Risiken des Lebens und für den Betrieb bezieht der Mensch allzu gerne nicht auf sich selbst. „Das wird mir schon nicht passieren“, ist ein viel gedachter Satz. Schlau ist dagegen, wer sich gegen die größten Risiken schützt – und sich selbst, seine Mitarbeiter und seinen Betrieb über die gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungen hinaus absichert.

Was die konkreten und alltäglichen Gefahren angeht, sollte gemeinsam mit Experten eine gründliche Analyse durchgeführt und regelmäßig überprüft werden. Wo lauern Risiken, wo sind Schäden möglich, die vielleicht sogar die Existenz bedrohen. Die individuellen Rahmenbedingungen des Betriebes wie Betriebsart (Restaurant mit oder ohne Außengastronomie, Hotel mit Wellnessbereichen etc.), Betriebsgröße, Mitarbeiterzahl, Höhe des Umsatzes, Lage und Gefahrenquellen des Grundstückes (Überflutungsgefahr, Erdbebengebiete und mehr) sind bei der Auswahl des Schutzes entscheidend. Selbstverständlich sind behördliche Vorschriften zu beachten (zum Beispiel im Hinblick auf Notausgänge und Fluchtwege, ausreichende Beleuchtung etc.). Und sobald sich wichtige Rahmenbedingungen ändern – zum Beispiel durch An- oder Umbau, Expansion oder Betriebsveränderungen –, muss gehandelt und Versicherungssummen müssen gegebenenfalls angepasst werden. Häufig wähnt sich der Gastronom sicher und hat es verpasst – da können im Schadensfall empfindliche Abschläge drohen.

Schadenprävention ist vorrangig, denn in vielen Fällen kann vorbeugend gehandelt und die Gefahren können minimiert werden. Das muss nicht immer teuer sein. Rauchmelder, deren Einsatz Leben retten kann und die es für unter 20 Euro gibt, sind ein schönes Beispiel. Von Vorteil ist es, die eigenen Mitarbeiter zu schulen und auch für Gefahren zu sensibilisieren. Aber auch Einbrechern sollte das Leben so schwer wie möglich gemacht werden.

Vorsicht Falle

Häufige Schadensfälle im Hotel-Gastgewerbe sind Personenschäden, zum Beispiel durch ungesicherte Treppen mit fehlender Beleuchtung, Ausrutschen bei Bodenreinigung, Unfälle durch defektes Mobiliar, Lebensmittel- oder Salmonellen-Vergiftungen, Abhandenkommen von Garderobe, Beschädigung von fremden, überlassenen Kraftfahrzeugen. Daher sind die Betriebshaftpflichtversicherung und die Sachinhalts- und Gebäudeversicherung essentiell. Von zentraler Bedeutung ist es, neben den Gefahren „Feuer, Wasser, Sturm“ die eines Einbruchs oder einer Schadenersatzforderung im Auge zu haben.
Auch Stornierungen sind ärgerlich. Die Betten sind gemacht, andere Gäste wurden eventuell abgewiesen. Der Tisch für 20 Personen bleibt leer. Fünf bis acht Prozent der Hotelbuchungen werden in Deutschland wieder storniert, der größte Teil extrem kurzfristig. Ein Problem, was auch mit harten Stornierungsbedingungen nicht gelöst ist. Meist enthalten der Beherbergungsvertrag oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine ausführliche Erläuterung und Fristen zum Thema Storno. Doch aus Rücksicht auf Stammgäste oder Großkunden verzichten Hoteliers allzu oft auf die berechtigte Forderung, zumindest einen Teil der entgangenen Kosten zu verlangen. Schließlich belasten Forderungen oder gar eine Klage das Verhältnis zu den Kunden.

Schutz in nur einem Vertrag

Es gibt nur wenige Versicherungen, die sich auf die Belange der Gastronomie und Hotellerie spezialisiert haben. Wer den Verwaltungsaufwand reduzieren will, kann sogenannte Multi-Risk-Lösungen in Anspruch nehmen. Hierbei werden Versicherungslösungen verschiedener Bereiche in einem Vertrag gebündelt. Mit einem einzigen Vertrag werden die Kernrisiken durch Aktivierung verschiedener Bausteinelemente erfasst und abgedeckt. Man kann individuell kombinieren und später weiter ausbauen oder Elemente flexible wieder rausnehmen.

> Wolfgang Eck