Das Thema Digitalisierung ist so aktuell wie nie – das gilt für Gastronomie und Hotellerie ebenso wie für andere Industrien. Schließlich sollen Potenziale ausgeschöpft und Herausforderungen der heutigen Zeit bestmöglich gemeistert werden. Doch was genau heißt eigentlich Digitalisierung in der gastgebenden Branche, und wie lassen sich digitale Lösungen so implementieren, dass nicht nur der Chef, sondern auch die Mitarbeiter dahinterstehen?

Der zentrale Faktor Mensch
Für viele ist Digitalisierung noch immer gleich Rationalisierung. Hören sie, dass in ihrem Betrieb stärker in digitale Lösungen investiert werden soll, geht oft die Angst um, den Arbeitsplatz zu verlieren. Dabei bietet Digitalisierung gerade in Zeiten des Fachkräftemangels und des demographischen Wandels viele Chancen und maßgeschneiderte Lösungen, um betriebliche Prozesse in Gastronomie und Hotellerie zu optimieren. „Für mich ist Digitalisierung überhaupt nicht gleichgesetzt mit Automatisierung oder Rationalisierung“, erklärt Andreas Müller, der sich seit mehr als 15 Jahren als Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Adler am Schloss mit hochwertigem Eventcatering und Speisewerk der Digitalisierung verschrieben hat. „Es geht vielmehr darum, Fachkräfte zu entlasten, damit sie sich wieder stärker auf ihre eigentlichen Tätigkeiten konzentrieren können.“ So führt beispielsweise eine automatisierte Temperaturkontrolle in Kühlräumen dazu, dass Köche wieder mehr Zeit haben, kreativ am Herd zu sein.

Richtige Information durch Messen, Verbände und Medien
Viele Gastronomen und Hoteliers tun sich bei der langfristigen Investition in und Umsetzung von Digitalisierung schwer. „Die häufigsten Probleme sind die Verunsicherung durch die sich stetig verändernde Rechtslage, die Investitionsunsicherheit, Manipulation und Datenmissbrauch und die meist wenig individuelle und oft undurchsichtige Anbietersituation“, sagt Jürgen Kirchherr. Es herrscht großer Erklärungsbedarf rund um die verschiedenen Möglichkeiten des vielschichtigen Themas Digitalisierung. „Viele Unternehmen sind permanent auf der Suche nach dem perfekten und individuellen Tool, haben jedoch Probleme, sich bei der Angebotsüberflutung von Nischenprodukten einen Überblick zu verschaffen“, erklärt Andreas Müller. Hier sind Verbände, Fachmedien und Messen wie die Intergastra gleichermaßen gefragt, um die Betriebe mit den relevanten Informationen zu versorgen. „Es geht darum, Netzwerkplattformen zu schaffen und Anwendungsbeispiele aus der Praxis zu präsentieren. Gerade für junge Start-Ups aus der digitalen Branche bietet die Intergastra eine schöne Gelegenheit, sich zu präsentieren“, so Markus Tischberger, Projektleiter der Intergastra. Für Andreas Müller dient die Intergastra vor allem als Plattform und Katalysator, in deren Rahmen sich Anbieter vorstellen, man Neuigkeiten auf dem Markt kennenlernt und Gelegenheit hat, Erfahrungen auszutauschen.