Zur Person
Als erfolgreicher Absolvent der Hotelfachschule Lausanne kennt sich Manuel Mataré natürlich bestens in der nationalen und internationalen Hotel- und Gastronomiebranche aus. Der aus einer traditionsreichen Düsseldorfer Hotelierfamilie stammende Spross ist seit 1987 bei der Messe Düsseldorf GmbH tätig. Neben seiner Tätigkeit als Director hogatec ist er in gleicher Funktion auch für die drupa verantwortlich. Der 56-Jährige ist verheiratet und lebt in der Landeshauptstadt.
gastgewerbe-Magazin: Haben Sie mit dem Themenpark „Verpflegungssysteme“ ein völlig neues Angebot für die hogatec-Fachbesucher geschaffen?
Manuel Mataré: Nein, haben wir nicht. Neu ist allerdings die Ausrichtung dieses etablierten Themenparks, der zuvor unter dem gängigen aber einschränkenden Namen Cook & Chill lief. Der neue Titel symbolisiert, dass dort nun nicht nur ein Teil, sondern das gesamte Spektrum der Produktions-, Regenerations- und Speisenverteilsysteme live vorgeführt wird. Auch unsere Themenparks „Frühstück & Brunch“ oder die „Ideenküche“ warten weiterhin mit frischen Ideen auf. Wir wollen unseren Besuchern anhand von Beispielen zeigen, wie mit exklusivem Design, aktueller Küchentechnik und ausgefallenen Konzepten Stammkunden überzeugt und neue Gäste gewonnen werden können – und das alles in einem rentablen Investitionsrahmen.
Mit „Café & Concept“ wird das Thema Kaffee relaunched?
Ja. Kaffee war in den letzten Jahren in aller Munde und wird auch auf der hogatec 2010 eine wichtige Rolle spielen. Auch hier haben wir die Angebotspalette kräftig überarbeitet. Es geht nicht mehr alleine um die schwarzen Bohnen, sondern um Kaffee-Cocktails, Szeneeinrichtungen und Törtchen-Taxis.
Die Schulverpflegung nimmt einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Auch auf der hogatec?
Dieser Bereich ist für uns so wichtig, dass wir ihm einen eigenen Themenpark widmen. Aufgrund des Ausbaus der Ganztagsschulen in Deutschland befindet sich die Schulverpflegung im Umbruch. Industrie und Dienstleister können von diesem attraktiven Wachstumsumfeld partizipieren. Aber auch für Cateringunternehmen und Gastronomen ist dieses Thema sehr spannend. Mit Behörden, Schulvertretern und Eltern sprechen wir Besucher an, die erstmalig zur hogatec kommen werden. Schließlich sind die meisten Einrichtungen bei der Einführung der Schulverpflegung derzeit überfordert. Wir nehmen die Verantwortlichen an die Hand und zeigen ihnen unterschiedlichste Lösungen auf.
Das Thema Energiesparen wird zunehmend immer höher gehängt. Wie sieht es auf der hogatec 2010 aus?
Auch auf der hogatec wird Energiesparen großgeschrieben. Mit wertvollen und leicht umsetzbaren Ideen können Einsparpotenziale umgesetzt werden. Man muss nur wissen, wie es geht. Schließlich stecken rund 15 Prozent Einsparpotenzial in jedem gastgewerblichen Betrieb. Neben organisatorischen Sofortmaßnahmen durch Mitarbeiterschulungen gibt es aber auch die große Lösung durch energiesparende Küchengeräte. Auf der hogatec wird es reichlich Anregungen geben, wie man durch gezielte Maßnahmen bares Geld in der Profiküche, im Restaurant oder im Hotel einspart.
Die hogatec versteht sich stets als Partner von Hotellerie und Gastronomie. Wie setzen Sie das um?
Indem wir stets am Puls der Zeit sind. Dabei saugen wir in Deutschland und dem Ausland Trends auf und reflektieren sie für unsere tägliche Arbeit. Und davon kann das Gastgewerbe profitieren. Wir veranstalten am Standort Düsseldorf über 40 verschiedene Messen für unterschiedlichste Branchen, doch gerade bei der hogatec und dem Gastgewerbe ist unsere persönliche Affinität sehr hoch. Schließlich bringen wir ja auch als Messeveranstalter Gäste aus aller Welt in die Düsseldorfer Hotellerie und Gastronomie sowie ins Umland.
Jetzt hat die deutsche Hotellerie endlich die Absenkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent. Was versprechen Sie sich davon?
