Die Unternehmen in Deutschland halten sich zum allergrößten Teil an die Vorschriften des Mindestlohngesetzes. In allen Branchen zusammengenommen hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls im ersten Mindestlohn-Jahr nur 705 Ermittlungsverfahren wegen Nichtgewährung des gesetzlichen Mindestlohns eingeleitet. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor, wie der DEHOGA Bundesverband mitteilt. 43.637 Arbeitgeberprüfungen wurden insgesamt im Jahr 2015 durchgeführt, davon erfolgten 7287 Arbeitgeberprüfungen im Gastgewerbe, woraus 341 Ermittlungsverfahren resultierten.

Wo Verstöße festgestellt wurden, stellten die Kontrollbehörden insbesondere unrichtige Stundenaufzeichnungen oder Führung von Arbeitszeitkonten sowie Ausweisen von Arbeitszeit als Pausen fest. Dies dürfte in einigen Fällen auch an Unsicherheiten bei einer korrekten Dokumentation oder Arbeitskontenführung liegen, da die entsprechende Verordnung erst unmittelbar vor dem Jahreswechsel verabschiedet und zur Jahresmitte dann noch einmal geändert wurde. Weiter wurden beobachtet: Nichtvergütung von Vor- oder Nacharbeiten, ungerechtfertigte Anrechnung von Kost und Logis, Verrechnung der Arbeitsstunden mit Sachbezügen oder Gutscheinen, Pauschalvergütungen ohne Berücksichtigung der Arbeitszeit oder Scheinselbständigkeit. Schwierige Abgrenzungsfragen entstanden laut FKS unter anderem bei Praktikantenverträgen.

> Quelle: DEHOGA compact