gastgewerbe-Magazin: Worauf kommt es Ihrer Erfahrung nach bei der Spültechnik vor allem an?
Frank Jüttner: Neben guten, hygienischen Reinigungsergebnissen ist natürlich die Kapazität der Hotel- oder Restaurantküche von entscheidender Bedeutung. Die Art und Menge an zu reinigendem Geschirr bestimmt hier die Auswahl des richtigen Gerätes. Eine zu große oder zu gering ausgelegte Spülkapazität sorgt für einen ineffizienten Spülprozess und führt damit zu erhöhten Kosten.
In großen Küchen kommt tendenziell eher ein Tank-Geschirrspüler zum Einsatz, da hier in der Regel große Mengen Geschirr in möglichst kurzer Zeit gespült werden müssen. Tank-Geschirrspüler von Miele gibt es in verschiedenen Größen und für verschiedene Anwendungsfälle – vom Untertisch-Gerät bis zur Durchschub-Maschine. Es gibt sowohl Geräte für Geschirr und Besteck im Allgemeinen als auch eine spezielle Gläser-Spülmaschine. Aufgrund ihrer kurzen Spülzeiten entwickeln diese Geräte ihre Stärke bei größeren Mengen an Geschirr.
Welchen Beitrag können die Miele-Geschirrspüler leisten?
Die Frischwasser-Geschirrspüler von Miele bieten besonders große Flexibilität und bewähren sich vor allem in der Gastronomie. Die Geräte verfügen über eine Vielzahl unterschiedlicher Spülprogramme für jegliche Anwendungsfälle. Von einem Kurz-Programm für leicht verschmutztes Geschirr (kürzeste Programmlaufzeit: sechs Minuten) über ein Intensiv-Programm für stark verschmutztes Geschirr bis hin zu einem Gläser-Programm für die schonende Aufbereitung von Gläsern. Aufgrund des Wasserwechsels nach jedem Spülgang erzielen die Geräte besonders hygienische Reinigungsergebnisse. Da die Geräte in jedem Spülgang mit frischem Wasser arbeiten, verbrauchen sie nur dann Strom und Wasser, wenn sie auch eingesetzt werden. Während der Standzeiten muss in diesen Geräten kein Wasser auf Temperatur gehalten werden, das heißt, die Heizung ist nicht in Betrieb. Dies führt natürlich auch zu einer Reduzierung der Betriebskosten und der Schonung von Ressourcen.
Und was muss bei der Wäschepflege ganz besonders bedacht werden?
Miele bietet eine maßgeschneiderte Lösung, das heißt, nach der Ermittlung des Kundenbedarfs werden die idealen Maschinenkonfigurationen empfohlen. Hierbei greifen wir auf unser umfangreiches Produktportfolio zurück. Miele verkauft Waschmaschinen mit einer Kapazität zwischen 5,5 und 32 Kilogramm. Es sind hochtourige Frontlade-Maschinen, die extrem niedrige Verbrauchsdaten aufweisen und durch die hohen G-Faktoren extrem niedrige Restfeuchtewerte erzielen. Dazu haben wir auch die passenden Trockner mit einem Trommelvolumen von 130 bis 800 Litern. Abgerundet wird dieses Paket durch unser Mangel-Sortiment. Dies reicht von Mangeln mit 160 bis 800 Millimeter Walzendurchmesser und verschiedenen Arbeitsbreiten. Außerdem bietet Miele Professional Wäschereitechnik ein großes Spektrum an Zubehör an: von den Transportsystemen, über Dosiertechnik bis hin zu Wasserrückgewinnungssystemen.
Wie können Sie für Ihre Kunden kompromisslose Hygiene gewährleisten?
Die Wahrnehmung für dieses Thema hat sich verändert, das Hygienebewusstsein ist gestiegen. Dies registrieren wir auch in den kleinen Hotelwäschereien. Wir können dem Anwender all unser Wissen für perfekte Programmabläufe an die Hand geben: vor allem durch optimierte Programmpakete, die auch immer die Ressourcenschonung mit im Blick haben. Ganz wesentlich für die Hygiene sind jedoch unsere Programme für die thermische oder chemo-thermische Desinfektion, zum Beispiel von Mopps. So werden Keime direkt abgetötet und ein eventuelles Ausbreiten verhindert.
