Grundlagen
Für Urheberrechtsverstöße gelten, gleich, ob sie in der „analogen“ oder digitalen Welt vonstattengehen, stets dieselben Bestimmungen: Das Urheberrechtsgesetz (UrhG) sieht für derartige Verletzungen teils gravierende Sanktionen vor. Doch im Falle der immateriellen Datenautobahn mit ihrer undurchschaubaren Informationsflut wird die urheberrechtliche Lage aus Laiensicht oftmals ebenso unklar. Die Verwendung fremderstellter Inhalte bedarf nahezu ausnahmslos einer entsprechenden Genehmigung durch den Werkschöpfer, denn das UrhG behütet diesen und dessen Erzeugnis, indem es diverse Rechte fixiert. Hierzu zählen die Urheberpersönlichkeits-, die Verwertungs- sowie die Nutzungsrechte. Erstgenannte schließen das Veröffentlichungsrecht des Urhebers, sein Anrecht auf namentliche Nennung in Verbindung mit der Schöpfung (Recht auf Anerkennung der Urheberschaft) und das Verbot der Entstellung seines Werkes (auch im Falle einer objektiven Verbesserung) ein. Für das im WWW anzuwendende Urheberrecht sind speziell die Verwertungsrechte von erheblicher Relevanz. Die damit verbundene Begrifflichkeit des „öffentlichen Zugänglichmachens“ ist bei jedwedem Upload auf Portalen im Netz zu bejahen. Erfolgt ein solches Publikmachen ohne explizite Einwilligung, liegt ein Verstoß gegen das UrhG vor. Es kann mit einer Abmahnung inklusive Unterlassungserklärung gerechnet werden.

Fotos und Bilder: Rechte am Bild
Die gesetzlichen Reglementierungen für Fotografien und Bilder werden unter der Bezeichnung „Bildrecht“ subsumiert. Werden fremdangefertigte Fotos und Abbildungen verbreitet, so ist außerdem das Kunsturhebergesetz (KunstUrhG) besonders wichtig: Es legt in § 22 das sogenannte Recht am eigenen Bild nieder: „Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, dass er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt.“ Laut dem KunstUrhG muss hierbei, neben derjenigen des Urhebers, weiterhin die Genehmigung aller auf der Aufnahme abgelichteten Personen vorliegen. Hierbei gelten nur wenige Ausnahmen – etwa wenn es sich beim Abgebildeten um eine Person des besonderen öffentlichen Interesses handelt. Auch dem weit verbreiteten Gedanken, im Wege einer nachträglichen Bildbearbeitung könne diesbezüglich geltendes Recht umgangen werden, ist entschieden zu widersprechen. Hierbei wird kein neues Werk produziert.

In der Kommunikation wird oftmals auf Bildmaterial zurückgegriffen, welches bei Agenturen – etwa Fotolia – erstanden wurde. Auch hier ist äußerste Behutsamkeit geboten: Durch den entsprechenden Kauf werden simultan die allgemeinen Geschäftsbedingungen, welche für die Nutzungsrechte maßgeblich sind, akzeptiert. Bei solchen Abbildungen kann grundsätzlich zwischen sogenannten Standard-Lizenzen und erweiterten Lizenzen unterschieden werden. Erstgenannte sehen in der Regel eine Streuung der Bilder auf Blogs sowie Webseiten vor, schließen allerdings eine Verwendung auf sozialen Netzwerken aus. Darüber hinaus muss der vorgesehene Verwendungszweck eingehalten werden – er unterliegt nicht selten lizenzgebundenen Beschränkungen. Vielfach ist der Gebrauch zur Hervorbringung von Markenzeichen und Logos nicht erlaubt. Eine namentliche Erwähnung des Urhebers wird zudem stets vorausgesetzt.
Keineswegs sollte bei solchen Abbildungen eine unbedachte Übermittlung an Dritte erfolgen oder eine Unterlizenz vergeben werden. Außerdem ist das Herunterladen des Werks auf mehrere Computer nicht immer erlaubt. Ratsam ist also daher in jedem Fall eine eingehende Beschäftigung mit den individuellen Reglementierungen der jeweiligen Lizenz. Wer stattdessen zu „lizenzfreien“ Darstellungen greifen möchte, der sollte sich im Klaren sein, dass auch diese den Erwerb einer Lizenz erfordern. Zwar dürfen sie in beinahe unerschöpflichem Ausmaße für die verschiedensten Zwecke gebraucht werden, doch schließt die Bezeichnung nicht zwingend eine Kostenlosigkeit ein. Diesbezüglich kann der Begriff ein wenig irreführend sein.

Urheberrechtsfreie Bilder?
Des Weiteren existieren „gemeinfreie Bilder“, bei denen kein Urheberrecht besteht. Sie können von jedem ohne Einholung einer Einwilligung kostenfrei benutzt werden. Auch ist hier eine Einschränkung des Verwendungszwecks absent. Dies ist bei amtlichen Werken der Fall, welche gemäß § 5 UrhG Abs. 1 „Gesetze, Verordnungen, amtliche Erlasse und Bekanntmachungen sowie Entscheidungen und amtlich verfaßte Leitsätze […]“ umfassen. Doch nur selten handelt es sich hierbei um Abbildungen, welche tatsächlich urheberrechtsfrei werden. Auch fotografische Aufnahmen können gemeinfrei sein. Gleich, ob es sich um einen privaten Schnappschuss oder um eine professionell angefertigte Fotografie handelt: Das UrhG schützt grundsätzlich alle Ablichtungen. Als „Lichtbildwerke“ bezeichnet § 2 UrhG solche Werke, welche sich durch ein gewisses Maß an Kreativität, Individualität sowie künstlerische Gestaltungshöhe kennzeichnen (hierzu gehören u. a. Motivwahl, Belichtung und digitale Nachbearbeitung). Bei ihnen greift die urheberrechtliche Behütung noch insgesamt 70 Jahre nach Ableben des Fotografen. Den Schnappschüssen, sogenannten „Lichtbildern“, die eine unveränderte und naturgetreue Wiedergabe der Dinge präsentieren, erstreckt sich der Schutz auf nur 50 Jahre nach ihrer Publikation bzw. ihrer Entstehung.

Social Media
Beim „Posten“ kommt es zur Hervorbringung eines eigenen Beitrages, wohingegen das „Sharing“ die Verbreitung fremden Contents impliziert. Werden unternehmerische Beiträge auf Social-Media-Portalen geteilt, so wird dies in der Regel begrüßt und nicht urheberrechtlich verfolgt: Betrieben steht somit eine kostenfreie Werbeplattform zur Verfügung. Wird die Option zum Sharing auf einer Webseite offeriert, so wird eine entsprechende Einwilligung unterstellt.

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