1. Umweltfreundlichkeit:
„Ja, auch mit E-Autos ist motorisierter Individualverkehr nicht zu 100 Prozent sauber. Aber da Pkw auch in Zukunft für Unternehmen unverzichtbar sein werden, sollten zumindest so viele Fahrzeuge wie möglich elektrisch fahren. Denn dass es zu Elektromobilität als ganz-heitlichem, nachhaltigerem Ansatz keine echte Alternative gibt, steht bei aller berechtigter Kritik doch wohl außer Frage. Insofern plädiere ich dringend dafür, die bereits bestehenden Möglichkeiten für eine Verkehrswende zügig auszubauen, statt ‒ typisch deutsch ‒ die Probleme in den Mittelpunkt zu stellen.“

2. Ladestationen:
„Gerade in den ‒ zumindest für unsere Vertriebler ‒ wichtigsten Regionen, nämlich den Großstädten, ist das Netz an Ladesäulen doch jetzt schon ganz passabel. Wir hatten bisher noch keinen einzigen Fall, in dem ein Kollege einen Kundentermin wegen zu langer Warte- oder Suchzeiten verpasst hat.“

3. Reichweite:
„Es stimmt: In puncto Reichweite können batteriebetriebene Elektro-Modelle (noch) nicht mit Verbrennungsmotoren konkurrieren. Die Frage aber ist doch: Müssen sie das überhaupt? In Wahrheit benötigen bei Weitem nicht alle Nutzer wirklich ein Langstreckenfahrzeug, das mit einer Ladung 500 Kilometer laufen muss. Unsere Außendienstler zum Beispiel legen am Tag etwa 150 bis maximal 200 Kilometer zurück. Dafür reichen die bereits am Markt vorhande-nen Modelle völlig aus.“

4. Verfügbarkeit:
„Hier muss die Politik die Hersteller in der Tat mehr in die Pflicht nehmen: Wir und zahlreiche andere wechselwillige Unternehmen sind händeringend auf der Suche nach E-Modellen in der Mittelklasse. Das Problem: Der Markt hat kaum noch Verfügbarkeiten. So können Opel-Händler zum Beispiel erst frühestens Mitte 2018 neue E- oder Hybrid-Fahrzeuge liefern. Das ist ein Unding, denn die Nachfrage ist definitiv da. Wenn sich diese Rahmenbedingungen nicht schnell ändern, kommen die von der Bundesregierung geforderten eine Million Elektro-autos bis 2020 niemals zusammen.“

5. Bürokratie:
„Auch in diesem Punkt schließen wir uns der Kritik an: Die vielen Hemmschwellen bei der Umstellung auf E-Autos müssen schnellstmöglich abgebaut werden. Statt Umtauschprämien für neue Dieselmotoren zu zahlen, sollten lieber Batteriefabriken und Ladestationen gefördert werden. Norwegen und die Niederlande, wo wir ebenfalls aktiv sind, sind uns da schon um Jahre voraus.“

Zum Autor: Stefan Brehm ist Vertriebs- und Marketing-Geschäftsführer bei der Gastrofix GmbH, einem führenden Anbieter für cloudbasierte Kassensysteme in Europa. Er koordiniert alle Außendienst- und Vertriebsmitarbeiter und zeichnet somit auch für den Fuhrpark des Unternehmens verantwortlich. Bereits 2016 schaffte er mit einem BMW i3 den ersten „grünen“ Dienstwagen an. Mittlerweile besteht knapp ein Drittel der Bestands-Vertriebsflotte aus E- und Hybrid-Autos. Bis Mitte 2019, wenn die Leasing-Verträge ausgelaufen sind, will Brehm alle Vertriebsmitarbeiter mit umweltschonenden Dienstwagen ausstatten.