Bei den Miele-Gewerbegeschirrspülern ist hinsichtlich der Hygiene noch einmal das einzigartige Konzept der gewerblichen Frischwasserspüler zu betonen. Frisches Wasser in jedem Spülgang, kombiniert mit hohen Nachspültemperaturen bis hin zur thermischen Desinfektion sorgt für absolut hygienische Ergebnisse.
Bei all’ dem spielen natürlich auch die Kosten eine ganz wesentliche Rolle – in der Anschaffung wie auch im laufenden Betrieb. Wann lohnt es sich Ihrer Erfahrung nach für einen Hotelier, in neue Technik zu investieren?
Es gibt gute Argumente für die „In-house-Wäscherei“. Tisch-, Bett- und Frotteewäsche können in der eigenen Wäscherei schnell und flexibel gepflegt werden. Bei einer externen Vergabe können Umlaufzeiten entstehen, die einen höheren Textilbestand erforderlich machen. Auch die Qualität der hauseigenen Wäscherei ist ein wichtiges Argument. Hier kann das Hotelpersonal die eigene Wäsche im Auge behalten und dafür sorgen, dass sie auch wirklich makellos sauber wird. Das ist wichtig, weil Tisch- und Bettwäsche den Gästen nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Nicht zuletzt deshalb gilt sie als „Visitenkarte des Hauses“.
Eine hauseigene Wäscherei ermöglicht außerdem eine sehr genaue Kostenbetrachtung. Am Ende muss der Kunde nach seinen eigenen Bedürfnissen abwägen, welche Lösung für ihn die effizientere ist.
Viele Betriebe stehen also vor der Frage: selber waschen oder waschen lassen? Dienstleister locken mit attraktiven „Rundum-Sorglos-Paketen“. Was sollte der Hotelier Ihrer Meinung nach mit ins Kalkül ziehen?
Sowohl das Outsourcen von der textilen Dienstleistung als auch die „In-house-Wäscherei“ ist immer wieder einer Wellenbewegung unterworfen, das heißt, es gibt Phasen, in denen der Trend stärker zum Outsourcen geht, auf der anderen Seite gibt es Phasen, in denen die „In-house-Wäscherei“ wieder präferiert wird. Frotteewäsche wird allerdings tendenziell immer mehr im Haus gewaschen und getrocknet, wobei Flachwäsche häufig in Dienstleistungsbetrieben bearbeitet wird. Dies ist sicherlich ein Trend. Es gibt zwischenzeitlich viele Beispiele, in denen Hotels und gastronomische Betriebe die Wäscherei wieder komplett zurückgeholt haben. Hier ist man von der Qualität, der Schnelligkeit und Flexibilität der eigenen Wäscherei sehr überzeugt. Bei genauer Betrachtung der Prozesskosten konnte durch die eigene Wäscherei im Haus sogar der Kostenblock für die Aufbereitung der Wäsche erheblich gesenkt werden.

Für kleinere Hotels und gastronomische Betriebe bietet Miele den Gewerbegeschirrspüler „G 7856“ mit Frischwassersystem. Dabei wird in jeder Spülphase frisches Wasser zugeführt – Voraussetzung für ein optimales Reinigungs-ergebnis.Foto: Miele
Aber auch Aspekte wie Platzbedarf und Mitarbeiterkapazitäten spielen natürlich eine Rolle. Was können Sie dem entgegensetzen?
Für den geringen Platz in mancher Haus-wäscherei haben wir Maschinen, die sich überall unterbringen lassen: Unsere Waschmaschinen und Trockner für acht Kilogramm Füllgewicht, die unter dem Namen „octoplus“ bekannt sind, lassen sich zum Beispiel zu einer Wasch-Trocken-Säule oder Trocken-Trockensäule aufeinanderstellen. Zur Fachmesse Internorga in Hamburg haben wir außerdem unter der Bezeichnung „Slim Line“ Trockner mit nur 71 Zentimetern Maschinenbreite vorgestellt, die pro Charge 15 Kilogramm Wäsche trocknen.
Natürlich bedeutet die eigene Wäscherei einen zusätzlichen Personalaufwand, der aber oft durch die vorhandenen Mitarbeiter aufgefangen werden kann. Zum Beispiel können dieselben Angestellten, die vormittags die Zimmer richten, auch bei der Aufbereitung der Frotteewäsche eingesetzt werden.
Mal ganz ehrlich: Wer schöpft diese Progamm-Vielfalt wirklich aus? Reichen für die meisten Betriebe nicht doch die ganz „einfachen“ Standard-Programme?
