Und um zum Thema zu kommen: Wie wird der Mittwettbewerb von Anderen gesehen? Diesen Blick auf das Wohl und Wehe von Branchen nimmt zum Beispiel die Ratingagentur FERI. In Deutschland, ist FERI quasi das „Standard & Poor‘s“ der USA. FERI beschäftigt sich damit festzustellen, wie es den einzelnen Branchen in Deutschland geht. Und sieht sich auch in der Lage, die weitere Entwicklung dieser Branchen in einer häufig vierteljährlichen Prognose vorherzusagen.
Für einige ausgewählte Gastronomiezweige sieht es aktuell wie folgt aus:
Und was bedeutet dies nun für Sie?
Sollten Sie z.B. mit Ihrem Bankenpartner nicht regelmäßig wenigstens Ihre Bilanzen besprechen, färbt dieses Branchenrating auf Sie ab. Denn Ihr Banker hat keine besseren Informationen, wenn Sie ihm keine geben.
Folgen hieraus können bei schlechteren Branchenratings unter anderem sein:
- Kreditverweigerung (Darlehen oder Kontokorrekt)
- höhere Zinssätze
- höhere Bankgebühren
- Beendigung der Geschäftsbeziehung.
Bezogen auf die USA stört der höhere Refinanzierungszinssatz. Die Herabstufung wurde auch damit begründet, dass man das vorgelegte Entschuldungskonzept nicht für schlüssig erachtet. So funktioniert Rating auch im Kleinen bei Ihnen. Das schlechteste Konzept ist, keines zu haben. Folglich ist es wichtig, ausgehend von den eigenen Buchhaltungszahlen der Hausbank zu erklären, weshalb Sie mit Ihrem Unternehmen natürlich besser sind als der Durchschnitt. Da der Durschnitt laut Feri schon ziemlich schlechte Noten hat, reicht für eine Verbesserung wirklich schon ein simples Gespräch anlässlich der Bilanzübergabe aus.
Wer mehr will, dem bieten sich folgende, einfache Möglichkeiten:
- Vorlage einer strukturiert aufgebauten Betriebswirtschaftlichen Auswertung. Hierfür hat der DeHoGa mit der DATEV Branchenkontenrahmen abgestimmt, die Ihr Steuerberater lediglich einsetzen muß. Mehrkosten sind damit üblicherweise nicht verbunden.
- Auf Basis dieses Kontenrahmens können Sie eine individuelle Auswertung erstellen lassen, die Sie selbst leicht verstehen. Denn was Sie als Branchenkenner nicht verstehen, kapiert Ihr Banker mit Sicherheit auch nicht.
- Erstellen Sie vor Beginn des neuen Jahres einen Geschäftsplan mit Umsatz- und Kostenzielen. Das dauert in Zusammenarbeit mit Ihrem Steuerberater keine zwei Stunden.
Wie soll der Banktermin vorbereitet werden?
Erfolg stellt sich am ehesten ein, wenn Sie die potentiellen Fragen Ihres Bankers kennen. Was ist also naheliegender, als dessen Vorbereitungsunterlagen einzusehen? Bei allen Banken haben Sie Zugriff auf die von der Bank selbst veröffentlichten Branchenberichte.

Das wird auch die erste Informationsquelle für Ihren Banker sein.
Von nun an ist es einfach: Aufzeigen, wo Ihr Unternehmen besser ist.
Was darf erwartet werden?
Nichts. Bankgeschäfte sind noch immer Vertrauenssache. Dies bedeutet, man muss sich das Vertrauen erarbeiten. Fangen Sie jetzt mit unangeforderter Information an, wenn Sie in zwei bis drei Jahren ein Darlehen benötigen. Das ist kein zu langer Zeitraum, denn auch Investitionsentscheidungen sollten im Zuge des jährlichen Geschäftsplans mit geplant werden. Dringender Investitionsbedarf wegen Ausfall einer teueren Küchenmaschine wird Ihre Bank oder Leasinggesellschaft noch verstehen. Keinesfalls aber Projekte wie der Umbau des Gastraums oder umfangreiche Anpassungsarbeiten an behördliche Auflagen. Investitions- und Geschäftspläne sind deshalb gerade für die kleineren Unternehmen wichtig. Halten Sie sich wie bei der Werbung immer an die einfache Formel: Immer das tun, was andere nicht erwartet haben. Voila: Überraschen Sie diesmal Ihre Bank.



Keine Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar