Veganer sind fast überall – auch da, wo man sie zunächst gar nicht vermuten würde. Norbert Straub führt das Restaurant Zur Hardhöhe im mittelfränkischen Fürth, einer Region, die für Bratwürste und fränkische Schäufele vom Schwein bekannt ist. „Wenn wir eine Gesellschaft von 30 Personen haben, ist mindestens ein Veganer dabei“, sagt er. Ähnlich ist es bei Bernd Teutscher vom Hotel Rödertor in Rothenburg o. d. Tauber. Hier sind es vor allem Touristen, die immer wieder nach veganen Gerichten fragen. „Wir haben uns in der Küche längst darauf eingestellt und neben den vegetarischen auch immer vegane Produkte auf der Karte“, sagt Teutscher.

Was ist vegan?

Die Frage scheint zunächst einfach: Veganer sind Menschen, die in ihrer Ernährung auf alle Arten von tierischen Produkten verzichten. Die Definition der Vegan Society, die weltweit erste vegane Organsation, geht noch weiter: „Vegan ist, soweit wie möglich und praktisch durchführbar, alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an Tieren für Essen, Kleidung oder andere Zwecke zu vermeiden und darüber hinaus die Entwicklung tierfreier Alternativen zu fördern, was dem Nutzen der Tiere, Menschen und der Umwelt dienen soll.”

Auch die Industrie bietet inzwischen eine Vielzahl an veganen Produkten an. So ist der Sunny Veggie Burger von Salomon FoodWorld ab sofort auch in veganer Rezeptur erhältlich.

Auch die Industrie bietet inzwischen eine Vielzahl an veganen Produkten an. So ist der Sunny Veggie Burger von Salomon FoodWorld ab sofort auch in veganer Rezeptur erhältlich. (Foto: Salomon)

Vielen Veganern geht es neben der persönlichen Gesundheit auch um Tier- und Umweltschutz. Sie verzichten auch auf Leder, Wolle, Seide – kurz gesagt auf Materialien, die aus Tieren hergestellt werden. Auch tierversuchsfreie Kosmetika und vegane Wasch- und Reinigungsprodukte sind inzwischen erhältlich. Zahlreiche Hersteller weisen mittlerweile vegane Produkte mit dem Symbol der Veganblume oder mit dem Wort „vegan“ aus und geben auf ihren Internetseiten Auskunft darüber, ob ein Produkt vegan ist. Rechtlich geschützt ist die Bezeichnung als „vegan“ jedoch bisher nicht.

Achtung: Es lauern vielfältige Gefahren, denn manche Lebensmittel enthalten tierische Produkte, ohne dass dies angegeben werden muss. So werden zum Beispiel viele Säfte mit Gelatine geklärt. Selbst bei naturtrüben Säften kann das der Fall sein. Wein und Bier werden teilweise mit der Hausenblase (einer Fisch-Schwimmblase) versetzt. Dadurch fallen Schwebeteilchen besser aus und werden später herausgefiltert. Zucker kann mit Tierkohle gebleicht sein. Kurz gesagt: Wer sich mit dem Thema beschäftigt und vegane Produkte anbieten will, sollte dies ausführlich und umfangreich tun, um keine Fehler zu machen und vegane Gäste zu verärgern. Viele Informationen hierzu findet man unter www.vegane-lebensweise.org, der offziellen Internet-Seite des Bund für Vegane Lebensweise e.V..

Vegane Burger-Soße

Den Trend zu fleischlosen, aber vor allem zu veganen Produkten spüren landauf landab immer mehr Gastronomen, sowohl in Regionen, wo es keiner vermutet, aber auch in Konzepten. Thomas Hirschberger, Gründer der Erfolgskette Hans im Glück, kennt das Thema aus seinen Betrieben, die eigentlich die amerikanischen Burger neu positionieren, ganz genau: „Zwischen zehn und 15 Prozent liegt der Anteil der fleischlosen Gerichte“, sagt er. Bei Hans im Glück hat man sich auf die Zielgruppe eingestellt: Die Burgersoße ist von Grund auf schon vegan, spezielle Wünsche können jederzeit berücksichtigt werden.

Gebildete Zielgruppe

Das ist auch gut so, denn nach einer Studie der Universität Jena, die der Vegetarierbund Deutschland verbreitet hat, sind die meisten vegetarisch lebenden Menschen zwischen 20 und 29 Jahren alt, mehr als die Hälfte studieren oder haben einen Hochschulabschluss. Eine interessante Zielgruppe also, auf die sich beispielsweise die Mensen an deutschen Hochschulen eingestellt haben. Auch hier liegt nach Erhebungen des Vegetarierbundes der Anteil der veganen Gerichte bei zehn Prozent – Tendenz steigend. „Vegane Ernährung muss nicht teuer sein. auch mit einem schmalen Studenten-Budget ist eine gesunde, ausgewogene und vielfältige vegetarisch-vegane Ernährung möglich“, so Sebastian Zösch, Geschäftsführer des Vegetarierbundes.

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