Wir hoffen, dass das durch die Mehrwertsteuersenkung freiwerdende Geld in dringend erforderliche Anschaffungen investiert wird. In Deutschland ist es in den letzten Jahren in vielen Hotelbetrieben zu einem nicht zu übersehenden Investitionsstau gekommen. Da wir die erste hogatec nach der Steuersenkung sind, sehen wir der Entwicklung natürlich mit einer gewissen Spannung entgegen. Unsere Angebotspalette bietet eine ideale Informationsplattform und Entscheidungshilfe für die Betriebsinhaber.

Manuel Mataré Foto: Holger Bernert
Hat sich der Anteil der Nahrungs- und Genussmittel an der hogatec verändert?
Nein. Aber auch in diesem Jahr profitieren die Besucher vom parallel zur hogatec stattfindenden Foodmessen-Trio InterMopro, InterCool und InterMeat. Alle vier Messen können mit nur einem Ticket besucht werden. Die Foodmessen stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Nachhaltigkeit“. Das Bewusstsein der Verbraucher für soziale und ökologische Folgen wirtschaftlichen Handelns ist auf dem Vormarsch. Deshalb wächst bei den Anbietern die Notwendigkeit, ernsthaftes Interesse am Wohlergehen von Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und der Umwelt als Ganzes zu entwickeln. Aber auch für den besonderen Gaumenschmaus ist durch die neue „Gourmet Plaza“ der Foodmessen gesorgt. Wir wollen in dieser Sonderschau Feinkost aus einer ganz neuen Sicht präsentieren.
Setzen Sie bei der hogatec auch auf mehr Input bei Einrichtung und Ausstattung?
Unseren Fokus setzen wir im Themenpark „Ambiente & Ambitionen“ in diesem Jahr auf den öffentlichen Teil eines Hotels. Also alle Dinge, die mit der Rezeption, der Eingangshalle oder auch dem Wellnessbereich zu tun haben. Dabei legen wir Wert darauf, dass nicht einzelne Punkte herausgestellt werden. Uns geht es um ganzheitliche Lösungen, wobei die Aussteller ihre Angebote als Überraschungseffekt inszenieren.
Auf was dürfen sich die Fachbesucher aus Hotellerie und Gastronomie sonst noch freuen?
Einen Schwerpunkt setzen wir auf die Bereiche Personalvermittlung sowie Aus- und Weiterbildung. In Zusammenarbeit mit der Your Career Group und mit dem DEHOGA NRW als Partner bieten wir außerdem eine Aus- und Weiterbildungsbörse an.
Gehört die „Ideenküche“ auch dazu?
Auf jeden Fall. Wir möchten zeigen, wie man mit aktueller Gastrotechnik lecker auftischen kann – und das lebendig, produktübergreifend und genussreich. Die „Ideenküche“ will endlich mit vielen Vorurteilen rund um den Einsatz von Higtech-Kochgeräten und Convenience-Produkten aufräumen und neue Wege aufzeigen. Das ist mehr als über den Tellerand schauen. Das ist Topfgucken für Fachleute.
Gibt es gravierende Unterschiede zwischen den derzeitigen gastgewerblichen Fachmessen in Deutschland?
Es gibt viele lokale Messen und Ausstellungen, aber nur drei ernstzunehmende regionale Veranstaltungen. Zu Letzteren zähle ich auch die hogatec. Wie bei den Messen der Wettbewerber kommen rund 90 Prozent der Besucher aus einem Umkreis von 300 Kilometern. Und so decken Hamburg, Stuttgart und Düsseldorf die Nachfrage in Deutschland komplett ab.
Wie sieht die Zukunft der hogatec aus?
Die hogatec ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil unseres Messeportfolios. Wir werden auch in Zukunft mehr auf Qualität als auf Quantität setzen. Dabei stellen wir unser Angebot konsequent in den Fokus des Fachbesuchers.
Am Schluss noch ein Tipp von Ihnen. Wer wird Weltmeister?
Südafrika – zumindest als Gastgeber. Sportlich sehe ich Deutschland im Endspiel gegen Brasilien. Unsere Jungs werden mit einem 2:1-Sieg nach Verlängerung das Spielfeld als Weltmeister verlassen. Als bekennender Kosmopolit bin ich gerne auf der Seite der Außenseiter.


1 Kommentar
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Pingback by KURZENEWS – Interview mit Manuel Mataré zur hogatec — 2. August 2010 um 19:07
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