Die Hotel- und Gaststättenbranche ist auf eine intakte Umwelt angewiesen. Mehr als andere Wirtschaftszweige. Frühzeitig hat der DEHOGA diese besondere Herausforderung erkannt und als einer der ersten Wirtschaftsverbände für das Thema Umwelt ein eigenes Referat eingerichtet.

Die Energiekampagne war logische Fortsetzung verschiedenster Umwelt-Initiativen des DEHOGA-Bundesverbandes. Sie wird von allen DEHOGA-Landesverbänden und vom Hotelverband Deutschland (IHA) unterstützt.

Ursula Heinen-Esser, parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, gratulierte dem Verband zu der „hohen Leis­tung, 5.000 deutsche gastgewerbliche Betriebe dafür zu gewinnen, sich an einer Energiesparkampagne zu beteiligen“.

Dieses Ziel hat der Hotel- und Gaststättenverband innerhalb von fünf Jahren erreicht, zwei Monate früher als geplant. Hotels machen mit 44 Prozent den größten Anteil aus, gefolgt von den Gaststätten (32 Prozent) und Gasthöfen und Pensionen (14 Prozent).

Laut einer freiwilligen Vereinbarung zwischen Bundesumweltministerium und DEHOGA aus dem Jahr 2006 sollte mit der Energiesparkampagne ein wichtiger Beitrag zur Treibhausgas-Reduktion geleistet werden. Das Umweltministerium unterstützte deshalb die Kampagne mit knapp einer Million Euro. Damit wurden die Entwicklung des Programms, die Software, die Kommunikation in die Branche und die Materialien finanziert.

Als Gesamtziel der Energiekampagne sollten insgesamt pro Jahr 100.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart und damit die Treibhausgase minimiert werden. Für die teilnehmenden Betriebe heißt das, den Energieverbrauch um mindestens 15 Prozent zu senken — und damit Kosten zu sparen.

Kluger Unternehmer mit Energiebewusstsein

„Nachhaltige Unternehmensführung liegt im Trend. Ökonomie und Ökologie schließen sich heute nicht mehr aus“, weiß Ingrid Hartges. Dazu kommen steigende Energiekosten, die die Hoteliers und Gastronomen zwingen, sich mit diesbezüglichen Einsparmöglichkeiten zu befassen und entsprechend zu handeln.

Sicherlich mit ein Grund für Peter Riedel, Eigentümer des Hauses Schönblick in Schöfweg in der Region Sonnenwald im Bayerischen Wald, mitzumachen. Am 31. Januar 2011 trat er der Energiekampagne bei und profitiert nun von ihren umfang-reichen Serviceleistungen.

Riedel hat seitdem vollen Zugriff auf die Internetplattform www.energiekampagne-gastgewerbe.de, die entscheidende Hinweise, Tipps und Tricks zu den Themen Energiesparen und Energieeffizienz liefert. Mit Hilfe des Energiesparprogramms kann er seine Energiedaten eingeben, kontrollieren und sich mit anderen Betrieben vergleichen.

Regelmäßig erhält er Fachinformationen wie den Kampagnen-Newsletter oder die Energiesparblätter zu konkreten organisatorischen und technischen Maßnahmen in den Betriebsbereichen Heizung, Lüftung, Küche, und Beleuchtung. Dafür nutzt er praktische Checklisten.

Außerdem kann er sich individuell zu allen Fragen rund um die Themenfelder Energiesparen, Energiekampagne und Energie-Sparprogramm beraten lassen – auch per Telefon-Hotline. Ein Strom- und Gastarifrechner sowie die umfangreiche Förder- und Energieberater-Datenbank runden das Fullservice-Angebot ab.

Für die Auszeichnung bedankte sich Peter Riedel erfreut. Dennoch blieb er bescheiden: „Eigentlich bin nicht ich gemeint, sondern die 4.999 Teilnehmer vor mir und die 5.000, die nach mir kommen.“ Er selbst sei über das Internet auf die Kampagne gestoßen. Als Nachtarbeiter habe er die Energie-Blätter nach Feierabend persönlich durchgeackert.

„Die Bearbeitung ist einfach, wenn man sich einmal dazu aufgerafft hat.“ Er habe gemerkt, dass es gar nicht so schwer sei, Energie zu sparen, wenn man erst mal weiß wie. Die Unterstützung durch die DEHOGA-Energiekampagne sei dabei sehr hilfreich gewesen. Schon mit einfachen Tricks und kleinen Bausteinen ließe sich Energie und sicherlich auch Geld sparen – etwa beim Lüften oder bei der Kühlschrankbeleuchtung.

Da die Energiekosten sein Portemonnaie stark belasten, sei er als Gastwirt gezwungen, zu handeln. Schließlich könne er die gestiegenen Kosten nicht einfach den Gästen aufs Auge drücken. Diese seien auch sehr viel umweltbewusster geworden und würden fragen, wie nachhaltig in einem Betrieb gewirtschaftet wird.

