Wer am Markt wirklich Zeichen setzen will, dem reichen die simple Website mit Buchungsmöglichkeit und der Versand eines Newsletters an einen recht willkürlichen E-Mail-Verteiler schon längst nicht mehr. Professionelles E-Marketing – so heißt das neue Zauberwort. Was sich für viele Hoteliers noch nach einem Buch mit sieben Siegeln anhört, ist in anderen Branchen längst gang und gäbe – und eigentlich gar nicht so schwer, sagen die Experten.
„Der Gast soll bei mir buchen“
Der Weg zum E-Marketing beginnt wie jede Herausforderung mit der Formulierung eines Ziels. Und das lautet meistens: Der Gast soll sein Hotelzimmer bei mir buchen – und nicht bei den anderen. Weitere Ziele könnten sein, mehr Besucher auf die hoteleigene Website zu locken, mehr Stammkunden oder mehr unterschiedliche Zielgruppen zu generieren.
Der zweite Schritt ist das Erarbeiten von passenden Angeboten für die entsprechenden Zielgruppen. Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, ist eine klare Positionierung des Hoteltyps und optimalerweise auch ein Branding/Corporate Identity (CI) unerlässlich. Gerade das CI, ein Logo oder Ähnliches, mit hohem Wiedererkennungswert macht das Hotel im Internet schneller auffindbar und im Netz der 1.000 Möglichkeiten unterscheidbar.
Wichtig ist, dass die Besonderheiten des Hotels herausgestellt werden – und zwar immer passend zum potenziellen Gast. Dazu müssen die vorhandenen Kundendaten zwar einmal sortiert und dann gut gepflegt werden, aber die Mühe lohnt sich.
So wird sich der Business-Reisende nicht so sehr für günstige Wochenend-Familien-Angebote mit Kinderprogramm interessieren, während der Wellness-Gast nicht wissen will, welche neue Tagungstechnik soeben installiert wurde. Im Gegenteil: Schlimmstenfalls schreckt das falsche Highlight den potenziellen Gast sogar ab. Und mit den richtigen Online-Systemen ist es gar nicht schwer, für jede Zielgruppe die passenden News zu kommunizieren.
Letztlich werden durch den geringeren Streuverlust auch Kosten gespart – und die Nerven der Gäste geschont.
Viele verschiedene Online-Marketing-Maßnahmen führen zum Ziel: von der Suchmaschinenoptimierung über das Suchmaschinen-Marketing, Mobile- und E-Mail-Marketing und Portal-Kooperationen (Channel Management) bis hin zum Social Media-Marketing auf Facebook, Xing, Twitter & Co. Aber natürlich muss nicht jeder gleich alle nutzen!
Facebook, Twitter & Co.
Besonders die Social Media-Aktivitäten allerdings gewinnen derzeit immens an Bedeutung, bieten unglaubliche Möglichkeiten – und ein Einstieg in die zunächst häufig verwirrenden Strukturen lohnt sich! Wer sich selber nicht mehr daran gewöhnen möchte, kann vielleicht jüngere Mitarbeiter oder Auszubildende mit dem Thema betrauen: Sie kennen sich oft schon bestens aus, und mit ein paar Profi-Tipps und -Kniffen kann hier in kurzer Zeit viel erreicht werden. Und wer jüngere Zielgruppen ansprechen möchte, wird die Social Media-Kanäle in Zukunft nicht mehr lange meiden können. Alles in allem sicher ein sehr komplexes Thema, aber mit der richtigen Beratung auf lange Sicht bestimmt ein lohnender Weg, der sich rechnet.

David J. Ludwigs ist Geschäftsführer der Neolox UG

David J. Ludwigs ist Geschäftsführer der Neolox UG
3 Fragen an David J. Ludwigs
David J. Ludwigs ist Geschäftsführer der Neolox UG.
Der Schwerpunkt der Neolox liegt in der Konzeption und Realisation von digitaler Kommunikation. Sie entwickelt individuelle Strategien und Konzepte für Online-Marketing-Kampagnen. www.neolox.de
gastgewerbe-Magazin: Welche Fehler werden Ihrer Meinung nach von vielen Hoteliers in Sachen Online-Marketing gemacht?
Oft fehlt ein klares Konzept. Es werden nur punktuelle Aktionen unternommen, die nicht ineinander greifen. Die Webseite, der Newsletter, der Online-Buchungskanal und die Sozialen Netzwerke werden nur isoliert und nicht als Einheit betrachtet. So wird viel Potenzial ungenutzt gelassen. Außerdem wird häufig nicht zielgruppen- und plattformgerecht kommuniziert. Zudem mangelt es an Methoden und Werkzeugen, um den Grad des Erfolgs der Maßnahmen zu kontrollieren. Das führt dann zur Verschwendung von finanziellen Ressourcen und letztendlich zur Frustration und Ablehnung von Online-Marketing beim Hotelier.
Zeit und Geld sind wichtige Faktoren in einem Hotel. Mit welchem Aufwand ist denn für den Hotelier wirklich zu rechnen?
Online-Marketing ist ein fortlaufender Prozess. Er bedarf einer kontinuierlichen Betreuung, ist aber kein 24-Stunden-Job. Der finanzielle wie personelle Aufwand hängt dabei davon ab, wie viele Kanäle und Plattformen genutzt werden. Der Hotelier kann deshalb auch klein anfangen und nach und nach auf seinem Erfolg aufbauen.
Facebook & Co. wird von vielen doch eher als ein verwirrendes Phänomen denn als eine eigene Chance wahrgenommen… Was raten Sie einem Hotelier, wie er sich am besten an das Thema heranwagt?
Ganz wichtig: nicht in wilden Aktionismus verfallen, sondern am Anfang erst mal „zuhören“. Der Hotelier kann so ein besseres Gefühl dafür bekommen, wie und worüber die User innerhalb der eigenen Branche kommunizieren. Er sollte sich einfach selbst zum Beispiel bei Facebook anmelden und das „Netzwerken“ ausprobieren. An zweiter Stelle sollte dann die Ausarbeitung einer Marketing-Strategie stehen und erst danach eine konkrete Umsetzung.
Die Fragen stellte Babette Sybertz


2 Kommentare
[...] E-Marketing – Ein Weg, der sich lohnt [...]
Pingback by gastgewerbe-Magazin: Oktober 2010 produziert » gastgewerbe-Magazin, DEHOGA, Community-Managment, Facebook, E-Mail-Marketing, Newsletter » INPROMA Gruppe — 11. Oktober 2010 um 15:38
E-Marketing ist die Zukunft. Unternehmen können sich super in Szene setzen.
Kommentar by Robin — 26. Oktober 2010 um 12:15
RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URL
Hinterlasse einen Kommentar