Antonio Link mit seiner Lebensgefährtin Selma Bulut

Antonio Link mit seiner Lebensgefährtin Selma Bulut (Foto: Privat)

„Einer unserer größten Kunden hatte aus wirtschaftlichen Gründen kurzfristig für alle seine Abteilungen, rund 40, die Sommerfeste abge-
sagt, die eigentlich schon 2006 als Weihnachtsfeiern hätten stattfinden sollen. Dabei ging es um einen spürbaren sechsstelligen Umsatz“, sagt Link. Das hat zu einem massiven Loch und in Kombination mit einem sehr schlecht laufenden Betrieb im Portfolio sowie einem generellen Umsatzrückgang schließlich zur Privatinsolvenz geführt. Privatinsolvenz, weil Antonio Link trotz seiner stattlichen Betriebsgröße als Einzelunternehmer unterwegs war.

Diese Zeit ist vorbei, und der Gastronom, der heute mit Erfolg die Duisburger Traditionsgaststätte Mattlerhof in der Rechtsform einer GmbH betreibt, hat aus seinen Fehlern gelernt. „Hätte ich damals gewusst, was ich heute weiß, wäre das so sicherlich nicht passiert. Ich kann jedem Unternehmer nur raten, sich immer wieder fortzubilden, sich selbst zu informieren und sich wirklich vertrauensvolle Partner zu suchen, die ihn begleiten. Das größte Problem ist die Unwissenheit.“ Link nämlich betont, dass er eben nicht gut beraten und aufgeklärt worden sei; vor allem dem Insolvenzverwalter wirft er dies vor. „Von den Möglichkeiten der Entschuldung und des Neuanfangs, zum Beispiel durch ein Insolvenzplanverfahren, wusste ich nichts.“

Antonio Link warnt Hoteliers und Gastronomen, bei denen sich Schwierigkeiten ankündigen und die bereits darin stecken, vor allem vor zwei Fehlern. Zum einen dürften sie sich nicht aufgeben – und zum anderen auf keinen Fall bis zum Ende an den Betrieb klammern. „Wer mehrere Häuser betreibt, sollte schlecht laufende Objekte direkt abstoßen. Der Inhaber eines Einzelbetriebs sollte nicht sein gesamtes Vermögen hineinstecken, wenn die Schwierigkeiten groß sind. Das Geld fehlt einfach für Sanierungsmaßnahmen beziehungsweise einen Neustart.“ Der Gastronom sieht besonders die Steuerberater in der Pflicht; sie müssten Unternehmern in Schieflage alsbald Handlungsoptionen vorstellen und mit ihnen die notwendigen Schritte zur betriebswirtschaftlichen Umkehr angehen. „Und ich wünsche mir generell mehr Aufklärung zu den möglichen Szenarien und Vorgehensweisen in einer Insolvenz. Das würde viele Unternehmer vor Fehlentscheidungen schützen.“