Die Firma Adelphi hat die Angebote und Maßnahmen organisiert und koordiniert. Adelphi-Geschäftsführer Walter Kahlenborn ist stolz auf das Ergebnis: „Wir haben die Kampagne von Anfang an begleitend evaluiert. Einige Betriebe haben die Einsparquote von 15 Prozent sogar überschritten.“ Das CO2-Einsparziel der 100.000 Tonnen habe man erreicht, wahrscheinlich liege man schon darüber.

Peter Riedel wird den Service auch in Zukunft in Anspruch nehmen können: Das Bundesumweltminis­terium wird die Fortsetzung der erfolgreichen Kampagne weitere drei Jahre finanziell unterstützen, sicherte Heinen-Esser dem Verband zu. In Zukunft sollen die Landesverbände des DEHOGA noch stärker eingebunden werden und eine individuelle Unterstützung der Hoteliers und Gastronomen vor Ort sicherstellen.

Die Bundesregierung unterstütze den Inlandstourismus vielfältig, so die Staatsekretärin weiter. Im Fokus stehe neben dem Klimawandel, dem Erhalt der biologischen Vielfalt und dem sozialen Wohl auch die wirtschaftliche Entwicklung der lokalen Bevölkerung.

Wie eine verstärkte Verknüpfung zwischen Wirtschaft und Natur- und Umweltschutz funktionieren kann, zeige die Partnerinitiative der Nationalen Naturlandschaften: In geschützten Landschaften Deutschlands – beispielsweise Nationalparks oder Biosphärenreservaten – gehen Schutzgebietsverwaltungen und regional ansässige Unternehmen Kooperationen ein. Partnerbetriebe der Nationalen Naturlandschaften haben unter anderem die Pflicht, sich dem kos­tenlosen Energiecheck der Energieeffizienzkampagne zu unterziehen.

Gemeinsames Ziel von DEHOGA und Umweltministerium sei es, dass die Mitgliedsbetriebe des DEHOGA darin eine Vorreiterrolle übernehmen. „Hotel- und Gaststättenbetreiber sind damit wirtschaftlich hoch gefordert“, bekannte Heinen-Esser, „aber Klimaschutz rechnet sich auch kaufmännisch!“

Viabono — Reisen natürlich genießen

Wer sich noch stärker als umweltbewusster Betrieb am Markt positionieren möchte, solle sich um die bundesweite Umwelt-Dachmarke Viabono bemühen, in deren Trägerverein der DEHOGA Mitglied ist, empfahl Ingrid Hartges. Unter dem Motto „Reisen natürlich genießen“ bündelt Viabono die Nachfrage nach umweltorientierten Reiseangeboten.

Kernaufgabe ist die professionelle Vermarktung von nachhaltigem und qualitätsbewusstem Tourismus aus Deutschland. Über 350 Betriebe aus Hotellerie und Gas- t­ronomie, aber auch Tourismusgemeinden oder Naturparks erfüllen heute die strengen Kriterien von Viabono. Auch diese Umweltdachmarke wird vom Bundesumweltministerium gefördert.

„Eine solche Auszeichnung hat Vorteile für Gast, Gewerbe und Umwelt“, so Heinen-Esser, „der Gast kann sicher sein, dass Umwelt- und Ressourcenschutz geprüft wurden, der Eigentümer handelt zukunftsfähig, schont die Umwelt und minimiert seine Ausgaben.”

Darüber hinaus plant der DEHOGA einen praktikablen und finanzierbaren Umwelt-check für Hoteliers und Gastronomen. Er soll das besondere Engagement eines Hotels oder Restaurants nach außen sichtbar machen. Außerdem soll er die Lücke schließen zwischen dem Einstieg ins Umweltengagement – wie mit der Energiekampagne Gastgewerbe – und sehr anspruchsvollen Auszeichnungen wie Viabono.

Wenn alles gut geht, soll der Umweltcheck noch 2011 präsentiert werden. Kriterien werden derzeit erarbeitet, besonders berücksichtigt werden soll der Einsatz regionaler und saisonaler Produkte. Das Fazit der DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin: „Wir bleiben in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit weiter am Ball – für unsere Betriebe, für unsere Gäste.“

DEHOGA-Broschüre „Energiesparen leicht gemacht“

Energiekosten senken, Wettbewerbsvorteile sichern, darum geht es in der neuen DEHOGA-Broschüre „Energiesparen leicht gemacht“. Sie ist kos­tenlos erhältlich beim DEHOGA Bundesverband – über eine telefonische Bestellung unter 030/72 62 52-0 oder per E-Mail an info@dehoga.de. Darüber hinaus steht die Energiebroschüre als PDF-Datei zum kostenlosen Download bereit unter
www.dehoga-bundesverband.de/publikationen/energiebroschuere-2011