Der Betrieb läuft gut, die Erträge sind stabil, weiteres Wachstum ist in Sicht. Gleichzeitig steigt aber auch die steuerliche Belastung, sowohl im Unternehmen als auch privat. Und das wiederum verlockt Unternehmer und andere Gutverdiener, ihr Geld am deutschen Fiskus vorbei zu bunkern. „Das passiert beispielsweise, um die Ertragsbesteuerung in der Kapitalanlage zu umgehen oder auch Entnahmen aus dem Unternehmen steuerfrei zu verschieben“, sagt Burkhard Küpper. Der Steuerberater ist geschäftsführender Gesellschafter der auf gewerbliche Mandate spezialisierten Steuerberatungsgesellschaft Albers & Küpper aus Hilden und berät Hoteliers und Gastronomen im ganzen Bundesgebiet.

„Dieses Vorgehen mag verlockend sein, um jedes Jahr Geld zu sparen. Aber die Risiken sind erheblich, und einfach ist Steuerhinterziehung auch nicht. Die Zeiten der Geldkassetten im Kofferraum bei den wöchentlichen Fahrten über die Grenze sind definitiv vorbei. Um ein Beispiel zu geben: Die Schweizer Steuerverwaltung hat bereits 2015 Namen von Steuersündern ins Netz gestellt, die auf anderem Wege nicht erreichbar waren. Für den Alpen-Staat war dies ein Weg, den internationalen Amtshilfegesuchen wegen Steuerhinterziehung von im Ausland Steuerpflichtiger nachzukommen“, warnt der Steuerberater, der weiß, dass Steuerhinterziehung auch unter gastgewerblichen Unternehmern durchaus verbreitet ist. Gerade die steuerfreie Geldanlage im benachbarten Ausland sei sehr beliebt. „Aber die Möglichkeiten werden immer begrenzter, spürbar Steuern zu sparen, und die Strafen haben sich gewaschen. Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, das zeigt der Gesetzgeber mit seinen Sanktionen deutlich“, sagt Burkhard Küpper.

Burkhard Küpper ist Steuerberater und geschäftsführender Gesellschafter der Steuerberatungsgesellschaft Albers & Küpper. Er berät unter anderem Hoteliers und Gastronomen in ganz Deutschland.

Burkhard Küpper ist Steuerberater und geschäftsführender Gesellschafter der Steuerberatungsgesellschaft Albers & Küpper. Er berät unter anderem Hoteliers und Gastronomen in ganz Deutschland. (Foto: Steuerberatungsgesellschaft Albers & Küpper)

Geldstrafe spiegelt die Schwere der Tat wider

Wer erwischt werde, dem drohe nicht nur eine Nachzahlung der Steuer zuzüglich Zinsen von sechs Prozent jährlich. Über die Jahre hinweg und abhängig von der Summe könne dies allein schon richtig teuer werden. Dazu komme auch noch die strafrechtliche Komponente: „Denn neben der Nachzahlung inklusive Zinsen wird auch eine Geldstrafe fällig, und im schlimmsten Falle ende die Steuerhinterziehung im Gefängnis. Mahnendes, wenn auch seltenes Beispiel sei der Fall des Fußball-Managers Uli Hoeneß.“ Die Anzahl der festgelegten Tagessätze bei der Geldstrafe spiegele die Schwere der Tat wider, der Tagessatz selber die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Straftäters (= durchschnittliches Tageseinkommen der letzten drei Jahre). Das könne schnell richtig teuer werden – und eine Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen führe zu einer Eintragung ins Bundeszentralregister als vorbestraft.

„Die Abgabenverkürzung ist der denkbar schlechteste Weg, um sich wirtschaftlich besser zu stellen. Die Zinsen und Strafen werden das Vermögen spürbar belasten, dazu kommt ein Imageschaden. Ein Hotelier oder Gastronom muss immer bedenken, was die Konsequenzen im Wettbewerb sein können. Wird ein Unternehmen mit straffen Compliance-Vorschriften noch seine Tagungen bei einem der Steuerhinterziehung überführten Hotelier abhalten? Oder meint der Gastronom, er wird weiterhin erste Wahl für Weihnachtsfeiern der Behörden am Ort bleiben, wenn er als Steuerbetrüger bekannt ist?“, fragt Burkhard Küpper. Natürlich wolle niemand zu viel Steuern zahlen, deshalb sollte die steuerliche Gestaltung darauf ausgerichtet sein, seine fiskalischen Pflichten zu erfüllen – aber eben nicht mehr. „Um dies zu gewährleisten, werden strategisch denkende Steuerberater sämtliche legalen Gestaltungsmöglichkeiten nutzen und dadurch die Interessen ihres Mandanten bestmöglich vertreten. Dabei gehen sie so kreativ vor, wie das deutsche Steuerrecht es erlaubt“, betont Burkhard Küpper, der jedoch auch kritisiert, wenn sich Steuerberater nur als verlängerter Arm der Finanzbehörde verstünden; das schaffe keinen Mehrwert für die Mandanten und führe häufig zu unnötigen Steuerzahlungen.