Die tägliche Lust der Deutschen auf eine Tasse Kaffee lässt die Kaffeewirtschaft jubeln. Der koffeinhaltige Wachmacher ist und bleibt das am meisten konsumierte Getränk zwischen Flensburg und Berchtesgaden. „Deutschland ist ein Kaffeeland“, attestiert Holger Preibisch von Deutschen Kaffeeverband in Hamburg. „Dies zeigt allein die Steigerung im Kaffeekonsum im Jahr 2009 um 1,3 Milliarden Tassen Kaffee im Vergleich zum Vorjahr.“
Für das abgelaufene Jahr erwartet der Hauptgeschäftsführer ähnlich positive Zahlen. In den letzten Jahren sei der Pro-Kopf-Verbrauch stetig gestiegen – seit 2005 immerhin um sechs Liter je Bundesbürger.
Eine echte Kaffeerevolution ist auch für 2011 nicht zu erwarten.
Die Kaffeetrends der jüngsten Vergangenheit halten weiterhin an. Die auf Espresso basierten Heißgetränke wie Latte Macchiato, Cappuccino oder Caffè Latte stehen vor allem in der Gastronomie hoch im Kurs der Verbraucher.
Dabei greifen immer mehr Restaurants, Gaststätten und Cafébars auf Espresso aus deutscher Produktion zurück. Wurde bis vor fünf Jahren deutlich mehr Espresso und Caffè Crema aus italienischer Röstung in Deutschland konsumiert, kehrt sich dieser Trend seit 2006 um.
Im Jahr 2009 wurde mehr als die doppelte Menge des in der Bundesrepublik konsumierten Espressos in Deutschland geröstet als aus Italien importiert. „Espresso und Caffè Crema werden häufig in Vollautomaten eingesetzt“, weiß Holger Preibisch. „Vielfach entscheiden sich Gas-tronomen bewusst für eine Siebträgermaschine, um den Kaffeegenuss vollends zu garantieren. So wird der Espresso auf klassische Art zubereitet und für den Gast zelebriert.“
Ein starker Trend sind sortenreine Kaffees, die aus nachhaltigem Anbau stammen. Vor allem die Nachhaltigkeit ist laut Preibisch ein wichtiges Thema in der verantwortungsvollen Kaffeewelt. „Kaffeehersteller und Gastronomen müssen sich diesem Thema annehmen, um mittel- und langfristig im Kaffeegeschäft zu bleiben.“ Genauso wichtig wie das Engagement für Nachhaltigkeit sei die Vermarktung dieses sozialen Anliegens.
„Nachhaltige Produkte müssen angepriesen werden“, ist sich der Verbandschef sicher. „Und auch die Unternehmensphilosophie des gastgewerblichen Unternehmens sollte da-rauf ausgerichtet werden.“ Die Herausforderung sei dabei, den Konsumenten auf nachhaltige Produkte aufmerksam zu machen und ihn dazu zu bewegen, diese auch zu kaufen. „Häufig verlangt der Kaffeetrinker zwar nach nachhaltig gehandelten Produkten, ist aber leider nicht bereit, dafür mehr zu bezahlen.“
Nach Einschätzung des Deutschen Kaffeeverbandes werde Filterkaffee in den nächsten Jahren wieder eine größere Rolle spielen als bisher und sicherlich auch in der Gastronomie verstärkt ins Angebot aufgenommen.


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