Sie haben circa 1 200 Mitarbeiter in aktuell 25 Restaurants. Ist für Sie als Unternehmer betriebliches Gesundheitsmanagement ein Thema?

(Foto: privat)

Christian Eckstein: Ganz klar Ja! Die Motivation dazu kommt natürlich von der eigenen Erkenntnis her, dass Leistungsfähigkeit Grenzen hat. Zudem möchte ich den Erfolg mit den Menschen teilen, die mir helfen, erfolgreich zu sein. Wir haben gerade im Niedriglohnbereich große Probleme, gute Mitarbeiter zu finden. Da zählt jeder einzelne. Daher will ich, dass es ihnen gut geht – und da gehört Gesundheit dazu.

Was bieten Sie Ihren Mitarbeitern, damit sie fit bleiben?

Jeder, der nachweislich regelmäßig Sport treibt, bekommt 50 Prozent Zuschuss von mir. Darüber hinaus haben wir einen externen Betriebspsychologen, der für das betriebliche Gesundheitsmanagement verantwortlich ist. Er steht den Mitarbeitern zur Verfügung, hilft ihnen bei Konflikten und macht zum Beispiel auch Kommunikationstraining mit ihnen. Das wirkliche Problem sind heute ja Handys, Mails und WhatsApp, diese permanente Erreichbarkeit und Überforderung, die zu psychischen Erkrankungen führen. Wir versuchen daher, Leistungsdruck abzuschaffen – das ist meiner Meinung nach die wahre Gesundheit.

Wie kann das funktionieren?

Indem man zum Beispiel anstelle von Zusatzboni lieber gleich mehr bezahlt. Außerdem haben wir begonnen, bei Schichtarbeitern die Herzfrequenz zu messen, um auswerten zu können, wann sie Stress empfinden. Ein weiteres Projekt, das wir in einer Arbeitsgruppe angehen, befasst sich mit Störungen durch Handys. Unser Ziel ist es, zu bestimmten Zeiten, vor allem auch im Urlaub, Handys abzuschalten, um Ruhephasen zu schaffen.   

Bekommen solche Maßnahmen dem Betriebsklima?

Ja, sehr sogar. Es geht um Wohlfühlen. Ich will, dass meine Mitarbeiter ein kleines Stückchen glücklicher als andere sind. Wenn man sich um Menschen kümmert, ihnen etwas anbietet und miteinander etwas tut, das verbindet und bekommt dem Team ebenso wie dem Betrieb.

Kümmert sich der Chef denn auch um seine eigene Gesunderhaltung?

Ich habe einen Fitnessraum direkt in unserer Verwaltung eingerichtet, richtig groß, mit 250 m2. Als Signal dafür, dass jeder meiner Führungskräfte hier im Haus Sport treiben kann. Da trifft man mich regelmäßig!

> Die Fragen stellte Karin Gabler