Thomas Meuche, Wirtschaftsprofessor an der Hochschule Hof und Spezialist für Strategie und Digitalisierung, machte deutlich, dass andere Branchen im Hinblick auf die Digitalisierung schon deutlich weiter sind, dass aber der Bedarf in der Gastronomie, durch digitale Lösungen die Effizienz zu steigern, mindestens genauso groß ist. Meuche forderte die Gastronomen auf, noch stärker digitale Prozesse in den betrieblichen Alltag zu integrieren, dabei aber auf eine enge Verknüpfung dieser Lösungen zu achten. „20 verschiedene Tools mit 20 verschiedenen Passwörtern, individuellen Strukturen und unterschiedlichem Output machen die Arbeit eher komplizierter“, so seine Meinung.

Wie die Digitalisierung in der Praxis aussieht, schilderten die beiden Gastronomen Daniel MacGowan und Eibe Schütte. Sowohl bei Otto’s Burger, inzwischen mit vier Betrieben in Hamburg erfolgreich, als auch bei Eis&innig, einer individuellen und innovativen Eisbar, haben die beiden Betreiber versucht, möglichst viele Prozesse zu digitalisieren. Allerdings, so die Meinung der beiden Praktiker, müsse man immer auch Aufwand und Kosten im Blick haben. Eibe Schütte nannte beispielsweise die Gebühren für bargeldlose Zahlungen als einen Hinderungsgrund für ihn, mit Kartenzahlungen die Prozesse zu vereinfachen – bei einem Preis von einem Euro für die Kugel Eis sicherlich verständlich. Grenzen, so Daniel MacGowan, habe die Digitalisierung auch immer dann, wenn es für den Gast zu unpersönlich werde.

Fazit der Runde: In bestimmten Bereichen macht Digitalisierung Sinn, wenn sie vernetzt ist und Kosten und Aufwand in einem guten Verhältnis zum Effekt stehen. Allerdings müsste die Branche vonseiten der Lieferanten und anderer Partner stärker unterstützt werden.