Hunderte Schilder mit Aufschriften wie „Ich will kochen statt dokumentieren“ und „Höchste Zeit für Wochenarbeitszeit“ beim Einzug der Gäste ins Festzelt auf dem Münchner Frühlingsfest zeigten, wohin es thematisch geht. In ihrer Grundsatzrede sprach Präsidentin Angela Inselkammer von einem Traum, den sie habe. Der Traum einer Branche, in der die Menschen mit Begeisterung arbeiten und Erfolg haben. Einer Branche, die von der Politik mit „klugen Leitplanken und vernünftigen Spielregeln“ gesteuert werde. Allerdings seien die Zustände nicht so paradiesisch. Und sie fragte, warum dies so sei, wo doch Bayern die besten Voraussetzungen dazu habe.

Geschickt verknüpfte sie damit die Forderungen, die die Branche an die Politik hat: Eine Modernisierung des Arbeitszeitgesetzes mit einer wöchentlichen Arbeitszeit, was der Branche die nötige Flexibilität gebe. Und faire Wettbewerbsbedingungen auf allen Ebenen, angefangen von gleichen Bedingungen für alle Marktteilnehmer bis hin zu einem reduzierten Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie. Dazu gehörte für Inselkammer auch eine weitere Entbürokratisierung statt eines Aufbaus von immer neuen Verordnungen und Dokumentationen. Die Präsidentin wurde deutlich in Richtung der zahlreich gekommenen Politiker: „Wir brauchen keine dürren Lippenbekenntnisse zum Mittelstand, wir brauchen spürbare Ergebnisse, die bei uns praxisnah ankommen.“ Das kam bei den Hoteliers und Gastronomen gut an, aber auch bei den Politikern. Die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf und der Fraktionsvorsitzende der CSU im Landtag, Thomas Kreuzer, signalisierten ihre Unterstützung für die Branche.