In Metropolen wie New York, London und Stockholm gibt es bereits zahlreiche sogenannte Third-Wave-Cafés und Brew-Bars, die zeigen, dass Filterkaffee ebenso wie besondere Zubereitungsmethoden wieder auf dem Vormarsch sind. Ihren Ursprung hat die Entwicklung in den USA. Bereits seit Ende der 90er Jahre wird Kaffee dort wieder gebrüht getrunken. In Deutschland ist der Trend der sogenannten Brew-Bars erst im Kommen.

In Brew Bars wird die ursprüngliche Kaffeefiltration wieder gelebt und den Gästen gezeigt.

In Brew Bars wird die ursprüngliche Kaffeefiltration wieder gelebt und den Gästen gezeigt. (Foto: © ZernLiew – iStockphoto.com)

Was es lange nur in Berlin zu bewundern gab, findet nun auch seinen Weg in andere deutsche Großstädte. Eine von vielen Brew Bars ist die Kaffeeküche an der Lütticher Straße im Belgischen Viertel von Köln, in der die zertifizierten Baristas Nina Heuser und Matthias Conrad die besondere Zubereitung verschiedener Kaffees zelebrieren. „Die Third-Wave-Bewegung der Kaffeeszene schafft ein Bewusstsein für die Herkunft und Verarbeitung der Bohne und rückt ihre Geschmacksvielfalt in den Vordergrund“, erklärt Jungunternehmerin Nina Heuser.

„Guter Kaffee bietet unzählige verschiedene Aromen. Viele sind es gewohnt, vor allem bitteren Kaffee zu trinken. Da kann es schon ein echt faszinierendes Geschmackserlebnis sein, feine Säuren oder Fruchtnoten oder süßen Kaffee, ganz ohne Zugabe von Zucker, zu schmecken“, so die 30-Jährige weiter.  „Neben Latte Macchiato, Cappuccino und Co. erlebt zurzeit der klassische Filterkaffee ein Comeback“, schildert auch Volkmar Klebba. „Aktuell legen deutsche Konsumenten zudem immer mehr Wert auf fair gehandelte Produkte“, sagt der Kaffeesommelier.

Das Fairtrade-Siegel wird Händlern verliehen, die unter anderem den Kaffeebauern einen garantierten Mindestpreis für ihre Produkte zahlen, der ausreicht, um die Lebenshaltungs- und Produktionskosten zu decken.

Nachhaltig Wirtschaften

Die Heilandt Kaffeemanufaktur aus Köln geht hier noch einen Schritt weiter: „Wir haben uns dazu entschlossen, unser eigenes Siegel zu entwerfen, welches in vollem Maße unsere eigenen hohen ethischen Vorstellungen nachhaltigen Wirtschaftens vereint“, erklärt Alexandra Kubitza von Kaffee Heilandt. „Wir bieten den Kaffeebauern eine Perspektive, indem wir langfristige Handelsbeziehungen mit ihnen eingehen. Im Gegenzug erwarten wir aber auch einen ökologisch nachhaltigen Anbau.“

„Der Großteil unserer Gastronomie-Partner bezieht unseren kräftigen, würzigen Espresso. Doch wir beobachten schon länger, dass es einen Trend in Richtung Filterkaffee bei Kaffeeliebhabern gibt“, so Hannes Fendrich, Kaffee-Experte von Coffee Circle und Deutscher Brewers Cup Meister. „Jetzt schlägt sich diese Vorliebe auch immer stärker in der Gastronomie nieder.“ Derzeit erhält Coffee Circle zunehmend Anfragen von Cafés, Hotels und Restaurants zu geeigneten Zubereitungsmethoden für Filterkaffee. „Die Vorteile liegen auf der Hand: Bei handgefiltertem Kaffee wird die Zubereitung zum Erlebnis für den Gast“, so Hannes Fendrich. „Außerdem lösen sich bei der Herstellung weniger Bitterstoffe und die Aromen entfalten sich so optimal.“