Die Messemacher der ITB zogen nach der – leider vom Streik des Bodenpersonals an den Berliner Flughäfen etwas gehandicapten – Messe ein durchweg positives Fazit: 109 000 Fachbesucher kamen an die Stände der über 10000 Aussteller aus 184 Ländern und Regionen.

Was auf der ITB deutlich wurde: Die Digitalisierung dringt immer tiefer und in einem atemberaubenden Tempo in die Branche vor. Dem widmete die ITB jetzt sogar noch eine zusätzliche Halle für die eTravel World, in der sich auch viele Start- ups präsentierten. Die zunehmende Relevanz von Travel Technology wird insbesondere auch durch den rapiden Anstieg von Anbietern für Zahlungssysteme deutlich. Premiere feierte mit Medical Tourism ein neues, wachstumsstarkes Segment.

Starken Rückenwind erfährt die Branche zudem gegenwärtig durch optimistische Prognosen für die europäische Wirtschaft und insbesondere auch für Deutschland als einen der wichtigsten Quellmärkte für den internationalen Tourismus. Das Thema, das die Aussteller und Besucher besonders nachhaltig beschäftigte, war das deutlich gestiegene Sicherheitsbedürfnis auf Reisen. Ein Pfund, mit dem Deutschland als Tourismusdestination bislang wuchern konnte.

Für Michael Frenzel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), hat die ITB einmal mehr gezeigt, dass Tourismus vom Miteinander verschiedenster Nationen und Kulturen geprägt ist. „Es muss darum gehen, Mauern einzureißen, statt neue zu bauen – in den Köpfen genauso wie ganz real. Reisen und Tourismus tragen zur Völkerverständigung bei, dafür sind wir und unsere Kunden aber auch weiterhin ganz essenziell auf Reisefreiheit angewiesen“, so Frenzel. Absolute Sicherheit sei jedoch eine Utopie, deshalb müsse es darum gehen, eine vernünftige Balance zwischen Sicherheit und Freiheit zu finden und zu garantieren.

„Der Tourismus entwickelt sich dort besonders gut, wo Offenheit und Gastfreundschaft herrschen“, betonte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries bei der Eröffnungsrede und drückte ihre Freude darüber aus, dass 2016 erneut ein erfolgreiches Jahr für den Tourismus in Deutschland gewesen sei. „Deutschland erzielte den siebten Übernachtungsrekord in Folge“, betonte sie und ergänzte, dass besonders der Inlandstourismus mit einem Zuwachs von drei Prozent beachtlich zulegen konnte.