Gastgewerbe-Magazin: Sie haben sich spezialisiert auf…?

Dr. Maria Linderer

Dr. Maria Linderer (Foto: Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft )

Dr. Maria Linderer: Die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft ist ein Branchenverband, der die Milchwirtschaft in Bayern über alle Produktionsstufen vertritt. Dies schließt die Erzeugung, die Verarbeitung in Molkereien, den Handel sowie die Verbraucher mit ein. Die Regionalisierung steckt schon im Verbandsnamen und ist klar mit „Bayern“ definiert. Wir engagieren uns für Milch und Käse aus Bayern innerhalb der Landesgrenzen und darüber hinaus.

Was tun Sie für die Region?

Wir machen Milch in der Region erlebbar; zum Beispiel durch Besuche auf Bauernhöfen, indem beispielsweise Schülern die Milchproduktion vorgestellt wird. Zur typisch bayerischen Küche gehören unter anderem die Schweinshaxn mit Knödel, Obazda oder auch der typisch bayerische Senf. Wie wichtig sind typische Spezialitäten für die Region und die gastronomischen Betriebe?

Essen ist Lebensgefühl! Spezialitäten wie Obazda sind für uns Bayern immer auch ein Stück Heimat, während sie bei Gästen aus anderen Regionen Urlaubsgefühle wecken. Die regionaltypischen Spezialitäten schaffen Authentizität und definieren die Region mit und bieten den Gastronomen die Chance, sich abzuheben.

Warum setzen Gäste heute auf Regionalität – seit wann ist dieser Trend zu verzeichnen?

In den letzten vier bis fünf Jahren wurde der Trend richtig stark. Ursächlich dafür ist auch, dass die Globalisierung den Leuten widerstrebt; sie legen Wert auf Nachvollziehbarkeit.

Welche Vorteile bringen regionale Produkte?

Regionalität hat immer auch mit Tradition, Vertrauen und Sicherheit zu tun. Dabei können zwei Aspekte betrachtet werden. Zum einen möchten sich die Gäste auf die Lieferanten und Gastronomen, die gewissermaßen weitere Nachbarn sind, verlassen können, zum anderen ist es sicher vielen Verbrauchern ein Anliegen, die eigene Region zu stärken, und das funktioniert auch über regionale Zutaten, regionale Verarbeitung und eben regionale Küche.

Was ist regional – woran erkennt der Gastronom sein regionales Produkt und wie sollte er dies nach außen kommunizieren?

Milch und Milchprodukten machen es den Gastronomen leicht, als regionale Produkte erkannt zu werden. Auf jeder Verpackung ist das ovale Identitätskennzeichen abgedruckt. Mit einem Kürzel – beispielsweise BY für Bayern – wird das Bundesland des Verarbeitungsortes ausgewiesen. Es lässt sich über die zusätzlich angegebene Nummer sogar die genaue Betriebsstätte der Molkerei herausfinden. Gäste schätzen regionale Produkte wert, und die Gastromomen finden für ihren gezielten Einkauf Anerkennung. Umso wichtiger ist es, diese zu kennzeichnen. Sei es über die Speisekarte, auf der statt dem allgemeinen Käseteller ein „Bayersicher Käseteller“ ausgewiesen wird oder in der nicht mehr allgemein von der Sahnesoße, sondern vom Rahm der nahegelegenen Molkerei XY die Rede ist. Möglichkeiten bieten Buffets oder die Speisen selbst. Mit nett gestalteten Infokärtchen und Fähnchen kann man einfach und klar signalisieren, dass die Butter ein besonderes Stück ist.

Kleine Käsefähnchen bietet übrigens auch die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft.

> Hier im Gastroshop zu finden