Dass die Deutschen immer weniger Bier konsumieren, ist längst ein alter Hut. Tranken die Bundesbürger Mitte der 1970-er Jahre noch 150 Liter Bier, sank der Pro-Kopf-Verbrauch im vergangenen Jahr auf 110 Liter.

Aufgrund des demografischen Wandels schrumpft der Biermarkt in den kommenden Jahren weiter zusammen. Mit innovativen Produkten wie Biermischgetränken, Produkten aus regionaler Produktion oder alkoholfreien Bierspezialitäten kämpft die Branche gegen diese negative Entwicklung.

Doch nicht nur die demografischen Prozesse machen der Branche zu schaffen. Auch die in den letzten Monaten explodierenden Rohstoffpreise und der Preiswettkampf im Handel setzen die Brauwirtschaft unter Druck. Im vergangenen Jahr setzten Brauereien und Bierlager 98,3 Millionen Hektoliter Bier ab und damit 1,7 Prozent weniger als 2009.

Zwar nahm der Export mit 2,6 Prozent in EU-Länder und 17,7 Prozent in Drittländer zu, doch auf dem mit Abstand wichtigeren Markt zwischen Kiel und dem Bodensee sank der Bierabsatz zum vierten Mal in Folge.

Derweil setzen die bayerischen Brauer auf echte Regionalität und die Vermittlung authentischer Werte. Mit entsprechenden Maßnahmen wollen sie dem seit Jahren andauernden Mengenverfall des Biermarktes trotzen. So warnt Michael Weiß, Präsident des Bayerischen Brauerbundes, die Branche davor, durch permanente Dauerniedrigstpreise die Wertschätzung des gesamten Getränkesegments Bier aufs Spiel zu setzen.

„Die Mengenentwicklung folgt der schwindenden Achtung der Menschen gegenüber dem deutschen Traditionsgetränk und dem durch Preisverfall provozierten Ansehensverlust einiger großer Marken.“

Er appelliert an die Brauer, durch ein konsequentes Bekenntnis zu Qualität und sensorischer Vielfalt der nach dem Reinheitsgebot gebrauten bayerischen Bierspezialitäten dem im Biermarkt zurzeit herrschenden blinden Aktionismus entgegenzutreten.

Trotz der hohen Beschaffungskosten für Rohstoffe und der ständig ansteigenden Energie- und Produktionskosten möchte die Bitburger Braugruppe ihre Preise im laufenden Jahr stabil halten. Für 2012 kann Rainer Noll, Vertriebsdirektor Außer-Haus-Markt, eine Preiserhöhung nicht ausschließen.

Grundsätzlich schaut Peter Hahn, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, eher positiv in die Zukunft und verspricht den Biergenießern, dass deutsches Bier auch weiterhin zu einem sehr attraktiven Preis in einer weltweit einzigartigen Vielfalt angeboten wird. „Wenngleich der Preis für das eine oder andere Bier steigen wird, gilt doch auch weiterhin: Bier ist rein. Bier ist Genuss. Bier ist Deutschland.“