Der Gast lebt in einer Welt des Überflusses und ist ständig auf der Suche nach besonderen und individuellen Erlebnissen. Um erfolgreiche Innovationskonzepte zu gestalten, stehen Gastronomen und Hoteliers vor der Herausforderung, sich in den Gast hinein zu versetzen und seine Bedürfnisse zu bedienen. Doch was genau bedeutet Innovation eigentlich in der gastgebenden Branche und worauf kommt es dabei an? Die Intergastra in Stuttgart will darauf Antworten geben und hat dafür zahlreiche Experten eingeladen, die schon im Vorfeld Hinweise darauf geben, wo die Reise hingeht.

Der Qualitätsanspruch an die Gastronomie und Hotellerie ist so hoch wie nie. „Systematik ist wichtig für eine konstante Qualität. Der Kunde will davon aber nichts mitbekommen“, so Jan Dinter, Geschäftsführer von Celebrate Streetfood. Gleichzeitig strebt der Gast ständig nach neuen Erfahrungen. „Damit Konzepte noch Aufmerksamkeit erregen und in Erinnerung bleiben, müssen sie Emotionen wecken“, so Jean Georges Ploner, Gründer des Beraternetzwerkes Global F&B Heroes.

Doch wie gelingt dieser Drahtseilakt? Industrielle Leistungen mit individuellen Ansätzen sind gefordert. „Ein gutes Beispiel, wo dieses Paradoxon bereits erfolgreich umgesetzt wird, ist das innovative Konzept von Hans im Glück. Es ist systemgastronomisch ausgelegt, setzt aber mit gemütlichem Ambiente, der Speisen- und Getränkeauswahl sowie Storytelling auf Atmosphäre“, so Dinter.

Neben der Emotion sind für erfolgreiche Innovationen die Faktoren Erlebnis, Individualität und Promotion entscheidend. „Mehr denn je muss ich bei dem, was ich tue, authentisch sein“, sagt Dinter. Oft geht es um die Inszenierung von kleinen Details, um die Emotionalisierung und Interaktion mit dem Kunden zu steigern.

Oft beinhaltet Innovation auch eine Umorientierung oder Erweiterung eines vorhandenen Kerngeschäfts. „Buchhändler betreiben gemütliche Gastronomien, Modeläden integrieren Restaurants und Hotels verkaufen ausgewählte Möbelstücke und Accessoires“, weiß Bernd Reutemann, Geschäftsführer von Mindness Consult. Dabei entstehen spannende Shop-in-Shop- oder Shared-Economy-Konzepte. „Der Gastronom der Zukunft muss sich überlegen, ob er nicht bestimmte Produkte zusätzlich anbieten kann, die zu seinem Gesamtauftritt passen und den Kunden emotional binden“, erklärt Jean Georges Ploner. Ein regelmäßiger Wechsel des Konzepts oder die Integration neuer Trends und Produkte sorgen für Spannung und Abwechslung.

Um Innovationen zu erzielen, ist der Mut neuer Gründer gefragt. „Konzeptideen haben wir genug. Es fehlt an Leuten, die diese Ideen erfolgreich umsetzen“, sagt Bernd Reutemann. Messen wie die Intergastra haben daher die Funktion, die Gründer und Start-Ups in die Branche einzuführen. Die Intergastra als wichtigste europäische Fachmesse für Gastronomie und Hotellerie ist so nicht nur klassische Messe, sondern dient heute mehr denn je dem Austausch zwischen Etablierten und Newcomern.

Intergastra
3.bis 7. Februar 2018
Messe Stuttgart (Halle 1 bis 10)
Infos und Tickets unter www.intergastra.de