Schon im Oktober und November des Vorjahres können die Mitarbeiter des 4-Sterne-Hauses am Rand des Teutoburger Waldes ihre Wünsche äußern. Wünsche äußern, wann sie Urlaub haben möchten, wann sie frei haben wollen. „Aus diesem Puzzle erstellen wir einen langfristigen Dienstplan, den wir den Mitarbeitern Anfang Dezember an die Hand geben“, sagt Kerssen. Dabei geht es nicht um die Urlaubsplanung allein, wie in vielen anderen Unternehmen üblich. Es geht um mehr: „Wir planen verbindlich freie Tage unter der Woche, freie Wochenenden oder auch bestimmte Schichten ein“, berichtet der Unternehmer.

Warum er das macht? Kerssen weiß um das Problem der Kurzfristigkeit bei der Dienstplangestaltung. Und er weiß um seine Lage: „Mein Betrieb liegt in einer ländlichen Gegend. Da muss ich den Mitarbeitern etwas bieten, damit sie einen Grund haben, bei mir zu bleiben.“ Der langfristige Dienstplan ist eine der Maßnahmen in seinem Betrieb zur Bindung von Fachkräften.

Klappt das auch? „Zu über 90 Prozent können wir den Dienstplan einhalten“, berichtet der Unternehmer. Natürlich gebe es immer mal wieder Verschiebungen durch Krankheit oder Kündigungen. „Aber im Notfall stelle ich mich halt selbst mal an die Rezeption“, sagt er. Saisonale Schwerpunkte kenne er aus der langjährigen Erfahrung mit seinem Betrieb. „Weihnachten kommt genauso wenig überraschend wie große Tagungen oder die Feriengäste. Das wissen wir schon lange vorher.“

Solange es irgendwie geht, will er am Jahresplan festhalten. Und wenn es mal Verschiebungen gibt, müsse man halt mit den Mitarbeitern reden. Die seien dann auch gerne bereit, einzuspringen, denn sie wissen im Gegenzug, dass der Rest des Jahres geklärt ist. „Eine Lösung haben wir immer gefunden“, so Kerssen.