Standard ist nicht immer optimal. Ein Beispiel: Unsere Waschmaschinen-Programmpakete für Hotels und Gaststätten sind speziell auf die unterschiedlichen Verschmutzungen abgestimmt, die in diesem Bereich anfallen können – das ist auch für die Mitarbeiter eine Arbeitserleichterung. Das Paket „Hotel-Restaurant-Catering“ enthält etwa neben bewährten Programmen für Tisch- und Küchenwäsche jetzt auch ein Programm für Wellness-Frottierwäsche. Damit werden Flecken bei niedrigen Temperaturen aus Badetüchern und -mänteln optimal entfernt. Ein neues Programm für Matratzenschonbezüge spült mit ansteigenden Schleuderdrehzahlen und kurzen Unterbrechungen das Wasser aus den undurchlässigen Bezügen heraus.
Trotz aller Spezialisierung der einzelnen Waschprogramme haben wir natürlich an die Einfachheit der Bedienung gedacht. Unsere Steuerungen beinhalten zwar alle von uns angebotenen Programme. Der Anwender kann sich aber die Reihenfolge oder bei einigen Modellen auch den direkten Zugriff auf spezielle Programme selbst auswählen. So sind die Programme, die gerade nicht benötigt werden, etwas mehr im Hintergrund.
Helfen Ihre Außendienstmitarbeiter bei der Wahl und Programmierung für die individuell optimalen Ergebnisse?
Heute können wir nicht mehr nur als Maschinenverkäufer erfolgreich sein, sondern wir müssen uns als Anbieter von Komplettsystemen auszeichnen. Unser Kunde möchte einen Ansprechpartner für seinen kompletten Prozess haben. Dies ist gerade im Bereich der „In-house-Wäscherei“ ein wesentliches Thema. Der Kunde verlangt eine umfassende Beratung und einen perfekten After Sales Service, den der Miele-Werkkundendienst mit seinen derzeit 242 Servicetechnikern in Deutschland bietet. Sie sind die richtigen Ansprechpartner für alle Fragen zur Programmwahl und zur individuellen Einstellung unserer Geräte.
Die regelmäßige Wartung lässt sich per Vertrag regeln. Dabei können unsere Kunden zwischen verschiedenen Lösungen wählen: Vom einfachen bis hin zum Full-Service-Wartungsvertrag. Ihnen ist eines gemeinsam: Sie garantieren eine hohe Verfügbarkeit der Maschinen. Die verschiedenen Serviceverträge lassen sich mit neuen Technologien wie zum Beispiel dem „Remote Service Control“ verbinden. Damit können unter anderem mittels Ferndiagnose Maschinenprobleme erkannt und erste Hilfestellungen gegeben werden. Ein weiterer Trend ist, dass Kunden heute zwischen verschiedenen Kauf- und Finanzierungsangeboten, zum Beispiel
Leasen oder Mieten, wählen wollen. Miele Professional offeriert hier verschiedene Optionen – ganz nach den Wünschen des Kunden.
Welche Highlights haben Sie auf der dies-jährigen Internorga vorgestellt – und wie sind sie bei den Besuchern angekommen?
Den Schwerpunkt unserer Präsentation hat das Thema „Energie- und platzsparende Wäschepflege“ ausgemacht, ergänzt durch modernste Technik rund um das gewerbliche Geschirrspülen. Zu den Messe-Highlights gehörten drei neue Wärmepumpentrockner, die mit einem geschlossenen Luftkreislauf arbeiten und deshalb keine Abluftleitung benötigen. Diese Geräte sind bei unseren Kunden hervorragend angekommen, auch weil sich damit der Energieverbrauch um bis zu 60 Prozent senken lässt. Ebenfalls neu sind die sehr leisen Waschmaschinen für 10 bis 20 Kilogramm Füllgewicht. Ab Mitte Mai 2011 verfügen sie über ein verbessertes Innenleben, das makellos saubere Wäsche bei extrem niedrigen Verbrauchskosten ermöglicht. Da-rüber hinaus bekommt die erfolgreiche Wäschereimaschinen-Generation „octoplus“ für acht Kilogramm Füllgewicht Zuwachs: Eine neue Waschmaschine mit der Bezeichnung PW 5105 bietet noch zwei Kilogramm mehr Kapazität und sorgt in nur 52 Minuten für zehn Kilogramm saubere Wäsche. Auch diesmal sind unsere Neuheiten auf sehr großes Interesse gestoßen, und wir haben zahlreiche, vielversprechende Kundengespräche geführt.



Keine Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar