gastgewerbe-Magazin sprach mit Reiner Käsbach, Geschäftsführer der Tascan Service GmbH, darüber, welche Lösungen zur Verfügung stehen und wie in bereits existierenden Hotels jetzt die notwendigen Strukturen dafür geschaffen werden können – und müssen.

gastgewerbe-Magazin: Ist den Hoteliers in Deutschland Ihrer Meinung nach das Thema „Abschaltung“ genügend im Bewusstsein?
Reiner Käsbach: Aus unserer Sicht ist das bei Weitem noch nicht der Fall. Wir informieren seit geraumer Zeit stetig über den Handlungsbedarf, allerdings ist die Reaktion vieler Hotels noch eher verhalten.

Warum ist diese Eile geboten?
Die Abschaltung der analogen Satellitensig­nale erfolgt bis spätestens 30. April des kommenden Jahres. Während es im Privathaushalt lediglich der Anschaffung eines entsprechenden Receivers bedarf, ist die Planung in einem Hotel allerdings wesentlich umfangreicher. Das ist sicherlich auch eine Frage des Budgets. Wir weisen jedoch darauf hin, dass es Engpässe bei technischen Komponenten und Installationsressourcen geben könnte, je näher der Termin rückt.

Was kann bzw. muss der Hotelier, der noch nicht vorbereitet ist, denn nun als erstes tun?
Es gibt für jedes Haus eine maßgeschneiderte Lösung, die der vorhandenen Ausstattung und den wirtschaftlichen Möglichkeiten angepasst werden kann.
Idealerweise verschafft sich der Hotelier einen Überblick über die notwendigen Arbeiten zur Aufrüstung der tatsächlich im Hause vorhandenen Gegebenheiten, um zu gewährleis-ten, dass der Gast im kommenden Jahr nicht „in die Röhre“ schaut. Wir empfehlen die Aufnahme aller technischen Daten im Rahmen einer Begehung vor Ort als Basis für ein präzises Angebot.

„Im April 2012 werden die analogen Satelliten-Signale endgültig abgeschaltet.“ Reiner Käsbach, Geschäftsführer der Tascan Service GmbH Foto: Tascan

Und wie geht es dann konkret weiter?
Als nächste Schritte folgen dann ein individuelles Angebot und das Management des kompletten Projektes von der Bestellung der Komponenten bis zur Einweisung des Technischen Leiters im Hotel.

Welche Ansprüche haben denn die Gäste heute Ihrer Erfahrung nach? Das hängt ja sicher auch von der allgemeinen Ausrichtung des einzelnen Hotels ab.
Da stimme ich Ihnen zu, es hängt in der Tat von der Ausrichtung des Hotels ab. Grundsätzlich kann man jedoch sagen, dass der Gast in stark zunehmendem Maße seine eigenen Medien wie Notebook und Smartphone nutzt und im Hotelzimmer die notwendigen Anschlüsse und Strukturen dafür angeboten werden sollten.

Welche technischen Lösungen stehen inzwischen zur Verfügung? Und wie kann sich ein Hotelier den besten Überblick verschaffen?
Es gibt in der Tat eine breite Palette von Lösungen – allen voran HbbTV, das sogenannte Hybrid-TV. Unter dem Stichwort „TV trifft Internet“ zeichnet sich hier eine Entwicklung ab, die zunehmend nicht nur von TV-Herstellern, sondern auch auf breiter Front beispielsweise von öffentlich-rechtlichen und privaten Programmanbietern unterstützt wird.
Weiterhin gibt es Systemfunktionen, die das Housekeeping erleichtern, so zum Beispiel das Management der Minibar. „Last but not least“ werden moderne Applikationen des Gebäudemanagements entwickelt, wie beispielsweise das Management von Heizung, Licht und Klimaanlagen vor dem Hintergrund des umweltbewussten Umgangs mit Energie. Dafür muss eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden, vor allem in bereits exis-tierenden Hotels. Wir bieten hier eine Lösung an, die unkompliziert und zukunftsorientiert ist. Deshalb sind wir der Ansicht, dass es zu einer passgenauen Beratung keine Alternative gibt.

Und in welche Technik zu investieren, macht Ihrer Meinung nach – je nach Betriebsgröße und -art – am meisten Sinn?
Wir halten es für folgerichtig, eine Ausstattung der Zimmer mit einem HD-tauglichen LCD-TV mit digitalem Tuner anzustreben, welches ein erstklassiges Bild liefert. Dafür ist allerdings eine digitale Antennenanlage Voraussetzung. Um dem Gast moderne und zukunftsorientierte Technik anbieten zu können, erachten wir ein Informationssystem auf dem TV auf jeden Fall als sinnvoll und hilfreich. Mit einem Hybrid-TV ist dies auch interaktiv möglich. Und geradezu unverzichtbar ist das Angebot des Internet-Zugangs für den Gast, der sogenannte High Speed Internet Access – der sollte aber dann auch über Kabel und Wireless angeboten werden.