Lindner blickte vor dem Who is Who der deutschen Hotellerie auf 25 Jahre Hotelverband zurück. Aus knapp 400 Mitgliedern bei der Gründung sind inzwischen 1300 geworden. Das sei gut und richtig, denn „die bedeutenden Themen unserer Zeit wie Globalisierung, Digitalisierung und Nachwuchsgewinnung meistert keiner mehr alleine.“ Die Branche sei aufgerufen, frühzeitig auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren und den gravierenden Wandel als Akteur zu gestalten. „Nur durch stetigen Informations- und Erfahrungsaustausch, durch Stärke und Zusammenhalt in der verbandlichen Solidargemeinschaft können wir der Zukunft erfolgreich begegnen“, lud Lindner auch dem Hotelverband noch nicht beigetretene Kolleginnen und Kollegen zum Mitmachen ein.

Darüber hinaus forderte der IHA-Vorsitzende vernünftige politische Rahmenbedingungen für die Branche. Bürokratie, Überregulierung und Kostendruck hätten extrem zugenommen. „Unternehmerisches Handeln darf nicht bestraft werden“, sagte Lindner. Man dürfe der Branche nicht jeden Tag ein Bein stellen, schließlich beschäftige man Menschen und zahle seine Steuern vor Ort. Apropos Steuern: Lindner verwies auch darauf, dass die Hotellerie heute mehr Steuern bezahle als vor der Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes.

Im Rahmen der Branchenforderungen warnte der Vorsitzende mit Blick auf die Mitbewerber aus der Sharing Economy vor „sozialromantischem Denken“. Was eigentlich gut gedacht war, habe sich zu einem knallharten Geschäftsmodell entwickelt, bei dem einzelne Vermieter bis zu 30 Wohnungen anbieten – und das unter ganz anderen rechtlichen Voraussetzungen. „Wir sind keine Hardliner, aber wir wollen gleiche Wettbewerbsbedingungen. Wir haben keine Lust, mit einem Bobbycar beim Formel-1-Rrennen am Start zu stehen“, so Lindner zur Forderung nach fairen Wettbewerbsbedingungen.

Klare Worte fand der IHS-Vorsitzende in seinen Ausführungen zur Arbeits- und Fachkräftesicherung. Er machte deutlich, wie wichtig es sei, etwaige Missstände in den Betrieben aufzudecken, Probleme anzupacken und neue Wege beim Recruiting zu gehen. Zugleich appellierte er an seine Kollegen, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen und die einzigartigen Möglichkeiten und Perspektiven der Hotellerie selbstbewusst hervorzuheben.

Neben der Politik ging es beim IHA-Kongress auch um Trends und Information. Auf der Bühne stand unter anderem Sven Gábor Jánszky, Geschäftsführer der Leipziger 2b Ahead ThinkTank GmbH, der in seinem ebenso wegweisenden wie motivierenden Vortrag „Rulebreaker – was Querdenker anders machen“ die Bedeutung und Notwendigkeit von Regelbrüchen für den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt und den betrieblichen Handlungsbedarf aufzeigte. Neue Denkanstöße gab es auch von Prof. Dr. Oliver P. Heil von der Universität Mainz, der zusammen mit Thomas Haas, Geschäftsführer der Travel Charme Hotels GmbH, und Sebastian Schulz, Revenue Manager und externer Doktorand der Hotelkette, erklärte, wie NeuroChoice konkret helfe, „Mehrumsatz aus dem Gast herauszukitzeln“.

Die Rolle der Kongressteilnehmer war nicht nur aufs Zuhören, Diskutieren und Kontakten beschränkt, sie entschieden mit ihrer Stimme auch darüber, wer als Preisträger nach Hause fährt. Beim IHA-Branchenaward für Start-ups überzeugte Hotelshop.one die Mitglieder mit einem Shoppingangebot für jedes Hotel und wurde im feierlichen Rahmen der IHA-Nacht „25 Jahre“ als Gewinner des mit 125.000 Euro dotierten IHA-Branchenawards für Start-ups gebührend gefeiert. Der erstmals unter den Preferred Partnern des Hotelverbandes ausgeschriebene Titel der „Produktinnovation des Jahres“ ging an den SuitePad Lobby-Projektor.