entwicklung wieder nach oben weist. Die breite Palette der Produkte und Neuerungen der Lebensmittelbranche helfen den Küchenprofis und Gastronomen dabei, ihre Gäste wieder begeis­tern zu können.

„Clean Products“

Frische und Qualität sind die beiden großen Trends im Außer-Haus-Markt. Besonderes Augenmerk liegt dabei immer noch auf Convenience, wobei die bedarfsgerechte und kundenorientierte Vorbereitung und deren zubereitungssichere und mühelose Verarbeitung im Mittelpunkt steht. Ein besonders wichtiger Aspekt ist die Natürlichkeit der Produkte, denn Ernährung und Gesundheit wachsen weiter zusammen. Transparenz und nachvollziehbare Herkunft werden immer wichtiger und zu einem unverzichtbaren Qualitätskriterium. Das „Clean-Labeling“ im Außer-Haus-Bereich ist schon weit auf dem Markt vorgedrungen. Jetzt sind „Clean Products“ das nächste große Ziel vieler Unternehmen.

Auf Nachhaltigkeit setzen

Nachhaltigkeit ist im Außer-Haus-Markt ein immer größer werdender gesellschaftspolitischer Trend. Bei vielen Großverbrauchern ist die Orientierung an Gesundheit und Nachhaltigkeit bereits Pflicht geworden, wohingegen Event-Veranstalter und Restaurants noch Genuss und Erlebnis in den Vordergrund stellen. Verbraucher achten beim Einkauf auf regionale, ressourcenschonende Produkte, die nachhaltig produziert werden, oder auf deren Sozialverträglichkeit.

Erwartungen der Gäste

Der BVE ist davon überzeugt, das in Zukunft der Anspruch des Gastes in Deutschland auf ein ausgewogenes und gesundes Angebot in der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung zunehmen wird. „Auch das Interesse an Inhaltsstoffen und die Frage nach der Herkunft der Lebensmittel im Hinblick auf Regionalität, Nachhaltigkeit und Umweltaspekte werden weiter an Bedeutung gewinnen. Die Lebensmittelindus­trie muss diesen Herausforderungen zukünftig noch stärker Rechnung tragen“, meint BVE-Vorsitzender Jürgen Abraham. Ein besonders positives Beispiel sind hier die Bereiche „Seniorenkost“ und „Schulverpflegung“, die bereits schon jetzt vermehrt immer besser aufeinander abgestimmte Angebote haben, die diesen Zielgruppen entgegen kommen.

Küchentrends

In der Küche geht der Trend zurück zum Altbewährtem. Das Schnitzel als Klassiker der Küche wird in neuem Gewand und in verschiedenen Spielarten angeboten. Das deftig-rustikale kulinarische Vergnügen ist ebenso angesagt wie die Zubereitung in Edel-Varianten. Neben der gesundheitsbewussten Ernährung habe auch diese Zubereitungsform durchaus ihre Berechtigung. Auch der Snack bietet dem Gast neben der Haute Cuisine eine Fülle an Geschmackrichtungen aus der heimischen, italienischen, indischen, asiatischen oder mediterranen Küchenwelt an. Selbst Crossover-Mischungen kommen gut an, Hauptsache das Produkt bietet eine authentische und hausgemachte Optik. Ganz gleich, aus welchem Küchenstil es kommt.

Essen macht glücklich

Einen besonderen Trend sehen die Forscher im Bereich „Mood Food“, also Essen das glücklich macht. Und glücklich macht nicht nur die altbekannte Schokolade, sondern gerade Gerichte aus der regionalen und traditionellen Küche sowie ganz besonders bewusste und gesundheitsorientierte Gerichte. Heimwehküche als Seelentröster.

Fazit: In der Welt der Gastronomie sind die Trends vielfältig, für jeden ist etwas dabei. Nach wie vor zählt natürlich das Ergebnis auf dem Teller. Aber die individuelle Leistung der Küche wird durch den Augenmerk auf Qualität und optimale Zubereitung geadelt. Diese Entwicklung wird sich auf der INTERNORGA 2011 in ihrer ganzen Vielfalt präsentieren.
Ilona Eisermann